Jubiläum

Amazon Prime feiert in Deutschland seinen 10. Geburtstag

Vor zehn Jahren startete Amazon Prime als Versand-Flat in Deutschland. Der Service wurde seither massiv erweitert - und deutlich teurer. Den Markt revolutioniert hat er aber trotzdem.
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Amazon Prime in Deutschland seit 10 JahrenAmazon Prime in Deutschland seit 10 Jahren Seit seinem Start im Jahr 1994 hat Amazon die Art und Weise, wie Menschen einkaufen, nachhaltig verändert. Der ursprüngliche Online-Shop für Bücher erweiterte stetig sein Sortiment und bietet heute eine Vielzahl von Produkten und Services. Insbesondere die Kauf­ab­wicklung und der Kunden­service haben beim Online-Shopping seinerzeit Maßstäbe gesetzt.

Doch die Konkurrenz schlief nicht, und so musste sich Amazon etwas einfallen lassen, um die Kunden stärker an sich zu binden. Die im Februar 2005 in den USA eingeführte Versand-Flatrate Amazon Prime startete im November 2007 in Deutschland. Nach 10 Jahren lohnt ein Blick darauf, wie der Prime-Service den Markt verändert hat.

Etablierte Versandhändler mussten umdenken

Nachdem Amazon im Oktober 1998 seinen Online-Shop in Deutschland eröffnete, mussten sich die deutschen Versandhändler warm anziehen. Und die gab es bereits zahlreich seit der Weimarer Republik und insbesondere seit der Wirtschaftswunder-Zeit. Otto, Neckermann, Quelle, Baur, Conrad, Bader, jpc, Globetrotter, Hawesko, Klingel, Pearl, Reichelt, Schwab, Walz, Weltbild, Westfalia oder Zweitausendeins: Diese und andere in Deutschland bekannte Versandhändler verschickten bislang monatlich, halbjährlich oder jährlich zum Teil umfangreiche Print-Kataloge an ihre Kundschaft. Bestellt wurde per Brief, Telefon oder Fax. Durch den Erfolg von Amazon wurde die ganze Branche zum Umdenken gezwungen und förmlich ins Internet gedrängt - bekannte Player wie Quelle oder Neckermann haben diesen Prozess nicht überlebt.

Dabei war es unerheblich, ob die Versandhändler ein breites Angebotsspektrum hatten oder sich auf einen Themenbereich fokussierten: Je mehr Produktgruppen Amazon ins Sortiment aufnahm, desto mehr Händler mussten um ihre Existenz fürchten. Wer wie Karstadt, Kaufhof, Tchibo oder die Buchhandelsketten über ein weitverzweigtes Filialnetz verfügte, konnte Amazon durch eine persönliche Abholung der Ware vor Ort ausstechen - die Versandkosten fielen damit weg.

Doch dann schickte Amazon seine Versand-Flatrate Amazon Prime ins Rennen, die wieder alles veränderte.

Prime: Starker Eingriff in den Streaming-Markt

Einen kostenlosen Versand hatten Amazon und andere Versandhändler auch schon vorher geboten, doch entweder war das Angebot zeitlich limitiert, konnte jederzeit geändert beziehungsweise abgeschafft werden oder der Gratis-Versand war auf einige Produktgruppen beschränkt.

Im Februar 2005 startete Amazon in den USA Amazon Prime als Versandkosten-Flatrate mit 2-Tage-Versand, die Flat galt schon zum Start für mehr als eine Million Artikel. Im November 2007 erfolgte dann die Einführung von Amazon Prime in Deutschland mit einigen Millionen Artikeln. Heute sind im Prime-Programm laut Amazon mehr als 30 Millionen Artikel mit Premium-Versand erhältlich.

In den zehn Jahren hat Amazon den Umfang des Prime-Abonnements kräftig erweitert. Allerdings ist damit auch die Jahresgebühr signifikant gestiegen, und zwar von 29 über 49 auf 69 Euro. Prime lässt sich aber auch fallweise für 7,99 Euro pro Monat buchen. Zur Versand-Flatrate kamen in den Jahren Prime Video, Prime Music, Prime Reading, Twitch Prime und Prime Photos hinzu. Abonnenten können darüber hinaus 30 Minuten vor regulären Amazon-Kunden auf Blitzangebote zugreifen und über Amazon Family bei einem Babywindel-Abo 20 Prozent sparen.

Auch bei diesen Zusatzangeboten ist es interessant, wie Amazon den Markt nachhaltig verändert hat: Amazon und andere Online-Shops boten jahrelang einzelne Songs, Alben oder Filme zum Kauf an, doch dann traten Player wie Spotify, Deezer, Netflix oder Watchever auf den Plan und kreierten Streaming-Flats zum Monatspreis. Die Integration von Musik- und Video-Streaming in das Prime-Abo war also eine direkte Kampfansage an die Streaming-Anbieter, wenngleich im Prime-Abo deutlich weniger Musikstücke und Filme enthalten sind. Doch Watchever musste mittlerweile seinen Dienst schließen. Die nächste Schlacht um die Kunden haben Netflix und Amazon mit anspruchsvollen selbst produzierten Serien entfesselt.

Lustige Fakten zu Amazon Prime
Lustige Fakten zu Amazon Prime

Lustige Fakten zum zehnjährigen Jubiläum

Anlässlich des zehnjährigen Prime-Jubiläums hat Amazon einige interessante Fakten veröffentlicht: Mittlerweile sind mehr als 30 Millionen Artikel über den Prime-Versand erhältlich. Die schnellste Lieferung einer Prime-Now-Bestellung in Berlin dauerte gerade einmal 11 Minuten. Mehr als 500 verschiedene Zahnbürsten sind über Prime noch am selben Tag lieferbar. Beim Lebensmittel-Versand Amazon Fresh sind die Bio-Eier der größte Verkaufsschlager.

Der unbegrenzte Foto-Speicherplatz für Prime-Kunden ist ein Feature, dem bisher kaum ein Webhoster folgen konnte. Von den Amazon-Original-Serien konnte bislang "You are wanted" die meisten Zuschauer anziehen. Mit über 12 Millionen Streams ist "Cheap Thrills" von Sia der auf Prime Music am meisten gehörte Song.

In einer weiteren Meldung erläutern wir allerdings, wie Amazon kürzlich die Prime-Vorteile für Haushaltsmitglieder eingeschränkt hat.

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