Gerüchte

Streaming-Dienste bei Amazon möglicherweise bald kostenlos

Gerade erst hat Amazon in Deutschland seinen Video-Dienst an Prime gekoppelt, da kommen Gerüchte zu einem kostenlosen Streaming-Angebot des Konzerns auf. Das Wall Street Journal hat entsprechende Quellen aufgetan. Finanziert werden soll der Dienst den Quellen zufolge über Werbung.
Von Thorsten Neuhetzki / Marleen Frontzeck-Hornke
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Amazon bald mit Gratis-Streaming?Amazon bald mit Gratis-Streaming? Gerade erst hat Amazon seinen Streaming-Dienst in Deutschland unter eigenem Namen als Amazon Instant Video eingeführt und an den bisherigen Premium-Versand-Dienst Prime gekoppelt. Nun heißt es, Amazon könnte schon bald auch einen kostenlosen Streaming-Dienst starten. Das berichtet heute das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Insider. Doch das Dementi liefert das WSJ direkt mit. Amazon verfolge keine konkreten Pläne, gratis einen Medien-Streaming-Dienst ins Leben zu rufen, wird eine Sprecherin zitiert.

Beim WSJ heißt es, der neue Streaming-Dienst könnte bereits in einigen Monaten online gehen. Dabei sollen die Inhalte sowohl Lizenzware sein, aber auch Eigenproduktionen. Als Beispiel wird die Serie Betas genannt, die Amazon in einer ersten Staffel bereits für Amazon Instant Video produziert hat. Eine solche Eigenproduktion ist nicht ganz günstig, nach Angaben des WSJ hat Amazon jedoch im vergangenen Jahr ohnehin eine Milliarden Dollar in die Hand genommen, um Eigenproduktionen zu realisieren und Lizenzen zu kaufen. Auch im Bereich Musik soll Amazon dem Bericht zufolge Gratis-Dienste anbieten. Wenn ein Nutzer im Shoppingbereich nach CDs bestimmter Künstler suchen, sollen sie kostenlos die Musikvideos zu sehen kommen.

An Eigenproduktionen kommen große Streaming-Dienste nicht mehr vorbei. Sie gelten - wenn sie gut gemacht sind - als Aushängeschild für einen Dienst. Prominentestes Beispiel dürfte Amazon-Konkurrent Netflix sein. Netflix hatte mit einem hohen Produktionsaufwand die Serie House of Cards in Auftrag gegeben. Zwei Staffeln sind hier inzwischen produziert, die Kosten dafür sollen bei etwa 100 Millionen Dollar liegen. Mit der Serie hat der US-Dienst in seinem Heimatland ein Alleinstellungsmerkmal. In Ländern, in denen Netflix nicht tätig ist, wird die Serie an andere verkauft. So läuft die zweite Staffel derzeit bei Sky Atlantic, die Free-TV-Rechte der ersten Staffel hatte sich ProSiebenSat1 gesichert.

Kommt kommende Woche die Amazon Set-Top-Box?

Amazon hat für den 2. April ein Presse-Event angekündigt, auf dem es um die Pläne für das Video-Geschäft gehen soll. Es wird darüber spekuliert, ob Amazon an diesem Termin die erste hauseigene Set-Top-Box präsentieren wird. Die Kollegen von recode.net haben eine solche Einladung von Amazon erhalten. Darauf ist ein Sofa zu sehen, auf dem Popcorn liegt. Daraus lässt sich schließen, dass es um Video-Angebote für zuhause gehen kann. Damit würde Amazon in direkte Konkurrenz mit der Box Apple-TV und dem Google Chromecast treten.

In unserem Erfahrungsbericht schildern wir Ihnen, wie sich Amazon Prime Instant Video im ersten Monat geschlagen hat.

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