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Anrufbeantworter-Software für das Handy

Mailbox-Alternative kann Kosten sparen - gerade im Ausland
Von Matthias Faix

Auf den ersten Blick mag eine Anrufbeantworter-Software für das Handy für viele überflüssig erscheinen, schließlich gibt es eine Mailbox beim Mobilfunkanbieter umsonst. Doch die Software-Version kann Nutzern helfen, Geld zu sparen. Das gilt zum Beispiel für Nutzer von Mobilfunk-Tarifen, bei denen das Abrufen der Mailbox kostenpflichtig ist. Im Ausland hält die Anrufbeantworter-Software dagegen für alle Handy-Nutzer die Kosten gering im Vergleich zur Auslands-Kostenfalle Mailbox. teltarif.de stellt interessante Anrufbeantworter-Applikationen fürs Handy oder Smartphone vor.

Für Mailbox-Nachrichten zahlt der Kunde im Ausland bis zu drei Mal

EU-Regulierung hin oder her: Im Ausland wird die Mailbox der Netzbetreiber ohne absolute Umleitung schnell zur Kostenfalle. Der Angerufene zahlt - außer bei Vodafone - erstens die Roaming-Kosten für die Weiterleitung ins ausländische Netz und zweitens auch noch für die Umleitung zurück auf die deutsche Mailbox. Will der Angerufene die Sprachnachricht dann auch noch abrufen, zahlt er ein drittes Mal. Wenn man die Mailbox also nicht unbedingt braucht, sollte man sie während eines Auslandsaufenthaltes unbedingt deaktivieren oder eine absolute Umleitung legen. Dann sieht man im Display die verpassten Anrufe und hat die Möglichkeit sich einfach selbst beim Anrufer zu melden.

Als Alternative zur Mailbox gibt es Handy-Software mit Anrufbeantworter-Funktion. Sie zeichnet die Sprachnachrichten direkt auf dem eingeschalteten Handy auf. Dabei gibt es noch einen weiteren Vorteil: Solche Programme bieten häufig mehr Funktionen und Optionen als die Mailboxen der Netzbetreiber. So ist bei einigen Programmen zum Beispiel das Einstellen von Regeln für spezifische Rufnummern möglich, so dass nur bestimmte Anrufe ein Besetzt-Signal erhalten, auf den Anrufbeantworter verwiesen oder mit einer vordefinierten SMS beantwortet werden.

Die Anrufbeantworter-Programme laufen auf dem Handy als Task im Hintergrund. Wenn ein Anruf eingeht, der den vordefinierten Regeln entspricht, lassen sie diesen Anruf zu. Der Nutzer kann wie bei der Mailbox im Mobilfunknetz eine Nachricht hinterlegen, die für den Anrufenden abgespielt wird. Anschließend kann der Anrufer eine Sprachnachricht hinterlassen, die im Handy selbst oder auf der Speicherkarte hinterlegt wird. Das kann sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein. Der Nutzer hat die Nachrichten unabhängig von der Netzabdeckung immer bei sich und kann sie bei Bedarf auch leicht auf dem PC archivieren. Hat er sein Handy vergessen oder gar verloren, sind allerdings die auf dem Handy gespeicherten Sprachnachrichten unerreichbar.

Anrufbeantworter-Software unter Symbian

MobiGenie MobiGenie
Screenshot: teltarif
Eine kostenlose Lösung mit zwei kleinen Schwächen stellt das Programm MobiGenie dar. Es wird direkt von Nokia angeboten, allerdings ist es wohl nur für E65-Modelle in den Vereinigten Arabischen Emiraten gedacht. Es lässt sich aber auch ohne Probleme auf dem Nokia E61 und dem Nokia E71 installieren. Für Nutzer von Symbian S60 3rd und 5th Edition ist es also sinnvoll auszutesten, ob die kostenlose Applikation auch auf ihrem Handy funktioniert.

Das Programm ist sehr einfach zu installieren und wartet mit nützlichen Funktionen auf. So existieren eine Blacklist für unliebsame Anrufer und ein Benachrichtigungsmodus. Auf eingehende Anrufe kann das Programm als Anrufbeantworter oder nur mit einer SMS-Nachricht reagieren. Eine weitere Eigenschaft von diesem Programm ist, dass man die Aktivität des Tools an ein Profil ketten kann. Damit kann man den Anrufbeantworter zum Beispiel mit das Profil "Ausland" oder "Silent" verknüpfen. Sobald der Reisende dann im Ausland das Profil wechselt, nimmt das Programm seine Arbeit auf. Zwei Nachteile besitzt MobiGenie allerdings: Das Programm bietet nur Englisch und Arabisch als Sprachen, und bei der Aufzeichung einer Sprachnachricht auf dem Anrufbeantworter aktiviert sich der Lautsprecher, so dass der Angerufene immer mithört. Falls der Handy-Besitzer nicht allein ist, ist das meistens denkbar ungeeignet.

Angebot an Anrufbeantworter-Programmen ist bisher begrenzt

Die Angebot an Anrufbeantworter-Programmen ist bisher begrenzt und das liegt nicht unbedingt nur daran, dass vielen Nutzern die kostenlose Mailbox per Rufumleitung ihres Mobilfunkanbieters vollkommen ausreicht. Ein weiterer Grund ist, dass Software-Entwicklern nicht alle internen Telefon-Funktionen der Handy-Betriebssysteme zur Verfügung stehen. Daher ist es bei einigen Betriebssystemen derzeit nicht möglich, Anrufbeantworter-Apps zu erstellen, zum Beispiel für Mac OS auf dem iPhone (ohne Jailbreak) und Android.

Auf der zweiten Seite dieses Artikels finden Sie weitere Anrufbeantworter-Apps für Symbian und Windows Mobile.

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