Bastelspaß

Update selbst gemacht: Neues Android für's alte Smartphone

Auch ohne Hersteller-Update die Software aktualisieren
Von Steffen Herget

Wem die Nummer mit den Custom-ROMs und den damit verbundenen Risiken dann doch zu heikel ist, der guckt in Sachen Android 4.1 Jelly Bean de facto so lange in die Röhre, bis sich der eigene Hersteller zu einem Update erbarmt. Eine Abhilfe gibt es allerdings, die gefahrlos die Möglichkeit bietet, zumindest den Look und einige Funktionalitäten des neuen Betriebssystems auf das eigene Smartphone zu holen. Die Rede ist hier von speziellen Benutzer­oberflächen, sogenannten Launcher, die es zuhauf im Google Play Store zum Download gibt.

Holo Launcher sorgt für neuen Look im alten Android Holo Launcher sorgt für neuen Look im alten Android
Bild: teltarif.de
Die bekannteste App dürfte der Holo Launcher darstellen. Dieser ist in einer kostenlosen sowie in einer kostenpflichtigen Variante für 3,19 Euro erhältlich und sowohl für kleinere Auflösungen als auch für HD-Bildschirme verfügbar. Einmal installiert und als Standard-Launcher eingetragen, bekommen auch schwierig mit Custom-ROMs zu aktualisierende Handys wie das Motorola Milestone 2 den Look von Jelly Bean. Der Holo Locker [Link entfernt] rüstet zudem den neuen Lock-Screen nach. Die passenden Hintergrundbilder lassen sich über Apps oder aus dem Netz besorgen, um den finalen Touch zu besorgen. Während die Oberfläche inklusive der Ordner-Ansicht und das Komplett-Menü damit im aktuellen Look daher kommen, kann der Launcher die eigentliche Version von Android - im Falle des Milestone 2 noch immer Android 2.3.4 - nicht komplett verbergen. In der zweiten Menü-Ebene, etwa bei den Einstellungen, sieht alles noch aus wie vorher, die Oberfläche läuft auch nicht schneller oder flüssiger als zuvor. Trotzdem ist es in der Optik, die einfach klarer und moderner wirkt, ein deutlicher Unterschied - und in fünf Minuten und ohne Risiko erledigt.

Kommentar von Redakteur Steffen Herget
teltarif-Redakteur Steffen Herget Mit den genannten Möglichkeiten lassen sich viele betagte Smartphones mit einer neuen Android-Version ausstatten, oder zumindest kann der Look angepasst werden. Das ist zwar gut und schön, der offene Ansatz von Android macht den Spaß für Programmierer und Nerds erst richtig attraktiv. Trotzdem ist die Update-Politik nach wie vor ein Armutszeugnis der Hersteller und auch von Google. Es ist eine Unart, die Käufer der eigenen Geräte derartig im Unklaren darüber zu lassen, ob und wann es neue Android-Versionen geben wird - von zahllosen Ankündigungen für Updates, die später nicht eingehalten werden, einmal gar nicht zu reden. Das Engagement der Android-Community in allen Ehren, aber eigentlich sind hier die Hardware-Hersteller und Google gefragt!

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