Berlin

Amazon Prime Now im zweiten Test: Lange Reise, sichere Ankunft

Wie schlägt sich aktuell der Express-Lieferdienst von Amazon? Wir haben in Berlin erneut eine Bestellung aufgegeben und einen Vergleich zu unserem ersten Test gezogen.
Von Paul Miot-Paschke
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Nachdem wir bereits im Mai diesen Jahres den Express-Lieferservice Prime Now von Amazon getestet haben, tätigten wir am 29. November erneut eine Bestellung. Diesmal landete im Warenkorb unseres neuen Testredakteurs ein buntes Sammelsurium von Produkten des alltäglichen Bedarfs. Explizit waren darunter gekühlte und tiefgekühlte Artikel, um die Lieferzustände besser beurteilen zu können.

Lieferung im 1-Stunden-Zeitfenster nicht möglich

Die 1-Stunden-Lieferung war auch in unserem zweiten Test nicht möglich.Die 1-Stunden-Lieferung war auch in unserem zweiten Test nicht möglich. Unsere Bestellung erfolgte am Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr für das Berliner Postleitzahlengebiet 13347 und begann gleich mit einer Überraschung: Nach Füllung des Warenkorbs wurde, wie schon beim vergangenen Test, die Lieferung im 1-Stunden-Zeitfenster nicht angeboten. Im aktuellen Fall standen für den Wunschtag drei Zeitspannen zur Verfügung (beginnend mit der frühestmöglichen Lieferung zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr). Wir entschieden uns für das Zeitfenster zwischen 20.00 Uhr und 22.00 Uhr. Alternativ wäre es auch möglich gewesen, die Lieferung am nächsten Tag, frühestens im Zeitfenster zwischen 08.00 Uhr und 10.00 Uhr, durchführen zu lassen. Selbst wenn bei unserer Bestellung die 1-Stunden-Lieferung verfügbar gewesen wäre, hätte Amazon dafür allerdings eine Gebühr von 6,99 Euro erhoben. Grundsätzlich beträgt der Mindestbestellwert bei Amazon Now 20 Euro. Nach wie vor ist eine Bestellung ausschließlich über die entsprechende App (für iOS und Android) möglich und setzt eine Verfügbarkeit des Dienstes im entsprechenden Postleitzahlengebiet sowie eine Prime-Mitgliedschaft voraus. Amazon bietet seinen Dienst zurzeit grundsätzlich nur in Berlin und München an.

Nach der Bestellbestätigung ist vor dem Warten

Nach Bestellabgabe passierte erst einmal nicht viel. Wir erhielten eine Bestätigung per E-Mail und uns erreichte die Information, dass unsere Bestellung vorbereitet werde. Erst um kurz nach 20 Uhr sprang die App-Anzeige um und unterrichtete uns darüber, dass ein Lieferant zum angegeben Wohnort unterwegs sei. Wir erfuhren nicht nur den Namen des Lieferanten, sondern es wurde uns auch sein aktueller Standort auf der Karte angezeigt. So konnten wir (mehr oder weniger) live verfolgen, wie sich unsere Bestellung durch Berlin bewegte. Die Karte musste dabei allerdings wie bei unserem ersten Test bereits festgestellt, manuell aktualisiert werden.

Stadtrundfahrt einmal anders

Die Route des Fahrers führte quer durch die Stadt. Vom Prime Now-Lager am Kurfürstendamm ging es erst einmal in die Landsberger Allee, anschließend westlich zum Ernst-Reuter-Platz und darauffolgend in die Straße Alt-Moabit, wo der Fahrer unweit des teltarif.de-Büros auszuliefern schien. Auf seinem weiteren Weg ließ er den Campus Charité Mitte rechts liegen und setzte seine Tour in Richtung Bundeswehrkrankenhaus fort. Nach anscheinend zwei weiteren Zwischenstopps klingelte es gegen viertel vor neun an der Tür. Kurzer Zwischenstopp am Ernst-Reuter-Platz. Die lilane Stecknadel zeigt den Standort des Prime Now-Lagers an.Kurzer Zwischenstopp am Ernst-Reuter-Platz. Die lilane Stecknadel zeigt den Standort des Prime Now-Lagers an.

Der freundliche Fahrer kam schwer beladen mit mehren Taschen und beförderte insgesamt vier verschiedene braune Tüten hervor. Die Tiefkühl-, beziehungsweise Kühlprodukte wurden gesondert in Kühltaschen transportiert. Alle Produkte waren unbeschädigt, die Kühlprodukte noch kalt und die Tiefkühlprodukte noch gefroren. Somit konnten die entsprechenden Artikel problemlos direkt in den Kühlschrank beziehungsweise die Gefriertruhe wandern. Nach Ablieferung meldete der Fahrer die Bestellung als abgeschlossen, woraufhin wir eine Bestätigungs-E-Mail erhielten.

Fazit: Leistung stimmt nach wie vor

Zusammenfassend fällt insbesondere auf, dass nichts besonders auffällt. Mit Ausnahme der fehlenden 1-Stunden-Lieferung erfolgte der Bestellprozess problemlos und die Produkte erreichten im angegebenen Zeitfenster ihr Ziel. Diese Beobachtung deckt sich mit den Erfahrungen unseres ersten Tests.

Natürlich muss beachtet werden, dass Amazon bei der Produktauswahl auf Discounter-Eigenmarken und ähnliche Produkte verzichtet. Das Preisniveau verfügbarer Lebensmittel bewegt sich gefühlt leicht über regulärem Supermarktniveau. Die zukünftige Rentabilität des Dienstes wird vermutlich auch davon abhängen, wie Kunden auf die Preiserhöhung des Prime-Dienstes reagieren.

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