Ausgemustert

Google zieht Android 2.1 den Stecker

Nach mehr als sieben Jahren hat Android 2.1, Codename Eclair, nun endgültig ausgedient. Google nimmt heute den Android Market endgültig vom Netz und damit die letzte Unterstützung des völlig veralteten Betriebssystems.
Von Stefan Kirchner
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Mit jeder größeren neuen Android-Version führt Google auch ein neues API-Level ein, worüber unter anderem der Zugriff auf den Google Play Store, ehemals Android Market, reglementiert wird. Mit dem heutigen Tag stellt Google den Play-Store-Vorgänger namens Android Market endgültig ein, was praktisch gesehen auch das Aus für Android 2.1 Eclair bedeutet.

Der aktuelle Google-Play-Store-Client benötigt mindestens das API-Level 14, was anders ausgedrückt Android 4.0 Ice Cream Sandwich bedeutet. Android 2.1 Eclair hingegen basiert auf dem API-Level 7 und kann somit nicht auf den Play Store von Google zugreifen. Dafür ist mindestens Android 2.2 Froyo mit dem API-Level 8 notwendig, auch wenn das nur für eine ältere Version der Play-Store-App gilt.

Eclair spielt keine Rolle mehr

Android Market und Android 2.1 EclairGoogle zieht den Stecker: Der Android Market wird ersatzlos eingestellt Statistisch gesehen, spielt Android 2.1 Eclair seit einer gefühlten Ewigkeit keine Rolle mehr. In den monatlich von Google veröffentlichten Zugriffs­statistiken für den Google Play Store ist der Anteil an Geräten mit Android 2.1 Eclair so gering geworden, dass die letzten Zahlen mit 1,2 Prozent im August 2013 veröffentlicht wurden. Danach änderte Google die Methode zur Erfassung, womit der Anteil direkt auf weniger als 0,1 Prozent gefallen ist. Das bedeutet, dass die Version aus den offiziellen Statistiken gefallen ist, da deren Anteil praktisch gesehen nicht mehr messbar ist. Die höchste Verbreitung genoss Android 2.1 Eclair im August 2010 mit ganzen 59,7 Prozent Marktanteilen aller damals verfügbaren Android-Versionen.

In der Zwischenzeit hat auch Android 2.2 Froyo dasselbe Schicksal erteilt und taucht in der offiziellen Statistik von Google nicht mehr auf. Die nunmehr älteste noch offiziell erfasste Android-Version ist Android 2.3.3 Gingerbread mit immerhin noch 0,8 Prozent der gesamten Anteile in der Google-Statistik (Stand: 5. Juni 2017).

Alternative App-Stores

Wer dennoch sein Smartphone mit der alten Android-Version weiter­verwenden will, ist daher auf alternative App-Stores angewiesen. Zwar kann es auch da passieren, dass eine App nicht mehr für das API-Level von Android 2.1 Eclair frei­gegeben ist, aber die Chance über einen alternativen App-Store neue Apps zu finden und Updates für bereits installierte Apps zu erhalten, ist weitaus größer.

Zu den bekanntesten Alternativen für den Play Store gehört unter anderem der Amazon App Store. Dieser hat allerdings wie nahezu jede andere Alternative das Problem, dass nur ein Bruchteil der bei Google verfügbaren Apps auch dort im Angebot stehen. Außerdem hat sich gezeigt, dass Entwickler ihre Apps seltener bei Amazon aktualisieren als bei Google und Amazon zudem weniger Vertrauen bei den Nutzern genießt.

Wer hingegen großen Wert auf Freeware- und Open-Source-Apps legt, wird im F-Droid App Store fündig. Neben einem Online-Katalog im Webbrowser, wo sich die jeweils aktuellen APK-Dateien sowie Source-Code-Pakete herunterladen lassen, gibt es F-Droid auch als App-Store direkt auf dem Smartphone und Tablet mit Android.

Nicht direkt ein App-Store im eigentlichen Sinne ist wiederum die Website APKMirror.com, wo APK-Dateien von kostenlosen Apps aus dem Google Play Store von freiwilligen Helfern hochgeladen werden. Ursprünglich für die jeweils aktuellsten Versionen der Google-Apps gedacht, haben sich schnell Dutzende weitere Apps anderer Entwickler eingefunden. Der Vorteil dieser Plattform ist jedoch, dass es sich um offizielle und signierte APK-Dateien handelt. Das bedeutet, dass die Apps nach Malware durchsucht wurden und sich ganz normal über den Google Play Store aktualisieren lassen. Alleine damit sind sie nicht nur für Nutzer älterer Android-Versionen von Interesse. Unter anderem sind auch Beta-Versionen von Google und anderen App-Entwicklern zu finden.

Last but not least bieten kleinere Entwickler auf ihren Websites Kauf-Optionen ihrer Apps an, wenn der Zugriff auf den Google Play Store nicht möglich ist.

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