Android 8.0

Google plaudert über Details zu Android 8.0

In einer der beliebten Ask-Me-Anything-Sessions bei reddit hat das Entwickler-Team hinter Android 8.0 O Stellung zu einigen Fragen bezogen. Unter anderem stand Project Teble im Fokus und noch weitere Dinge.
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Als Google ankündigte, mit der nächsten großen Android-Version den Update-Mechanismus zu verändern, waren zahlreiche Android-Fans in heller Aufregung. Mit Project Treble soll der Ansatz für Android-Updates beginnend mit Android 8.0 quasi komplett verändert werden. Tatsächlich erfolgt die Aktualisierung des Kernsystems künftig unabhängiger von Herstellern und genau das und noch einiges mehr hat Googles Entwickler-Team in einem reddit AMA (Ask Me Anything) zur nächsten Android-Version erzählt.

Der Gedanke hinter Project Treble

Unter anderem werden Hersteller-Anpassungen durch eine spezielle API-Schicht strikter vom eigentlichen Betriebs­system abgekoppelt und lassen sich unabhängiger von der Android-Version weiter­entwickeln. Dadurch, so das Kalkül von Google, ist die Bereit­stellung neuer Android-Updates für OEM-Partner erheblich einfacher und auch kosten­günstiger. Letzten Endes vereinfacht Google damit die Wartung für Hardware-Hersteller und gibt ihnen die Möglichkeit, die eigenen Geräte besser und vor allem länger aktuell zu halten - einschließlich der preiswerten Smartphones.

Die Frage bleibt nur, ob sich Samsung, HTC, LG, Sony und Co. auch tatsächlich die neuen Möglich­keiten zu Nutze machen. So ist das Prinzip mit der Schatten-Partition von Android 7.0 Nougat, womit nahtlose Updates im laufenden Betrieb ermöglicht werden, von den wenigsten Herstellern überhaupt adaptiert worden. Zumindest bei einigen Herstellern werden daher begründete und nach­vollzieh­bare Zweifel gehegt. Alle Details zu den Ambitionen will Google zu gegebener Zeit auf source.android.com veröffentlichen, was in erster Linie für Entwickler und Hersteller von Interesse sein dürfte.

Zumindest ist fest geplant, dass jedes neu erscheinende Gerät, dass mit Android 8.0 ab Werk ausgeliefert wird, die Funktion im Rahmen von Project Treble nativ unterstützt. Anzumerken ist, dass anscheinend die beiden aktuellen Pixel-Modelle die einzige Ausnahme darstellen und mit dem Update auf Android 8.0 ebenfalls Project Treble unterstützen. Der Vorteil offizieller Entwickler-Geräte.

Die Sache mit SafetyNet

Android 8.0 OGoogle gibt sich gesprächig zu Android 8.0 Interessant ist auch, dass die Entwickler Stellung bezogen haben zu den jüngsten Entwicklungen rund um die Sicherheitsfunktion SafetyNet. Unter anderem wird bei einer fehlgeschlagenen SafetyNet-Überprüfung die Nutzung von Banking- und Bezahl-Apps verweigert, sowie tauchen manche Apps gar nicht erst im Google Play Store mehr auf. Trauriges Beispiel war zuletzt Netflix, was Befürchtungen vor einer geplanten Root-Blockade verstärkte.

So wurde erklärt, dass der Spagat zwischen Sicherheit und geschäft­lichen Entscheidungen sehr schwer sei und im Zweifelsfall die Sicherheit Vorrang hat. Dennoch stören sich insbesondere Poweruser an SafetyNet, die Herr über ihr Gerät bleiben wollen, trotz Root-Zugriff für nützliche Sachen wie das Xposed-Framework oder Magisk-Module. Kurzum: Google wird die Verantwortung zum SafetyNet-Check weiterhin in der Hand von App-Entwicklern belassen, sodass die Befürchtung, dass Android-Geräte nicht mehr dem Nutzer gehören, immer stärker wird.

Eine Themes-Engine wird kommen

Neben den wichtigen Sachen wie Project Treble oder SafetyNet, zeigten sich Googles Android-Entwickler auch zum Thema Themes-Engine für Android sehr gesprächig. So sei man bei Google nicht prinzipiell gegen eine solche fest in Android eingebaute Funktion, es mangelt lediglich derzeit noch an der perfekten Umsetzung. Dazu gehören auch passende API-Schnittstellen für Entwickler. Denn bei der Entwicklung einer solchen Engine zur optischen Veränderung von Android müssen mehrere Teil­aspekte berück­sichtigt werden. Insbesondere Apps von Dritt-Entwicklern als auch Kern-Apps von Herstellern und Google-eigene Apps stellen das Team vor eine Heraus­forderung, die jeweilige Optik an die Oberfläche anzupassen.

Zudem muss ein wechsel­bares Theme auf diversen Ebenen mit dem System zusammen­spielen, sei es bei Kontrast­einstellungen, Bedienungs­hilfen, Farben oder grund­legenden System­funktionen. Per API-Schnitt­stellen muss Android klar definieren, welche Aspekte überhaupt veränderbar sind. Außerdem müssen in gewisser Weise auch Hersteller-eigene Anpassungen mit berück­sichtigt werden. Aktuelle Lösungen von Herstellern haben genau dieses Problem: Sie decken nicht alles von Android ab, was der Nutzer so zu Gesicht bekommt.

Interessante Randnotiz: Googles Versuche eine richtige Themes-Engine zu implementieren basieren einmal mehr auf einer Vorarbeit von Sony. Genauer gesagt kommt die RRO-Layers-Engine der Japaner zum Einsatz, was optimistisch gesehen daher fester Bestandteil von Android werden könnte.

Weitere Optimierungen geplant

Die AMA-Session fördert aber auch noch andere Dinge zu Tage, die Google über Android 8.0 hinaus in Planung hat. Die native Unter­stützung von Displays mit 120 Hertz Bild­wiederhol­rate gehört zwar auch dazu, aber hand­feste Informationen dazu gab es nicht. Einzig das man seit Jahren schon darüber nachdenke. Mehr als das ist nicht passiert, sodass Hersteller wie Sharp selbst aktiv werden und ihre mit 120-Hertz-Displays ausgestatteten Geräte entsprechend anpassen müssen.

Umso erfreulicher ist dann wieder, dass die Entwickler die Teilen-Funktion verbessern wollen. Sie sind sich sehr wohl bewusst, dass das direkte Teilen zu Messenger-Kontakten sowie an Google-Dienste zu langsam arbeitet. Wann genau eine Lösung kommt ist nicht klar, lediglich das bereits aktiv an einer Lösung mit deutlich besserer Leistung gearbeitet wird. Den Informationen nach könnte ein Push-basierender Ansatz gewählt werden, was die Latenz deutlich verringern kann.

Sogar zu Android Wear hatten sich die Entwickler geäußert. So war zu erfahren, dass haupt­sächlich im Kern Verbesserungen einfließen werden, was vor allem die neue Art der Limitierung von Hinter­grundd­iensten und Benach­richtigungs­kanäle umfasst. Allein eine spürbar bessere Akku­ausdauer dürfte so manchen Smartwatch-Träger mit Android Wear erfreut aufhorchen lassen.

Und last but not least sprachen die Google-Entwickler noch ein wenig über Bluetooth. Dieses soll mit Android 8.0 stabiler arbeiten als bisher, sodass Übertragungen von Daten zuverlässiger sowie schneller ablaufen.

Jedenfalls steigt bei einigen schon die Vorfreude, zumal Android 8.0 früher als geplant erscheinen könnte.

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