Betriebssystem

Android 10 wird in wenigen Tagen zur Pflicht

Google setzt ab Februar bei neu zur Zerti­fizie­rung ange­meldeten Smart­phones die Instal­lation von Android 10 voraus. Dennoch könnten weiter Handys mit veral­teter Soft­ware auf den Markt kommen.

Android 10 wird Pflicht Android 10 wird Pflicht
Grafik/Logo: Google
Im Herbst sind Details zur Zerti­fizie­rung von Android-Smart­phones durch Google durch­gesi­ckert, die eine Ände­rung beinhalten, die schon in wenigen Tagen greift: Google wird nur noch bis zum 31. Januar grünes Licht für neue Smart­phone-Modelle geben, die eine veral­tete Betriebs­system-Version an Bord haben. Nach diesem Stichtag will der Konzern nur noch neue Geräte zerti­fizieren, die vom Hersteller mit Android 10 ausge­liefert werden.

Google will damit offenbar die starke Frag­mentie­rung, die es auf der Android-Platt­form nach wie vor gibt, eindämmen. Vor allem Soft­ware-Entwickler müssen oft unzäh­lige Android-Versionen bei der Program­mierung von Apps berück­sich­tigen, weil zum Teil sogar neue Smart­phones oder Tablets noch mit einer völlig veral­teten Firm­ware-Version auf den Markt kommen.

Tatsäch­liche Wirkung bleibt abzu­warten

Android 10 wird Pflicht Android 10 wird Pflicht
Grafik/Logo: Google
Wie wirkungs­voll die Maßnahme von Google sein wird, ist indes offen. Die Rege­lung bedeutet nämlich nicht, dass schon in wenigen Tagen nur noch Android-Handys auf den Markt kommen, die die aktu­elle Betriebs­system-Vari­ante an Bord haben. Hand­helds, die vor dem Stichtag 31. Januar von Google zerti­fiziert wurden, können auch nach diesem Termin in den Handel gebracht werden. Die Neue­rung greift zudem schon gar nicht bei Handys, die bereits im Verkauf sind. Auch neu in die Läden kommende Exem­plare dieser Hand­helds können weiterhin mit einer veral­teten Firm­ware ange­boten werden - und das, obwohl vermut­lich schon im März die erste Beta-Version von Android 11 bereit­stehen wird.

Open-Source-Version von Android nicht betroffen

Nicht zuletzt können auch ganz neue Android-Handys nach dem 31. Januar mit alter Soft­ware auf den Markt kommen - nämlich dann, wenn der Hersteller auf eine Zerti­fizie­rung durch Google gar keinen Wert legt. Ähnlich wie Huawei bei der Mate-30-Reihe müsste der Anbieter auf die Inte­gration von Google-Diensten verzichten. Statt­dessen könnten die Smart­phones mit der Open-Source-Version des Betriebs­systems auf den Markt kommen.

Höher­wertige Handys werden in der Regel ohnehin mit Android 10 vorge­stellt und ausge­liefert. Bei Einsteiger- und Mittel­klasse-Geräten hatten manche Hersteller in der Vergan­genheit aber keine hohe Prio­rität auf eine aktu­elle Betriebs­system-Version gelegt. Pein­lich ist es, wenn beispiels­weise Black­berry Mobile noch Anfang 2020 auf einer Messe Smart­phones mit der zwei Jahre alten Android-Version 8.1 ausstellt.

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