Neue Features

Android 8.1 Oreo: Google startet Betatest für Pixel-Smartphones

Noch ist Android 8.0 Oreo nicht perfekt und das weiß auch Google. Daher hat der Konzern hinter dem Android-Betriebssystem die Betaphase für das nächste größere Update namens Android 8.1 Oreo für die ersten Geräte freigegeben.
Von Stefan Kirchner
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Dass Google bereits an einem ersten größeren Update für Android 8.0 Oreo arbeitet, war bereits bekannt. Nun hat der Konzern offiziell den Startschuss für die erste Developer Preview der neuen Version gegeben, welche als Beta für Pixel- und ausgewählte Nexus-Modelle verfügbar ist.

Neben einigen kleineren Verbesserungen, die auf der Kritik etlicher Nutzer der Modelle Pixel 2 und Pixel 2 XL basieren, hat Google aber auch einige neue Funktionen eingebaut. Welche das sind, hat der Konzern in einem Blogeintrag bekannt gegeben.

Google hat zudem verkündet, dass die finale Fassung von Android 8.1 Oreo für den Dezember dieses Jahres geplant ist.

Android Go, neuronale Netze und andere Dinge

Android 8.1 OreoGoogle hat die Developer Previev von Android 8.1 Oreo freigegeben Aufmerksamkeit hat Google in größerem Maße Android Go geschenkt, womit neue Android-Versionen auf technisch schwach ausgestatteten Smartphones eine gute Performance bringen sollen. So ist der Ressourcen­verbrauch auf Geräten mit nur 1 GB RAM und noch weniger weiter optimiert worden. Außerdem können Entwickler ihre Apps im Play Store nun splitten. Damit ist gemeint, dass eine App zwei Versionen beinhalten kann: Einmal für Geräte mit viel RAM und für Geräte mit wenig RAM - wodurch der Bezug zu Android Go hergestellt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings mindestens Android 8.1 Oreo als Betriebssystem.

Ebenso integriert Google nun die sogenannten Neural-Network-API, um KI-bezogene Anwendungen auf dem Android-Smartphone sowie Android-Tablet zu beschleunigen. Erste Anwendungen dafür gibt es auch, diese sind allerdings vorerst Google-exklusiv: Der Pixel Visual Core wird mit dieser KI scharf geschaltet und Google Lens zum Erkennen von Objekten in Fotos benötigt diese API ebenfalls. Entwickler haben allerdings vorerst nur eingeschränkten Zugriff auf den Google-exklusiven Chip. Insbesondere Geräte mit KI-optimierten Prozessor­kernen wie der Kirin 970 von Huawei profitieren von der neuen API, welche zudem die Integration der auf KI-Anwendungen spezialisierten Programmier­sprache TensorFlow ermöglicht.

Selbst die Autofill-API, welche das automatische Füllen von Eingabe­masken für Text vereinfachen und sicherer machen soll, wurde von Google überarbeitet. So können Autofill-kompatible Apps wie Passwort-Manager auf neue optische Elemente zugreifen und Nutzer sind in der Lage, Erinnerungen für das Ablauf­datum von Kredit­karten einzurichten.

Die letzte größere Änderung, die Google explizit hervorhebt, ist die neu eingeführte Shared-Memory-API. Darüber können Entwickler ihre Apps noch schneller als bisher auf allgemein genutzte Daten zugreifen lassen, womit sich bestimmte Rechte bezüglich des Schreib­schutzes umgehen lassen, die für manche Apps eher hinderlich sind. Wie genau das Prinzip funktioniert, erklärt Google in seinem Entwickler-Bereich zu Android. Voraussetzung für die neue API ist allerdings mindestens das API-Level 27, aka Android 8.1 Oreo.

Bluetooth und weitere kleine Feinheiten

Die vielleicht praktischste Verbesserung betrifft Bluetooth. So wird der Akku­zustand eines verbundenen Bluetooth-Gerätes direkt neben dem Bluetooth-Icon in den Schnell­einstellungen angezeigt, sodass der Nutzer rechtzeitig Bescheid weiß, wenn das Headset, der Laut­sprecher oder die Smartwatch wieder aufgeladen werden muss. Die prozentuale Anzeige bleibt zwar weiterhin in den Bluetooth-Einstellungen verborgen, aber ein kleines Akku-Symbol mit Füllstands­anzeige ist eine mehr als willkommene Neuerung.

Android 8.1 Oreo
Bluetooth wird funktional in Sachen Akkustandsanzeige
Neben den oben genannten Features haben sich die Google-Entwickler das zahlreiche Feedback der Nutzer zu Herzen genommen. Unter anderem sind die dunklen und hellen Designs der Schnell­einstellungen basierend auf dem Wallpaper nicht mehr exklusiv für die Pixel-Geräte, sondern auch für andere Smartphones integriert worden. Die vom Pixel 2 und Pixel 2 XL bekannte dauerhafte Suchleiste in den Einstellungen wird Standard für alle Android-Geräte und Apps können nicht mehr so häufig wie bisher einen Klingelton auslösen. Durchaus interessant ist wiederum die Möglichkeit von Android 8.1 Oreo, auf besonders energie­hungrige Apps hinzuweisen. Die Funktion lässt sich auf Wunsch auch komplett ausschalten. Damit findet erneut eine von OEM-Partnern entwickelte Funktion ihren Weg in das Android-Betriebssystem an sich.
Android 8.1 Oreo
Energiehungrige Apps kann jetzt auch Android 8.1 Oreo selbst identifizieren
Die weiteren eher kleineren Veränderungen betreffen das Oreo-Icon bei aktivierter ADB-Verbindung sowie ein neues Easter Egg mit dem Oreo-Keks als zentrales Element. Neu ist auch, dass die Navigations­leiste in ihrer Intensität gedimmt werden kann und das Power-Menü der Pixel-2-Geräte für alle frei­gegeben wird. Nicht mehr unterstützt wird die Funktion WLAN im Standby-Betrieb aktiviert zu lassen, beziehungs­weise die Funktions­weise zu ändern. Für Entwickler von Bedeutung wiederum ist die Entfernung des Schalters für den sRGB-Bildmodus. Es wird bereits spekuliert, dass die Funktion an sich in anderer Art später wieder eingebaut werden könnte.

Android 8.1 installieren

Wie bei den vorangegangenen Developer Previews, stellt Google lediglich für die haus­eigenen Modelle der Pixel- und Nexus-Reihe entsprechende Images zur manuellen Installation bereit. Dazu gehören als neue Top-Modelle natürlich das Pixel 2 und Pixel 2 XL, aber auch die erste Generation Pixel und Pixel XL, sowie die Nexus-Modelle Nexus 6P und Nexus 5X. Das letzte unterstützte Modell ist das Android-Tablet Pixel C. Die kompletten Firmware-Images selbst stellt Google an dieser Stelle zur Verfügung, die kleineren OTA-Pakete an dieser Stelle. Um die Developer Preview wieder zu entfernen, ist das Flashen der Stock Firmware notwendig. Alle verfügbaren Images sind an dieser Stelle verfügbar.

Eine Alternative für Nicht-Entwickler ist das offizielle Beta-Programm. Nach der Anmeldung über diesen Link wird die Developer Preview/Beta-Version als normales OTA-Update angeboten. Die finale Version wird im Anschluss über das Beta-Programm verteilt.

Allerdings ist zu beachten, dass sich Android 8.1 Oreo noch mitten in der Entwicklung befindet. Daher können schwer­wiegende Fehler auftreten und Funktionen sowie Apps abstürzen.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, wie Googles neues XL-Smartphone in unserem Test abgeschnitten hat.

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