Ausgesperrt

Amazon: Erneut Fälle von Konto-Sperrungen

Amazon sperrt offenbar weiterhin Kunden aus, die nach Ansicht des Online-Händlers zu häufig von ihrem Rücksenderecht Gebrauch machen. Und auch wenn Kunden auf die erste Warnung reagieren, haben sie gegen die Sperrung kaum eine Chance.
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Im April und Mai wurden mehrere Fälle von Kunden bekannt, deren Amazon-Konten der Online-Händler gesperrt hat. Als Grund gab Amazon zu viele Rücksendungen an. Auch ein Insider meldete sich gegenüber teltarif.de zu Wort und nannte Details, wie Amazon bei solchen Sperrungen vorgeht und wie es überhaupt zur Konto-Sperrung kommt. Seither ist es etwas ruhiger um die Angelegenheit geworden. Das heißt aber nicht, dass Amazon mit der Sperrung von Konten aufgehört hat. Im Gegenteil: Wie uns verschiedene Leser mitgeteilt haben, ist Amazon weiterhin dabei, Mails an seine Kunden zu versenden, in denen der Händler mit Kündigung droht. Und dabei geht Amazon offenbar nicht zimperlich vor, wie ein Beispiel zeigt.

Amazon droht erneut mit Sperren

Amazon: Erneut Fälle von Konto-SperrungenAmazon: Erneut Fälle von Konto-Sperrungen In dem uns vorliegenden Fall hat sich ein Kunde bei teltarif.de gemeldet, der seit mehreren Jahren ein Konto bei Amazon besitzt und über den Händler regelmäßig einkauft. Laut seinen Angaben hat er im Jahre 2014 insgesamt 15 Artikel im Wert von rund 600 Euro bei Amazon bestellt, von denen nicht einer zurückgesendet wurde. 2015 waren es 19 Artikel, deren Gesamtsumme sich ebenfalls auf rund 600 Euro beläuft. Von diesen Produkten gingen vier Sendungen zurück. Im aktuellen Jahr 2016 hat der Kunde ebenfalls bereits 19 Artikel bestellt und davon vier retourniert. Unter anderem soll es sich um Kleidung gehandelt haben, die zum Anprobieren in verschiedenen Größen bestellt wurde. Der Warenwert der 2016er Bestellungen beläuft sich auf etwa 1100 Euro.

Das Einkaufs- und Retouren-Verhalten des Kunden scheint für den Laien recht normal zu sein. Viele Amazon-Nutzer werden sich im Bestellverhalten sicherlich wiederfinden. Skeptiker könnten hingegen argumentieren, dass eine Rücksendung von einem Fünftel der Bestellungen zu viel ist und Amazon berechtigt ist, den Kunden darauf anzusprechen.

Denn dies hat der Online-Händler getan. Im Februar erhielt unser Leser eine E-Mail von Amazon, in der er um Feedback zu seinen "häufigen Rücksendungen" gefragt wurde. Die E-Mail lautete wie folgt:

Subject: Ihr Kundenkonto bei Amazon.de

Guten Tag,

wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Angebot. In den letzten Monaten haben Sie jedoch eine außergewöhnlich hohe Anzahl der bestellten Artikel wieder an uns zurückgesendet. Unserer Erfahrung nach kann eine hohe Anzahl an Rücksendungen darauf hindeuten, dass Kunden mit ihrem Einkaufserlebnis unzufrieden sind. Sollten wir dazu beitragen können, Ihr Einkaufserlebnis zu verbessern, können Sie uns direkt auf diese E-Mail antworten - wir freuen uns über Ihr Feedback.

Der Kunde hat die E-Mail beantwortet - mit Details zu jedem einzelnen zurückgesandten Artikel. Eine Antwort von Amazon gab es seiner Aussage nach, abgesehen von einer automatischen Eingangsbestätigung, allerdings nie.

Amazon will E-Mail nie erhalten haben

Bei Amazon scheint diese Antwort-Mail nie angekommen oder bearbeitet worden zu sein, zumindest sollte ihr "Fehlen" im weiteren Geschehen noch eine Rolle spielen. Denn der Kunde erhielt eine weitere E-Mail vom Online-Händler. Und das kurz nach der Bestellung eines Artikels, der sich auch Tage später noch immer "im Versand" befindet. In dieser E-Mail erhielt der Kunde die Auskunft, dass sein Kundenkonto gesperrt werde, wenn er weiterhin Artikel zurücksende.

Vor einiger Zeit haben wir Sie schon einmal zum Thema Rücksendung angeschrieben. Unsere Qualitätssicherung überprüft jeden einzelnen bestellten Artikel bevor er unser Logistikzentrum verlässt. Da Sie weiterhin eine außergewöhnlich hohe Anzahl Ihrer bestellten Artikel zurückschicken, sind Sie offenbar nicht mit unserem Angebot zufrieden. Leider haben Sie uns bisher nicht über die Gründe hierfür informiert. Bitte geben Sie uns durch Ihre Rückmeldung die Möglichkeit, Ihr Einkaufserlebnis zu verbessern.

Ein Hinweis: Bleibt Ihr derzeitiges Retourenverhalten so außergewöhnlich wie bisher, ohne dass Sie uns eine Begründung mitteilen, bitten wir Sie um Verständnis, dass wir uns das Recht vorbehalten, Ihr Amazon.de Konto zu schließen. Über eine Schließung würden Sie per E-Mail informiert. Derzeit sind Bestellungen über Ihr Konto noch möglich.

Aktuell kann unser Leser also noch Waren bei Amazon bestellen. Allerdings wurde die bereits vor E-Mail-Eingang getätigte Bestellung aus unbekannten Gründen bislang auch Tage nach der Bestellung noch immer nicht versandt. Seltsam mutet zudem an, dass Amazon nie eine Antwort auf die erste E-Mail-Anfrage erhalten haben will.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, welche Folgen Amazon bei einer Konto-Schließung angibt und was Kunden darüber hinaus fürchten müssen.

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