Amazon-Smartphone

Amazon stellt Fire Phone mit 3D-Display ab 199 Dollar offiziell vor

Nach zahlreichen Gerüchten und Spekulationen, die bis ins Jahr 2011 zurückreichen, hat Amazon nun sein erstes eigenes Smartphone vorgestellt. Wir haben die Details zum Fire Phone, das mit einem 3D-Display und neuen Funktionen aufwartet.
Von Rita Deutschbein
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Über Bilder, Beiträge auf Twitter und per Video - Amazon ließ nahezu keine Gelegenheit aus, das heutige Launch-Event in Seattle anzukündigen. Viele erwarteten, dass der Online-Händler und Vater der Kindle-Familie sein erstes Smartphone präsentieren wird. Und wir wurden nicht enttäuscht. Über das Fire Phone wurde bereits seit 2011 spekuliert, nun hat das Smartphone im Zuge eines Launch-Events vor nur 300 geladenen Gästen aus Presse, Entwicklern und Amazon-Kunden endlich das Licht der Welt erblickt. Mit dabei waren die Kollegen von Engadget, die uns mit Bildern versorgt haben.

Amazon Fire Phone

Amazon stellt Fire Phone mit 3D-Display für 199 Dollar offiziell vorOffizielles Pressebild des Fire Phone Die Ausstattung des Smartphones ist nicht überraschend, geistern doch nun schon seit Wochen die vermuteten Daten durch das Netz. Heute wurden sie aber seitens Amazon zum großen Teil bestätigt. Rein technisch bietet die Ausstattung des Fire Phone keine wirklichen Highlights. Ein Quad-Core-Prozessor mit 2,2 GHz von Qualcomm treibt das Amazon-Smartphone an. Für die Grafik sorgt eine Adreno 330. Der CPU zur Seite steht ein 2 GB großer Arbeitsspeicher, der interne Speicher hat eine Kapazität von 32 bzw. 64 GB.

Wie schon bei den Kindle-Fire-Tablets können Nutzer ihre Daten, Apps, Musik oder Videos auch auf den Online-Speicher Amazon Cloud Drive auslagern. Eigene Dateien lassen sich hier bis zu einer Größe von 5 GB ablegen, eine Größenbeschränkung für direkt bei Amazon erworbene Medien oder Programme gibt es nicht. Für den Weg ins Internet bringt das Fire Phone neben WLAN 802.11ac auch UMTS/HSPA sowie LTE mit. Eine Angabe über die Kapazität des Akkus fehlt bislang.

Das Gehäuse des Fire Phone besteht aus einer Mischung aus Glas, Gummi und Metall. Die Vorder- und Rückseite sind mit Gorilla Glass 3 überzogen, die Seiten wurden gummiert, um dem Smartphone einen besseren Grip zu geben. Zusätzlich gibt es haptische Buttons aus Aluminium.

Dreidimensionale Bilder auch ohne Brille

Amazon stellt Fire Phone mit 3D-Display für 199 Dollar offiziell vor3D-Ansicht bei Maps Das wohl größte Highlight des Fire Phone ist das 4,7 Zoll große Display, das zwar nur in HD (1 280 mal 720 Pixel) auflöst, aber ohne den Einsatz einer speziellen Brille in 3D darstellen kann. Möglich machen dies mehrere, auf der Vorderseite angebrachte Infrarot-Kameras, die die Kopfbewegungen des Nutzers erfassen und dadurch Abbildungen dreidimensional aussehen lassen. Amazon nennt diese Funktion "Dynamic Perspective".

Das Fire Phone unterstützt eine Reihe von Gestensteuerungen. Wird das Gerät beispielsweise beim Surfen im Internet nach vorne gekippt, aktiviert dies das automatische Scrollen im Text. Im E-Book kann hingegen mit einem seitlichen Schwenker des Telefons vor- oder zurückgeblättert werden.

Neben den vier Infrarot-Kameras auf der Vorderseite des Fire Phone sind auch zwei Standard-Kameras an Bord. Auf der Front gibt es ein zusätzliches 2,1 Megapixel auflösendes Modell, das vor allem für Selbstportraits und Videochats gedacht ist. Die rückseitige Kamera löst maximal 13 Megapixel auf und verfügt über einen f/2.0-Sensor von Sony. Ihre Stärken soll sie vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen zeigen. Unterstützt wird die Hauptkamera von einem optischen Bildstabilisator, LED-Blitz und Autofokus. Auch einen separaten Auslöseknopf gibt es.

Firefly: Eine Datenbank per Knopfdruck

Amazon stellt Fire Phone mit 3D-Display für 199 Dollar offiziell vorSeitenansicht und Firefly-Button Das Betriebssystem des Fire Phone beruht auf Android. Allerdings ist von dem bekannten Google-System nichts mehr zu sehen, da Amazon dieses sehr stark auf seine eigenen Inhalte angepasst hat. Ähnliches kennen wir bereits vom Fire OS der Tablet-Reihe von Amazon (hier im Test).

Das Fire Phone bringt einige bekannte Funktionen mit. So kann der Nutzer dank Whispersync beispielsweise immer an der Stelle sein E-Book weiter lesen, an der er an einem anderen Gerät unterbrochen wurde. Whispersync synchronisiert den Lesestatus auf jedem Kindle des Anwenders. Zudem ist der Zugang zu Amazon Video und Music bereits vorinstalliert. Über Miracast kann der Bildschirminhalt drahtlos auf den TV gestreamt werden. Sollte es Probleme mit dem Fire Phone geben, steht der Amazon-Support 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Der Online-Händler nennt diesen mit dem Kindle Fire eingeführten Service Mayday.

Vollkommen neu ist hingegen eine Anwendung namens Firefly. Fotografiert der Nutzer Gegenstände, Bar- oder QR-Codes oder Kunstwerke, soll das System diese erkennen und weitere Informationen beispielsweise über Wikipedia bereitstellen. Auch akustische Eingaben werden verstanden. So soll Firefly Musik oder TV-Serien anhand kurzer Ton-Sequenzen erkennen. Die Weiterleitung auf die Datenbank von Amazon ermöglicht anschließend den Kauf des jeweiligen Mediums. Das Fire Phone besitzt einen speziellen Firefly-Button, mit dem die Funktion in Sekundenschnelle gestartet werden können soll.

Preis und Verfügbarkeit

Das Fire Phone wird ab 25. Juli in den USA exklusiv beim Netzbetreiber AT&T erhältlich sein. Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Für das 32-GB-Modell inklusive einem Zweijahresvertrag werden 199 US-Dollar fällig, die 64-GB-Variante des Fire Phone mit Vertrag kostet 299 US-Dollar. Über eine mögliche Verfügbarkeit des Amazon-Smartphones außerhalb der USA gab es am heutigen Abend keine Informationen. Aus der Vergangenheit wissen wir aber, dass Amazon seine Geräte in der Regel einige Zeit nach der US-Einführung auch nach Europa bringt. Ein möglicher Partner hierzulande wäre der Provider Vodafone, mit dem Amazon bereits bei seinen Tablets und eReadern zusammenarbeitet.

Wir haben uns einmal näher mit dem Fire Phone beschäftigt. Wie wir die Leistung des Smartphones einschätzen und ob uns das Gesamtkonzept überzeugt hat, lesen Sie in unserem Kommentar.

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