Essential Phone

Android-Erfinder Andy Rubin scheitert mit Essential-Phone

Andy Rubin gilt als Android-Vater. Mit seinem entwi­ckelten Essen­tial Phone hatte er aller­dings weniger Erfolg. Jetzt wird das Startup einge­stampft.

Android-Gründer Andy Rubin stampft seine Firma "Essential" ein Android-Gründer Andy Rubin stampft seine Firma "Essential" ein
(c) dpa
Das mit viel Vorschuss­lorbeeren bedachte Smart­phone-Start-up Essen­tial von Andy Rubin, der als Vater des Mobil-Systems Android gilt, gibt auf. Eigent­lich wollte die Firma Anfang dieses Jahres ein unge­wöhn­liches neues Telefon auf den Markt bringen, nur etwa halb so breit wie heute übliche Smart­phones.

Doch man sehe keinen Weg, das Gerät auf den Markt zu bringen, erklärte Essen­tial in einem Blogein­trag in der Nacht zum Donnerstag. Die New York Times berich­tete, keiner der großen US-Mobil­funk-Betreiber habe Inter­esse an dem Essen­tial-Telefon mit dem Namen Gem gezeigt.

Rubin war Mitgründer des Start-ups Android

Android-Gründer Andy Rubin stampft seine Firma "Essential" ein Android-Gründer Andy Rubin stampft seine Firma "Essential" ein
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Google kaufte die Firma im Jahr 2005. Als Apple zwei Jahre später sein iPhone heraus­brachte, machte Google Android zur Basis für eine konkur­rierende Smart­phone-Platt­form. Das Betriebs­system wird Herstel­lern kostenlos ange­boten. Das Geschäfts­modell sorgte dafür, dass Android inzwi­schen einen Markt­anteil von mehr als 80 Prozent bei Smart­phone-Verkäufen hat.

Rubin führte das Android-Geschäft bis 2013 und verließ Google im Jahr 2014. Danach grün­dete er die Risi­koka­pital-Firma Play­ground und später Essen­tial. Seine Repu­tation nahm schweren Schaden als die "New York Times" im Jahr 2018 schrieb, Rubin habe Google nach Vorwürfen sexu­eller Nöti­gung verlassen müssen und habe dabei eine Abfin­dung von 90 Millionen Dollar bekommen. Die Enthül­lungen trugen zu Protesten von Google-Mitar­beitern gegen die Vorge­hens­weise der Firmen­führung bei, bei denen Beschäf­tigte an mehreren Stand­orten die Arbeit nieder­legten. Rubin bestritt die Vorwürfe und auch die Angaben zur Höhe der Abfin­dung.

Essen­tial: Erfolg­loses Premium-Smart­phone 2017

Essen­tial brachte 2017 ein Premium-Smart­phone heraus, das erfolglos blieb. Pläne für einen Laut­spre­cher und eine Smar­thome-Platt­form wurden fallen­gelassen. Zuletzt setzte die Firma die Hoff­nungen auf das Gem-Telefon. Es war gedacht als Alter­native für ein großes Smart­phone in Situa­tionen, in denen man lieber ein kompak­teres Gerät mitnehmen will. Mehrere Videos im Abschieds-Blogein­trag zeigen erst­mals einige Funk­tionen des schmalen und lang­gezo­genen Smart­phones.

Hoff­nungs­träger Gem blieb ohne Inter­esse

Essen­tial habe mindes­tens 50 Millionen Dollar in die Entwick­lung des Geräts inves­tiert, schrieb die "New York Times". Die Firma habe zum Schluss noch 30 Millionen Dollar in der Kasse gehabt - Geld­geber hätten über die Jahre 330 Millionen Dollar zu einer Milli­arden-Bewer­tung in Essen­tial inves­tiert.

Vor zwei Jahren hätten Amazon, der Super­markt-Konzern Walmart und mehrere Mobil­funk-Anbieter Inter­esse an einem Kauf von Essen­tial gezeigt, berich­tete die Zeitung. Sie hätten aber am Ende das Inter­esse verloren, unter anderem wegen der Kontro­verse um Rubin.

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