Zwischenbilanz

Das bietet die Plattform Android TV

Im Smart-TV-Bereich ist Google neben dem Stick Chromecast mit der Plattform Android TV im Markt. Nach über einem Jahr ziehen wir Bilanz: Lohnt sich die Plattform?
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Am 25. Juni 2014 hat der Konzern Google die Plattform Android TV vorgestellt. Das Betriebssystem kann sowohl in Fernsehgeräte als auch in Set-Top-Boxen und Mediaplayer oder Spielekonsolen integriert werden. Google erhoffte sich damit einen ähnlichen Siegeszug wie mit seinem Betriebssystem auf Smartphones und Tablets. Nach über einem Jahr ziehen wir nun Bilanz: Welche Geräte haben das Portal integriert, was bietet es inzwischen, und lohnt sich der Kauf eines Gerätes mit Android TV?

Das Angebot von Android TV

Sharp-4k-Fernseher mit Android TVSharp-4K-Fernseher mit Android TV Prinzipiell hat Google Android TV nach dem Vorbild des Betriebssystems Android für Smartphones und Tablets geschaffen. Wie das mobile Pendant steht die Software-Plattform allen Hardware-Herstellern und auch Gerätetypen offen. Die Plattform läuft sowohl auf Fernsehern als auch auf Set-Top-Boxen oder Spielekonsolen. Die Hauptfeatures sind Filme, Musik, Spiele und der Dienst Google Cast.

Apps für Android TV stehen im Google Play Store zum Download bereit. Hier gibt es einen Überblick über alle Applikationen. An Bord sind die wichtigsten Mediatheken, Apps von zahlreichen Fernsehsendern und Online-Videotheken oder Videoabspieler. Der limitierte interne Speicher einiger Endgeräte ist einer der Gründe, warum Google für Android TV nicht Zugriff auf alle Apps aus dem Play Store oder andere konzerneigene Dienste anbietet.

Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot an Online-Spielen, die auf dieser Seite aufgeführt sind. Die meisten Apps und Spiele sind kostenlos, für einige muss der User jedoch zahlen. Android TV bietet seinen Nutzern zusätzlich noch die Möglichkeit, in die Online-Videothek und den Musik-Store von Google einzutauchen und bequem von der Couch aus Filme, TV-Serien, ganze Alben oder auch einzelne Tracks zu kaufen.

Wie bei jedem Smart-TV-Portal ist auch bei Android TV ein Browser zum freien Surfen vorhanden. Bisher ist das der Opera-TV-Browser, Google arbeitet jedoch laut eigenen Angaben an einer TV-Version des eigenen Browsers Chrome. Ein weiterer Bestandteil von Android TV ist Google Cast. Wie beim Chromecast-Stick kann der Benutzer hierbei den Bildschirminhalt seines Smartphones oder Tablets auf den TV-Bildschirm projizieren.

Das Geräteangebot bei Android TV

Nvidia Shield: Settop-Box mit Android TVNvidia Shield: Settop-Box mit Android TV Diverse Endgeräte nutzen inzwischen die Android-TV-Plattform. Von einem ähnlichen Standard wie bei Smartphones oder Tablets kann jedoch keine Rede sein, denn die Anzahl der Modelle ist noch überschaubar. Im Bereich der Fernsehgeräte hat Sony die 4K-Modelle X94C, X93C, X85C, X83C und die Full-HD-Fernseher W85C und W80C in verschiedenen Größen und Preisklassen ab 900 Euro mit der Google-Plattform in den Markt gebracht.

Auch Philips bietet erste TV-Modelle mit Android TV an, etwa seine 7600er- und 8100er-Serie. Von Sharp gibt es diverse Fernsehgeräte der UH30- und UE30-Linie mit dem SmartTV-Portal von Google. Im Bereich der Media Player nutzt der Asus Google Nexus Player die Android-TV-Plattform, im Bereich der Gaming- und Streaming-Boxen Nvidia Shield und Razer Forge TV.

Lohnt sich Android TV?

Wer ein bisschen mehr aus einem Smart-TV holen möchte, für den bieten sich die Geräte mit Android TV an. Die Plattform bietet mehr Apps und Spiele als die anderen Internet-TV-Portale, obwohl sie nur eine geringe Auswahl aus der Welt des Play Store darstellen. Allerdings ist das Google-Angebot noch weit von einem Standard bei internetfähigen Fernsehern und anderen Gerätekategorien entfernt, und die Geräte sind auch noch vergleichsweise teuer.

Ein ähnlich umfangreiches Angebot an Apps und viele identische Funktionen bietet Google mit dem Chromecast-Stick. Und diesen gibt es inzwischen schon für unter 30 Euro im Online-Handel. Wer also nicht ohnehin einen älteren oder defekten Fernseher austauschen muss, für den ist diese Variante in jedem Fall kostengünstiger und nicht minder attraktiv.

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