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Verkehrte Welt: Amazon will Laden in New York eröffnen

Ausgerechnet der Online-Riese Amazon will nun in New York einen stationären Laden eröffnen. Allerdings macht ein Flagship-Store, in dem die aktuelle Amazon-Hardware erklärt wird, durchaus Sinn.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Ausgerechnet den Online-Riesen Amazon zieht es laut einem Zeitungsbericht jetzt unter die stationären Händler. Der Konzern wolle ein Geschäft in New York eröffnen, schrieb das Wall Street Journal. In dem Laden in der Nähe vom Empire State Building sollen Kunden unter anderem online bestellte Waren abholen und nicht mehr erwünschte Artikel zurückgeben können, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Angeblich will Amazon in der Nähe des Empire State Buildings in New York einen Laden eröffnen.Angeblich will Amazon in der Nähe des Empire State Buildings in New York einen Laden eröffnen. Außerdem solle es dort in einer Art Mini-Lagerhaus ein eingeschränktes Sortiment von Waren zur Zustellung am selben Tag innerhalb New Yorks geben. Amazon könne die Fläche auch dazu nutzen, seine Geräte wie Kindle-Tablets oder die Fernsehbox Fire TV zu demonstrieren. Bei einem Erfolg könne das Konzept auch auf andere US-Städte ausgeweitet werden, berichtete die Zeitung. Details wie die Größe des Ladens seien nicht zu erfahren gewesen.

Ausstellungs-Räume in zentraler Lage

Die New York Times fand in Bau- und Immobilienkreisen heraus, dass Amazon das ganze Gebäude in der 34. Straße übernehmen wolle. Allerdings sei unklar, ob dabei neben Büros und Lagerplatz auch ein Amazon-Geschäft herausspringen werde, hieß es. Denn die beiden großen Ladenflächen seien auf lange Zeit an Einzelhändler vermietet. So befänden sich ein Mango- and an Express-Shop in dem Gebäude. Laut News York Times hätte Mango noch nichts von den Amazon-Plänen gehört und keineswegs die Absicht, umzuziehen. Allerdings sollen sich auf der Rückseite des Gebäudes derzeit nicht genutzte Ausstellungsflächen befinden. Amazon wollte die Informationen auf Anfrage der Medien nicht kommentieren.

Amazon hat sein Geschäft darauf aufgebaut, dem stationären Handel mit niedrigen Preisen bei schneller Zustellung Konkurrenz zu machen. Nach dem Start mit Büchern wurde das Sortiment auf zahlreiche Artikel von Elektrotechnik bis hin zu Lebensmitteln ausgeweitet. Auch wird spekuliert, ob Amazons Projekt mit der Auslieferung per Paket-Drohne vielleicht etwas mit mit dem Vorhaben, in Manhatten einen Laden zu öffnen, zu tun haben könnte.

Konzept durchaus sinnvoll

Branchenexperten sind sich jedenfalls einig, dass ein Flagships-Store, in dem die aktuellen Amazon-Produkte wie die unterschiedlichen Kindle-Modelle oder Fire TV ausgestellt und erklärt werden, absolut sinnvoll sei. Kunden würden sich gern ein konkretes Bild machen und Produkte vor dem Kauf selbst einmal in die Hand nehmen. Prominentes Vorbild für derartie Flagship-Stores ist Apple. Mittlerweile gibt es in den Metropolen der Welt mehr als 400 Apple-Stores, in denen Kunden sich iPhones, iPads und Mac-Computer ansehen und erklären lassen können.

Microsoft ist diesem Beispiel gefolgt und hat mittlerweise über 50 Microsoft-Filialen, in denen nicht der Verkauf, sondern das Erklären von Microsoft-Produkten und die Entwicklung neuer Ideen im Vordergrund steht. In vergangenen Jahr hat Microsoft ein Erlebnis-Center in Berlin eröffnet. In dem Microsoft-Center das sich in zentraler Lage an der beliebten Flaniermeile Unter den Linden befindet, will der Software-Gigant nach eigener Aussage mit den Nutzern in Dialog kommen.

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