Beschwerde

Telekom will offenbar gegen Google & Android vorgehen

Nach einem Bericht der New York Times will sich die Telekom bei der EU-Kommission über Google beschweren. Stein des Anstoßes: Android. Dabei geht es um die Marktmacht und die vorinstallierten Apps bei Android.
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Android als Stein des Anstoßes einer Telekom-Beschwerde gegen Google?Android als Stein des Anstoßes einer Telekom-Beschwerde gegen Google? Die Deutsche Telekom hat offenbar genug von Google und seiner scheinbaren Vormachtstellung im Markt. Nach einem Bericht der New York Times (NYT) plant das Bonner Unternehmen, im November eine Beschwerde bei der EU-Kommission einreichen. Dabei geht es dem Vernehmen nach um das Betriebssystem Android. Es wäre nicht die erste Beschwerde gegen Google, die der Kommission vorliegt.

Das Problem von Google ist der Erfolg. Damit einher geht der Vorwurf, die Marktmacht des Android-Betriebssystems zu missbrauchen. Dabei geht es vor allem um bereits vorinstallierte Apps des Google-Konzerns, also beispielsweise Google Mail oder Google Maps, heißt es bei der New York Times. Hersteller, die Android auf ihrem Handy nutzen wollen, könnten dieses nur, wenn sie sich an die Google-Auflagen halten und diese Programme mit installieren. Das Verlockende dabei: Für Android fallen keine Lizenzkosten an.

Android als Trojanisches Pferd?

Für den Anwalt Thomas Vinje ist das "ein Trojanisches Pferd". Der Anwalt vertritt die Fairsearch-Initiative, einen Zusammenschluss von verschiedenen Internetfirmen, denen die Machenschaften von Google ein Dorn im Auge sind. "Google nutzt Android, um Partner zu täuschen, den mobilen Internetmarktplatz zu monopolisieren und Konsumdaten zu kontrollieren", wird der Anwalt im Handelsblatt zitiert.

Von der Telekom gibt es den Berichten zufolge keine Stellungnahme zum Bericht der New York Times. Dem Blatt habe ein Sprecher mitgeteilt, man sei in die Untersuchungen der EU-Kommission involviert. Ob das auch eine förmliche Beschwerde mit sich bringt, wird sich zeigen. Google jedenfalls, so viel dürfte feststehen, wird sich wehren. In der Vergangenheit argumentierte das Unternehmen bereits, dass Hersteller nicht gezwungen würden, Android einzusetzen und Nutzer auch andere Apps als die Google-Produkte nutzen könnten. Dass die eigenen Produkte vorinstalliert seien, sei weniger dramatisch. Schließlich würden auch beim iPhone und bei Windows Phone direkt Apps vorinstalliert.

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