Betriebssystem-Sicherheit

App-Berechtigungen: Google holt zum Rundumschlag aus

Damit eine verges­sene App keinen Scha­ber­nack mit den Berech­tigungen treiben kann, werden diese auto­matisch entzogen. Diese Funk­tion kommt zu einem Groß­teil aller Android-Smart­phones.

Mit dem auto­mati­schen Zurück­setzen von Berech­tigungen will Google die Sicher­heit in Android erhöhen. Im Laufe eines Smart­phone-Lebens können sich verges­sene Apps auf dem Mobil­gerät tummeln, die immer noch für sensible Zugriffe befä­higt sind. Wenn eine Anwen­dung künftig mehrere Monate nicht mehr verwendet wurde, sollen ihre Berech­tigungen wider­rufen werden. Diese Funk­tion wurde mit Android 11 vorge­stellt, tatsäch­lich ist sie aber mit allen Smart­phones ab Android 6.0 kompa­tibel. Google möchte das Feature deshalb ab Jahres­ende auf Milli­arden von Handys bringen.

App-Leichen werden demnächst entschärft

Der automatische Berechtigungen-Widerruf startet großflächig Der automatische Berechtigungen-Widerruf startet großflächig
Google
Der Autor dieses Arti­kels outet sich hiermit als App-Messi. Über 150 Anwen­dungen und Spiele hat er auf seinem Smart­phone gehortet. Aller­dings werden davon nur wenige noch aktiv genutzt. Wahr­schein­lich ergeht es manchen unserer Leser genauso. Klar, könnte eine simple Deinstal­lation die Soft­ware-Zombies verschwinden lassen, aller­dings frisst dies bei einer solchen Fülle entspre­chend Zeit. Google ist sich bewusst, dass viele Anwender Dutzende von unge­nutzten Programmen und Games auf ihren Smart­phones haben, und möchte mitt­ler­weile unge­wollten Zugriffen entge­gen­wirken.

In seinem Entwickler-Blog teilte der Such­maschi­nen­kon­zern mit, das auto­mati­sche Zurück­setzen von Berech­tigungen für Milli­arden von Geräten verfügbar zu machen. Kompa­tibel sind alle Handys ab dem vor sechs Jahren erschie­nenen Betriebs­system Android 6.0 Marsh­mallow. Google Play Services sind zwin­gend erfor­der­lich. Damit fallen beispiels­weise neuere Huawei-Smart­phones unter den Tisch. Das Rollout des Features startet im Dezember.

Wie funk­tio­niert der Berech­tigungen-Widerruf?

Die Funk­tions­weise vari­iert je nach vorhan­denen Android-Schnitt­stellen (API). Ab API-Level 30, das mit Android 11 einge­führt wurde, ist das Feature auto­matisch akti­viert. Berech­tigungen, die Sie beim ersten Start der Apps erteilt haben, fallen nach mehreren Monaten der Nicht­benut­zung weg. Ab API-Level 23 (Android  6.0) bis zu API-Level 29 ist das auto­mati­sche Zurück­setzen von Berech­tigungen zwar gene­rell möglich, muss aber manuell einmalig initi­iert werden. Hierfür findet sich eine entspre­chende Option in den Einstel­lungen.

Es gibt aller­dings Ausnahmen für den Berech­tigungen-Widerruf. Dazu zählen admi­nis­tra­tive Apps von Unter­nehmen und Berech­tigungen, die an Richt­linien von Unter­nehmen ange­passt wurden.

Android 12 erscheint Anfang Oktober und wird das auto­mati­sche Zurück­setzen von Berech­tigungen eben­falls unter­stützen.

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