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Kunden wollen Bewegtbild-Content immer und überall

Kunden von Bewegt­bild-Content wollen ihre Platt­form immer und überall. Entspre­chend müssen sich Medi­enun­ternehmen neu aufstellen - linear und non-linear, auf dem großen Bild­schirm und auf mobilen Gadgets. Das ist der Tenor des Inter­national Content Summit auf der Anga Com.
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International Content Summit auf der Anga ComInternational Content Summit auf der Anga Com Der Traum vom Bewegt­bild-Content immer und überall ist Realität geworden. Kunden verlangen das inzwi­schen sogar und wollen ihre Platt­form linear und non-linear, auf dem großen Bild­schirm und auf mobilen Gadgets und alles von einem Anbieter und über eine Rech­nung. Das ist der Tenor des ersten Inter­national Content Summit auf der Fach­messe Anga Com in Köln.

Der große TV-Bild­schirm schlägt mobile Gadgets

Dabei betont Marc Antoine d'Halluin von der M7 Group, dass der große TV-Bild­schirm im Wohn­zimmer immer noch weit mehr genutzt wird und damit viel wich­tiger ist als mobile Gadgets wie Smart­phones oder Tablets, die mehr als Ergän­zung dienen. Wichtig sei, dass im Content-Bereich wich­tige Syner­gien geschlossen werden. Der M7-Chairman spielt damit auch darauf an, dass die zum Vivendi-Konzern gehö­rende Canal+ Group sein Unter­nehmen schlu­cken will. Die Über­nahme muss aller­dings von der Euro­päischen Kommis­sion noch geneh­migt werden. M7 zählt derzeit rund drei Millionen Abon­nenten. Damit würde die Kunden­basis von Canal+ in Europa auf rund zwölf Millionen steigen und man könne neue Märkte erobern.

HD Plus-CEO Wilfried Urner konnte nach den 2,1 Millionen aus dem Jahr 2017 noch immer nicht mit neuen Kunden­zahlen dienen. Er verweist eher darauf, dass man von den Nutzern äußerst posi­tives Feed­back erhalten habe, seit HD+ auch ohne Zusatz­hard­ware verfügbar sei. HD Plus biete inzwi­schen eben­falls Verknüp­fung aus linearem und non-linearen Content wie Apps oder Media­theken. "Eine rein lineare TV-Platt­form zu starten hat heut­zutage keinen Erfolg mehr". Beste Qualität, also HD oder Ultra-HD, gepaart mit attrak­tiven Zusatz­features wie Restart sei der Schlüssel zum Erfolg.

Der rich­tige Content zur rich­tigen Zeit

Dem wider­sprach Chris­toph Vilanek, CEO der freenet AG. Das wich­tigste sei, mit dem rich­tigen Content zur rich­tigen Zeit am rich­tigen Platz zu sein. Dabei spielt die tech­nische Qualität nur eine unter­geord­nete Rolle. Als Beispiel nannte er das CDU-Bashing von Rapper Rezo auf Youtube oder das Ibiza-Video, das die öster­reichi­sche Regie­rung stürzte. HD sei eher ein Argu­ment bei großen Sport­events. Content darüber hinaus reiche jedoch vielen Kunden nicht aus, um für HD zu bezahlen, wenn es die Inhalte auch kostenlos über SD gibt.

Er vertei­digte, dass es für das Internet-Strea­ming Angebot waipu.tv im Vergleich zu den via Satellit und Antenne unter dem Namen freenet TV geführten Bouquets ein eigenes Bran­ding gibt, bei dem die Mutter nicht erkennbar ist. Daran werde sich auch nichts ändern, da waipu.tv eine viel jüngere Ziel­gruppe anspreche und sich die Marke inzwi­schen etabliert habe. Er sei froh, mit waipu.tv inzwi­schen auch auf Smart TVs vertreten zu sein, kriti­sierte aber, dass es hier immer noch keine einheit­lichen Stan­dards gebe. Im Nied­rigpreis-Segment bei Fern­sehern setze sich Android TV durch, ansonsten kochten viele TV-Hersteller noch jeweils eigene Süpp­chen.

Probleme Pira­terie und Pass­wort-Sharing

Jeroen Ghijsen, Gründer und CEO des OTT-Distri­butors Metro­logical warnte vor verstärkt auftre­tender Pira­terie. Streams wie Fußball­spiele würden zuneh­mend illegal und kostenlos über Apps und Webseiten gezeigt, obwohl die Betreiber keine Lizenzen hätten. Auch Pass­word Sharing sei ein großes Problem. Es bräuchte hier moder­nere tech­nische Lösungen und verschärfte Gesetze, um diesen Miss­brauch einzu­dämmen.

Trotz des Sieges­zugs des Internet-Strea­mings hätte der Satellit noch eine heraus­ragende Bedeu­tung, betont Phil­ippe Oliva vom Satel­liten­betreiber Eutelsat. Die Über­tragung über Satellit sei häufig Grund­lage für die Distri­bution im Internet und es gebe Nutzungs­szena­rien, wo eine Satel­liten­anbin­dung selbst für Strea­ming und IP uner­läss­lich sei. Als Beispiel nennt er Kreuz­fahrt­schiffe.

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