Kleidungs-Kauf

Amazon Prime Wardrobe: Kleidung erst anprobieren, dann bezahlen

Mit Prime Wardrobe möchte Amazon den Kleidungs-Kauf im Internet vereinfachen. Kunden bezahlen erst nach Anprobe der Kleidungsstücke. Und passt mal was nicht, holt ein Bote die Retour direkt zu Hause ab.
Von Rita Deutschbein
AAA
Teilen (2)

Dass Amazon Kleidung für alle Gelegenheiten anbietet, ist nicht neu. Der Dienst Prime Wardrobe soll jedoch das Klamotten-Shoppen im Internet deutlich vereinfachen - und könnte mit seinem Konzept den stationären Handel gehörig unter Druck setzen. Denn Amazon Prime Wardrobe funktioniert wie folgt: Entscheiden sich Kunden für mindestens drei Kleidungsstücke, liefert der Online-Händler die Ware kostenfrei nach Hause. Der Kunde hat nun sieben Tage Zeit, die Kleidungsstücke in Ruhe anzuprobieren. Erst dann müssen die Teile, die er behalten möchte, bezahlt werden. Bislang wurde die Rechnungssumme von Amazon in den meisten Fällen unmittelbar nach der Bestellung eingezogen.

Mit Rabatten möchte Amazon Prime-Kunden zusätzlich locken. Entscheiden diese sich dafür, mindestens drei Kleidungsstücke zu behalten, gewährt der Händler einen Rabatt von 10 Prozent. Kaufen sie fünf oder mehr Kleidungsstücke, zieht Amazon sogar 20 Prozent von der Rechnungssumme ab.

Amazon startet neuen Dienst Prime Wardrobe
Amazon startet neuen Dienst Prime Wardrobe
Die Waren, die die Kunden nicht behalten möchten, werden wie üblich an Amazon zurückgeschickt. Der Retourenschein liegt der Lieferbox bereits bei, Kosten für den Rückversand fallen nicht an. Das Besondere ist jedoch, dass Kunden das Paket nicht zur Post bringen müssen. Amazon lässt es auf Wunsch vielmehr direkt von der Haustür von einem Boten abholen.

Der Dienst befindet sich in den USA derzeit in der Beta-Testphase. Per E-Mail können sich Kunden informieren lassen, wenn Amazon Prime Wardrobe offiziell startet. In Deutschland wird der Dienst wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. In der Regel testet das Unternehmen seine neuen Angebote zunächst auf dem Heimatmarkt, bevor sie in Europa verfügbar sind. Die Chancen für Prime Wardrobe in Deutschland stehen aber recht gut.

Prime Wardrobe: Wirklich eine Revolution?

So blumig Amazon seinen neuen Dienst auch ausmalt, hierzulande scheinen bestimmte Punkte des Service wenig revolutionär. So gibt es in Deutschland einige Versand-Händler, die Waren an die Kunden schicken und ihnen sogar 14 Tage Zeit geben, diese an- und auszuprobieren. Wer auf Rechnung bestellt muss erst nach Ablauf dieser Frist bezahlen - und zwar nur die Produkte, die er behalten möchte. Der Rest kann ebenfalls kostenfrei zurückgeschickt werden. Allerdings müssen Kunden in Deutschland die Retouren in den meisten Fällen selbst zur Post bringen.

Vor einem Jahr machte Amazon negative Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass der Händler die Konten von Kunden gesperrt hat, die angeblich zu viele Waren retourniert haben.

Teilen (2)

Mehr zum Thema Amazon