Smartphone-OS

Android oder iOS: Zwei Systeme, zwei Meinungen

iOS oder Android: Das ist die vielleicht spannendste Frage vor dem Smartphone-Kauf. Wir diskutieren über die Systemfrage.
Von Hans-Georg Kluge /
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Die Marktanteile sprechen eine nur vermeintlich klare Sprache: Android hat einen immensen Vorsprung auf iOS, Apple hat mit seinem iPhone jedoch ein prägnanteres Gesamtprodukt als Google. Doch was spricht eigentlich für die eine, was für die andere Plattform? Wir haben unsere beiden Redakteure Markus Weidner und Hans-Georg Kluge gebeten, ihre Sichtweise auf die beiden Betriebssysteme darzulegen.

Markus Weidner
Pro iOS
Markus Weidner
Das Apple iPhone kam 2007 als Vorreiter der modernen Smartphones auf den Markt. Ich nutze dieses Gerät seit der ersten Generation und möchte es auch heute nicht missen. Zum einen habe ich mich an das iOS-Betrieb­ssystem gewöhnt, zum anderen nutze ich neben dem iPhone seit 2010 auch ein iPad und seit 2011 bin ich auch Mac-User.

Inzwischen bin ich demnach komplett im Ökosystem von Apple verankert - selbst­verständlich ohne den Blick auf die Windows-Welt oder bei den Smart­phones auch auf Android und Blackberry zu vernachlässigen. Damit bin ich bis heute gut gefahren, zumal die Geräte und die jeweiligen Betriebs­systeme gut aufeinander abgestimmt sind.

Auch wenn es insbesondere in den ersten Monaten nach Ver­öffent­lichung von iOS 8 hier und da kleine Schwächen gab, habe ich iOS dennoch als sehr zuverlässiges Betriebs­system kennengelernt, das noch dazu sehr einfach zu bedienen ist. Es kommt dazu, dass ich im Laufe der Jahre unzählige Apps gekauft habe, die nach einem System­wechsel verlorengehen würden.

Nach wie vor gibt es auch Anwendungen, die für andere Betriebs­systeme nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. So gibt es zwar beispiels­weise Sky Go mittlerweile auch in einer Android-Version - allerdings zumindest offiziell beschränkt auf Samsung-Geräte. Ja, man kann die App sideloaden und dann beispiels­weise auch auf meinem Zweit-Handy, dem Sony Xperia Z3 Dual installieren. Nicht jeder Nutzer mag aber "basteln", sondern will sein Smartphone einfach nur benutzen.

Das ist ein weiterer Punkt, der mir bei Android als wichtigstem Kon­kur­renten für iOS nicht gefällt. Die Google-Plattform ist deutlich flexibler, sie bietet mehr Möglichkeiten. Aber wenn mir der Musik-Player beispiels­weise im Shuffle-Modus auch WhatsApp-Sprach­nach­richten vorspielt, nur weil im Verzeichnis, in dem sich diese Audiofiles befinden, nicht auch eine Datei mit dem Namen .nomedia befindet, dann frage ich mich doch, ob das wirklich zweckmäßig ist.

Apple wird darüber hinaus gerne für sein geschlossenes System kritisiert. Das wiederum bietet auch eine gewisse Sicherheit gegen Angriffe von außen. So werde ich wohl auch in Zukunft das iPhone als mein Hauptgerät nutzen.

Hans-Georg Kluge
Pro Android
Hans-Georg Kluge
Ich bin kein Android-Nutzer der ersten Stunde. Meine ersten Erfahrungen mit einem der beiden Systeme machte ich mit dem ersten iPod Touch. Als der in die Jahre kam, wählte ich als Nachfolger das Samsung Galaxy Tab. Später wechselte ich dann vom Blackberry Bold 9700 auf ein Galaxy S Plus. Seither bin ich im Android-Universum zu Hause und kann mir einen Wechsel nicht mehr vorstellen.

Für mich hat Android vor allem als Plattform enorme Vorteile. Beim Hardware-Kauf die freie Auswahl und kann mir je nach Bedarf das richtige Gesamtpaket aussuchen: Mittel­klasse-Handy mit Dual-SIM? Check. Eine High-End-Flunder für den Alltag? Check. Und ein leistungs­starkes Gaming-Tablet? Check again. Im Android-Universum gibt es starke Konkurrenz um die besten Devices, und ich als Kunde profitiere davon. Egal bei welchem Hersteller ich aber ein Android-Smartphone oder -Tablet kaufe: Meine gekauften Apps sind dank des Google Play Stores immer mit dabei.

Bastler und Enthusiasten haben mit Android Ihren Spaß: Da der Quellcode des Betriebssystems offen einsehbar ist, können Entwickler spannende Features auch nachträglich implementieren. Dank Root-Zugriff funktioniert beispielsweise das Xposed-Framework auf fast jedem Android-Smartphone. Es stellt eine Grundlage für alle möglichen Features dar, die fast beliebige Modifikationen am System zulassen (die Verteilung erfolgt über Module, die auch Anfänger installieren können).

Android hat seine Probleme, keine Frage. Viele Hersteller verpennen Updates der Android-Hauptversion, zu viele verkorksen die System-Performance - ob mit mangelhafter Anpassung an die Hardware oder mit Bloatware. Das offenere System macht es außerdem Betrügern leichter, betrügerische Apps auf die Smartphones von Anwendern zu schmuggeln - mit umsichtigen Verhalten lassen sich diese Gefahrenstelle aber abmildern. Im Alltag spielen diese Probleme aber eher keine Rolle.

Warum ich Einsteigern ein Android-Smartphone empfehlen würde: Das System ist ebenso anfänger­freundlich wie iOS. Der entscheidende Vorteil ist aber: Nicht jeder möchte 700 Euro und mehr für ein Handy ausgeben. Es gibt hingegen in der Preisklasse zwischen 150 und 200 Euro Android-Handhelds, die für alle Aufgaben im Alltag gewappnet sind. Beat this, Apple!


Nun sind Sie an der Reihe: Wir konnten hier natürlich nicht alle Aspekte nennen. Welche Unterschiede sehen Sie zwischen Android und iOS? Schreiben Sie Ihre Kommentare doch in unser Forum und tauschen sie sich mit uns und unseren Lesern aus.
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