Bastelspaß

Update selbst gemacht: Neues Android für's alte Smartphone

Auch ohne Hersteller-Update die Software aktualisieren
Von Steffen Herget
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Es ist das wohl größte Ärgernis der Android-Kundschaft: Die unvorhersagbare Update-Politik der Hersteller. Wer sich heute ein neues Smartphone oder Tablet kauft, kann sich auch dann nicht sicher sein, die nächste Android-Version als Update zu bekommen, wenn er zu einem High-End-Modell gegriffen hat. Das Problem ist dabei nicht auf einen Hersteller beschränkt, sondern zieht sich durch die ganze Palette. Doch mittlerweile gibt es einige Möglichkeiten, hier Abhilfe zu schaffen - die populärste sind unabhängig angepasste Android-Versionen, sogenannte Custom-ROMs. Diese lassen sich auf vielen Smartphones selbst installieren, meist gibt es schon kurz nach der Vorstellung einer neuen Android-Version entsprechend angepasste Custom-ROMs. Wir zeigen, auf was hierbei zu achten ist und wie die Installation vonstatten geht.

Das Handy startet in den Recovery-ModusDas Handy startet in den Recovery-Modus Bevor man sich daran macht, ein anderes als das vom Hersteller offiziell freigegebene Android auf dem eigenen Handy zu installieren, sollte man sich allerdings der Risiken bewusst sein. Zur Installation muss das eigene Handy gerootet, also quasi mit einem Admin-Zugang ausgerüstet werden. Das sieht der Hersteller normalerweise nicht vor, es kann so leicht zum Verlust der Garantie kommen. Wie das eigene Handy gerootet wird, ist in zahlreichen Anleitungen im Web nachzulesen, etwa bei RootzWiki, Android-Hilfe oder XDA Developers. Je nachdem, wie alt das Smartphone ist, kann diese aber natürlich ohnehin schon abgelaufen sein. Dringend anzuraten ist eine Sicherung der eigenen Daten, Software und Anwendungen, bevor ein Custom-ROM installiert wird. Eine der beliebtesten Apps hierfür ist das kostenlose Titanium Backup, das aber selbst Root-Zugang benötigt.

CyanogenMod ist die bekannteste Lösung

Die wohl bekannteste alternative Android-Version ist CyanogenMod [Link entfernt] . Die mittlerweile erschienene zehnte Version der selbst entwickelten Android-Software basiert auf Android 4.1 Jelly Bean und ist bereits für viele Smartphones erhältlich, für andere gibt es als stabile Version immerhin CyanogenMod 9, also Android 4.0 Ice Cream Sandwich. Eine Liste mit einigen unterstützten Geräten findet sich auf der CyanogenMod-Webseite [Link entfernt] , die benötigten Dateien zum Download für sogar noch mehr Geräte, als auf der Homepage angegeben, sind bei get.cm [Link entfernt] hinterlegt. Sogar eine Version für das nagelneue Samsung Galaxy S3 gibt es bereits. Die Entwickler bieten entweder als stabil geltende Versionen an, täglich aktualisierte sogenannte Nightly Build oder experimentelle Varianten, die meist noch fehlerbehaftet sind. Der aktuelle CyanogenMod 10 wird künftig auch in monatlich erstellten Versionen, den M-Builds, angeboten. Diese sollen häufiger erscheinen als die stabilen Varianten, dabei aber ebenso gut laufen und neue Features aus den Nightly Builds enthalten.

Die Jelly-Bean-Optik überzeugt mit modernen Icons und elegantem DesignDie Jelly-Bean-Optik überzeugt mit modernen Icons und elegantem Design Um nun CyanogenMod auf dem eigenen Smartphone zu installieren, sind zunächst einige Vorbereitungen zu treffen. Neben dem erwähnten Root-Vorgang und der unbedingt empfohlenen Datensicherung sind die benötigten Dateien herunterzuladen und auf dem Smartphone zu speichern. Dabei hat der Nutzer die Wahl zwischen dem internen Speicher und einer eventuell vorhandenen Speicherkarte, wobei der interne Speicher bevorzugt werden sollte. Die Dateien für den aktuellen CyanogenMod 10 sind derzeit knapp 130 MB groß, es empfiehlt sich also der Download über WLAN. Dazu sollte noch das zusätzliche Paket gApps heruntergeladen werden, dass die Google-Dienste enthält. Dann muss das Handy neu gestartet und in den Recovery-Modus gebootet werden. Das entspricht in etwa dem BIOS eines PCs.

Dieser Vorgang geht bei jedem Hersteller anders. Beim Motorola Milestone 2 müssen beispielsweise die Taste X auf der Tastatur, der Kamera-Auslöser und der Power-Button gleichzeitig gedrückt werden, bei den meisten Samsung-Handys gelingt es mit der Kombination aus Power-, Home- und Lauter-Knopf. Danach muss über ein ebenfalls bei jedem Gerät leicht anderes Menü der Handy-Speicher gelöscht und das neue System auf den Flash-Speicher übertragen werden. Danach wird neu gestartet, der Boot-Vorgang wird zunächst einmal länger dauern als gewöhnlich. Aber wenn alles geklappt hat, erscheint der Start-Screen von CyanogenMod und das aktuelle Android ist da. Dann schnell die Sicherungs-App - beispielsweise Titanium Backup - wieder installieren, die eigenen Daten und Anwendungen zurückholen, und fertig.

Es gibt allerdings nicht nur CyanogenMod auf dem Markt - weitere Alternativen zeigen wir auf der nächsten Seite.

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