Aufschwung

Amazon wieder mit Gewinn, Bezos drittreichster Mann in USA

Börsianer haben sich daran gewöhnt, dass der Online-Händler Amazon das Geld schnell wieder in den Ausbau des Geschäfts steckt. Jetzt reichte schon ein bescheidener Quartals­gewinn, um sie zu verzücken.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Amazon hat die Anleger mit einem schmalen Gewinn von 79 Millionen Dollar positiv überrascht. Sie ließen die Aktie des weltgrößten Online-Händlers gestern nachbörslich um rund zehn Prozent steigen. Am Markt war eher ein Quartals­verlust erwartet worden. Im Vor­jahres­quartal hatte Amazon 437 Millionen Dollar Verlust gemacht. Der Umsatz stieg um gut 23 Prozent auf 25,36 Milliarden Dollar.

Amazon macht wieder GewinnAmazon macht wieder Gewinn Mit dem Anstieg der Aktie rückte Gründer und Chef Jeff Bezos nach Berechnungen des Finanz­dienstes Bloomberg auf Platz drei in der Rangliste der reichsten Amerikaner vor. Das Vermögen des 51-Jährigen liege nun bei 55 Milliarden Dollar und vor ihm seien nur Microsoft-Gründer Bill Gates und Investment-Legende Warren Buffet, hieß es.

20-jähriges Jubiläum für Amazon

Bezos hatte Amazon vor 20 Jahren als einfache Online-Plattform für den Verkauf von Büchern gegründet. Am 16. Juli 1995 wurde das erste Buch an einen externen Kunden verkauft, bereits im zweiten Monat nahm Amazon pro Woche etwa 20 000 Dollar ein. 1998 übernahm Amazon in Deutschland die ABC-Bücher­dienst GmbH und stieg somit auch hierzulande ins große Geschäft ein. Seither hat sich das Unternehmen zu einem Weltkonzern entwickelt und wird sogar als einer der weltweit größten Online-Händler gehandelt. Mehr zur Geschichte von Amazon lesen Sie in unserer Geburtstags-Zusammen­fassung.

Amazon verkauft nicht nur Waren aller Art, sondern entwickelt und übernimmt auch diverse Dienste. Zudem fertigt Amazon eigene Geräte unter der Marke Kindle. Auch in diesem Jahr wurden neue Kindle-Fire-Tablets und neue Modelle des Fire TV auf den Markt gebracht. Bekannt sind zudem die E-Book-Reader von Amazon. Mit dem Smartphone Fire Phone (hier im Test) scheiterte der Konzern allerdings an mangelndem Interesse der Kunden.

Cloud-Sparte weiterhin Amazons Zugpferd

Für die schwarzen Zahlen sorgten vor allem das Geschäft in Nordamerika und die Cloud-Sparte, die viele Unternehmen mit Rechenleistung aus dem Netz versorgt.

Dabei ist das Cloud-Geschäft für Amazon sehr lukrativ. Bei einem Umsatz von knapp 2,1 Milliarden Dollar lag der operative Gewinn bei 521 Millionen Dollar. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 78 Prozent bei den Erlösen. Und das operative Ergebnis war mehr als fünf Mal höher.

In seinem Kerngeschäft erzielte der Online-Händler allein in Nordamerika einen in etwa genauso hohen operativen Gewinn von 528 Millionen Dollar. Dafür musste Amazon aber 15 Milliarden Dollar umsetzen. Im internationalen Handelsgeschäft gab es rote Zahlen von 56 Millionen Dollar. Auslöser dürfte der starke Dollar sein, durch den Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in den Büchern niedriger ausfallen.

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