Android-Vorstellung

Android 4.4 benötigt weniger Speicher und bringt mehr Funktionen

Nexus-Smartphones erhalten Update bald - andere Hersteller folgen
Von Hans-Georg Kluge
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Google hat am gestrigen Abend das lange erwartete Android Kitkat 4.4 zeitgleich mit dem Nexus 5 veröffentlicht. Die neue Version bringt einige neue Funktionen. Ganz spektakuläre Neuerungen sind zwar nicht dabei - einige Verbesserunen dürften die Android-Plattform auf lange Sicht aber weiter bringen. Es zeigt sich auch: Die am gestrigen Tag vorab bekannt gewordenen Details von Android 4.4 haben sich bestätigt.

Neue Features: Weniger Speicherbedarf und schnelleres Multi-Tasking

Die Telefon-App sortiert jetzt Kontakte.Die Telefon-App sortiert jetzt Kontakte. Google hat die Speicherverwaltung des Systems verbessert. Das soll für besseres Multi-Tasking sorgen und Vorteile für Geräte bringen, die über wenig Speicher verfügen. Denkbar ist, dass diese Optimierung auch für kommende Wearables wie Smartwatches gedacht ist. Für aktuell auf dem Markt befindliche Smartphones ist diese Nachricht aber wohl irrelevant: Updates auf neue Versionen stehen hier wohl nicht mehr an.

Insgesamt will Google die Geschwindigkeit des Touchscreens verbessert haben. Nexus-5-Besitzer werden zusätzliche Hardware-Optimierungen erhalten, wogegen auf anderen Smartphones nur die Verarbeitung der Signale beschleunigt wird.

Auch am Browser hat Google gearbeitet: Binden Apps über eine Android-Komponente Webseiten ein, werden diese nun mit der Chromium-Browser-Engine dargestellt. Bislang kam dafür der einfache Android-Browser zum Einsatz, der schon seit einiger Zeit nicht mehr aktualisiert wurde.

An der Sicherheit des Systems hat Google geschraubt. Verschärfte Sicherheitsbestimmungen in der Implementierung von SELinux verhindern, dass Malware Sicherheitsmaßnahmen umgehen kann.

Verbesserungen im Detail: Bessere E-Mail- und Telefon-App

Mehr Leistung für Multi-Tasking mit Android 4.4Mehr Leistung für Multi-Tasking mit Android 4.4 Mit Android Kitkat erhält der Android-E-Mail-Client eine dringend benötigte optische Auffrischung. Hier hat Google die Navigation verbessert und das Design der Gmail-App angeglichen.

Nachdem Android 4.3 bereits eine Auto-Vervollständigung von Kontakten in der Telefon-App brachte, kommen auch in Android Kitkat hier neue Funktionen. Zunächst zeigt Android häufig angerufene Kontakte priorisiert an. Außerdem versucht die App bei einem unbekannten Anrufer herauszufinden, ob die Rufnummer einem lokalen Unternehmen bei Google Maps zuzuordnen ist.

Apps können jetzt einen sogenannten Immersive-Mode aktivieren. Damit verschwinden neben der Benachrichtigungsleiste auch die Software-Buttons, die Android seit Version Gingerbread (3.0) einsetzt. Um diese wieder anzuzeigen, können Nutzer vom oberen oder unteren Bildschirmrand ins Display wischen - allerdings müssen Apps diesen Anzeigemodus explizit unterstützen.

Google hat außerdem eine Druckfunktion in Android implementiert. Außerdem können Apps wie Quickoffice auf zuletzt verwendete Dateien zugreifen oder diese in der Cloud speichern.

Viele Verbesserungen kommen über Apps im Play Store - nicht nur für Android 4.4

Die genannten neuen Funktionen betreffen das Android-Betriebssystem. Google hat in den letzten Monaten damit begonnen, viele Features in Apps im Play Store auszulagern, so dass auch Nutzer älterer Android-Versionen auf neue Features zugreifen können. In den kommenden Wochen wird insbesondere die neue Hangouts-Apps an viele Nutzer ausgeliefert. Diese integriert jetzt auch SMS - wir sind gespannt, ob diese Funktion im Alltag Zusatz-Nutzen bringt. Die Google-Tastatur erhält jetzt direkt integrierte Smilies - auch diese Funktion könnte über den Play Store für alle Android-Nutzer kommen.

Updates auf Android 4.4

Mehr Smilies für die NutzerMehr Smilies für die Nutzer Als erstes Smartphone wird das Nexus 5 mit Android 4.4 erscheinen. Google hat bereits bekannt gegeben, dass in den kommenden Wochen weitere Nexus-Geräte wie das Nexus 4, Nexus 7 (2012), Nexus 7 (2013) und Nexus 10 mit einer Aktualisierung an der Reihe sind. Das Samsung Galaxy Nexus wird wohl keine Aktualisierung auf Android 4.4 erhalten - ebenso wenig wie ältere Nexus-Smartphones. Danach dürften die Google-Editionen des Samsung Galaxy S4 und des HTC One mit Aktualisierungen an der Reihe sein.

Wie die Update-Lage für andere Smartphones aussieht, wird sich erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Erfahrungsgemäß dürften einige Samsung-Spitzenmodelle mit einem Update versorgt werden: Bestimmt das Samsung Galaxy S4 und Note 3 - möglicherweise auch deren Vorgänger. In der Mittelklasse hat sich Samsung zuletzt nicht als Update-freudiger Hersteller erwiesen. HTC hat - zumindest für die USA - bereits angekündigt, für das HTC One bald ein Update bereitstellen zu wollen - wie es um das One Mini oder One Max steht, ist noch nicht bekannt. Auch Sony und andere Hersteller dürften Updates für einige ihrer Smartphones entwickeln.

Für viele Smartphone-Nutzer stellt das CyanogenMod-Projekt eine Alternative zur Hersteller-Firmware dar. Hier werden auch ältere Smartphones unterstützt, für die der Hersteller keine Aktualisierungen mehr entwickelt. Möglicherweise kommen hier zum Beispiel Samsung-Galaxy-Nexus-Besitzer zum Zuge. Die Entwicklung dürfte aber noch einige Monate in Anspruch nehmen.

Fazit: Android 4.4 bringt einige gute Neuerungen

Mit Android 4.4 bringt Google zwar nur wenige wirklich sichtbare Änderungen. Aber zumindest sind diese umfangreicher als bei Android 4.2 oder 4.3. Langfristig dürfte die Plattform von der besseren Speicherverwaltung profitieren. Zu hoffen bleibt, dass möglichst viele Hersteller ein Update für ihre Smartphones bereitstellen werden.

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