Android

Launcher-Apps: Android einfacher oder individueller machen

Android kann ganz schön kompli­ziert sein, oder in der Bedie­nung so, wie man es eben gerne nicht hätte. Doch mit spezi­ellen Apps und Bord­mit­teln des Betriebs­sys­tems lässt sich da einiges machen.

Android kann durch Launcher-Apps angepasst werden (Im Bild: Die Benutzeroberfläche auf einem Samsung Galaxy S20 Ultra) Android kann durch Launcher-Apps angepasst werden (Im Bild: Die Benutzeroberfläche auf einem Samsung Galaxy S20 Ultra)
Foto: teltarif.de
Die Benut­zer­ober­fläche von Android-Smart­phones unter­scheidet sich meist von Hersteller zu Hersteller etwas. Und obwohl das Bedien­kon­zept im Prinzip immer gleich ist, können sich Nutze­rinnen und Nutzer von der Funk­tions­fülle und Darstel­lung über­for­dert fühlen. Oder sie sind schlicht genervt davon. Gut für alle, die es anders struk­turiert oder simpler mögen: Laun­cher-Apps und Android-Bedien­hilfen können die Probleme lösen.

Die Android-Benut­zer­ober­fläche kann durch Laun­cher ersetzt werden. Diese Apps hüllen das ansonsten unver­änderte Betriebs­system in ein neues Gewand. Viele Laun­cher können den Funk­tions­umfang sogar noch erwei­tern, etwa der popu­läre Nova Laun­cher.

Oder sie orien­tieren sich an Design und Diensten bestimmter Hersteller, wie etwa der offi­zielle Micro­soft Laun­cher oder der Lawn­chair Laun­cher, der Ober­flä­chen und Funk­tionen von Googles Pixel-Smart­phones bieten möchte. Andere App wie etwa der Evie Laun­cher setzen wiederum auf mini­malis­tische Bedien­ober­flä­chen.

Android Beine machen

Android kann durch Launcher-Apps angepasst werden (Im Bild: Die Benutzeroberfläche auf einem Samsung Galaxy S20 Ultra) Android kann durch Launcher-Apps angepasst werden (Im Bild: Die Benutzeroberfläche auf einem Samsung Galaxy S20 Ultra)
Foto: teltarif.de
Der Austausch des Stan­dard-Laun­chers kann sogar zu einem Perfor­mance-Gewinn führen, berichtet das "Heise online": Einige Smart­phone-Hersteller neigten dazu, das Android-Basis­system mit einer eher trägen Benut­zer­ober­fläche zu verän­dern. Ein leicht­gewich­tiger Ersatz-Laun­cher könne vor allem bei schwä­cheren Smart­phones für einen Geschwin­dig­keits­schub sorgen.

Doch wie bringt man einen Laun­cher zum Laufen? Ganz einfach: Die App aus dem Play Store herun­ter­laden und instal­lieren. Danach wird der jewei­lige Laun­cher beim Druck auf den Home-Button als Option ange­zeigt und kann zur Verwen­dung ausge­wählt werden. Die Rück­kehr zur Stan­dard-Ober­fläche des Smart­phone-Herstel­lers erfolgt einfach per Deinstal­lation des alter­nativen Laun­chers.

Es gibt aber auch gute Argu­mente gegen alter­native Laun­cher, meint Digital-Coach Nicole Kirch­hoff aus Münster: "Bei der barrie­rearmen Einrich­tung eines Smart­phones ist es wichtig, dass nicht zusätz­liche Barrieren einge­baut werden: Ein Laun­cher verän­dert die Ober­fläche eines Smart­phones stark. Es kann vorkommen, dass bestimmte Funk­tionen nicht mehr so ablaufen, wie gewohnt und Fehler­mel­dungen oder unklare Abfragen auftreten."

Keiner kennt sich aus

Das könne zu Verun­siche­rung führen. Wenn dann jemand Hilfe in seinem Umfeld sucht, könne es passieren, dass sich niemand mit dem spezi­ellen Laun­cher auskennt, was die Verun­siche­rung noch verstärkt, warnt Kirch­hoff. In dieser Hinsicht sei der Laun­cher des Herstel­lers verläss­licher. Damit sei es dann wichtig, zu fragen, welche Funk­tionen und Apps täglich benö­tigt werden. Damit, und nur damit, wird dann eine Start­seite einge­richtet.

Auf manchen Smart­phones lässt sich auch ein einfa­cher Modus einschalten, der gewisse Funk­tionen ausblendet. Doch auch der einfache Modus sei nicht immer unpro­ble­matisch, sagt Kirch­hoff. Denn: "In der Praxis zeigt sich oft, dass es nicht so einfach vorher­sehbar ist, welche Funk­tionen benö­tigt werden. Und dann ist es viel schwie­riger oder nicht möglich, bestimmte Funk­tionen und Einstel­lungen zu finden".

Aber auch ohne alter­native Laun­cher und ohne akti­vierten einfa­chen Modus bieten Android-Smart­phones sinn­volle Bedien­hilfen an. Mit der Vorle­sefunk­tion etwa können Menschen, denen das Lesen auf dem Smart­phone schwer­fällt, Texte und Objekte auf dem Bild­schirm antippen und sich vorlesen lassen, empfiehlt Kirch­hoff. Darüber hinaus könne mit der Talk­back-Funk­tion das Smart­phone sogar komplett durch Sprach­steue­rung und Gesten bedient werden, was sich für Blinde oder stark Sehbe­hin­derte anbiete.

Bedien­hilfen und Assis­tenten

Kirch­hoff empfiehlt, bei der Einrich­tung des Geräts auf die Bedürf­nisse des jewei­ligen Menschen zu schauen: Bei Sehschwä­chen können Schrift und Symbole in den Bedien­hilfen vergrö­ßert oder bestimmte Farb­kor­rek­turen einge­stellt werden. Für Nutzende mit Hörpro­blemen bietet sich mögli­cher­weise der Google Audio­ver­stärker an, mit dem Umge­bungs­geräu­sche durch ein ange­schlos­senes Paar Kopf­hörer mit Mikrofon aufge­nommen und verstärkt werden können. Dieser muss aller­dings zusätz­lich instal­liert werden. Mögli­cher­weise könne auch die Diktier­funk­tion beim Verfassen von Nach­richten helfen oder der inter­aktive Sprach­assis­tent Google Assistant genutzt werden, empfiehlt Kirch­hoff: "Viele alltäg­liche Smart­phone-Funk­tionen können so genutzt werden, ohne das Smart­phone in die Hand zu nehmen oder hinzu­schauen: Zum Beispiel Wecker stellen, Wetter­bericht abrufen, Anrufe tätigen, Nach­richten schreiben, Infor­mation im Internet finden und sehr vieles mehr."

Notizen-Apps für Smart­phone, Tablet oder den Desktop gibt es fast wie Sand am Meer. Wir haben uns einige Dienste einmal ange­sehen.

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