Gewinn

Google & Amazon mit Gewinn - ein Konzern enttäuscht dennoch

Google und Amazon haben ihre aktuellen Quartals­zahlen veröffent­licht. Beide Unternehmen haben Gewinn gemacht. Dennoch sind Anleger von Amazon nicht zufrieden.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Der Internet-Riese Google und der Online-Händler Amazon haben gestern nach US-Börsen­schluss ihre aktuellen Quartals­zahlen veröffentlicht. Beide Unternehmen machten Gewinn, nur eines war damit aber zufrieden.

Googles Stärke im Internet-Geschäft hat seinem Mutterkonzern Alphabet im vergangenen Quartal erneut deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn beschert. Die Erlöse stiegen im Jahres­vergleich um ein Fünftel auf 22,45 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang um gut 27 Prozent auf 5,06 Milliarden Dollar hoch, wie Alphabet mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um 1,28 Prozent zu, weil die Zahlen über den Erwartungen der Börsianer lagen.

Google profitiert von Werbung

Google und Amazon legen Quartalszahlen vorGoogle und Amazon legen Quartalszahlen vor Die Werbeerlöse von Google bleiben dabei die tragende Säule des gesamten Alphabet-Geschäfts. Sie stiegen um 18 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Google verdient nach wie vor das meiste Geld mit Klicks auf Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche. Zugleich wächst aber auch der Beitrag von Werbung bei der Videoplattform YouTube und neuer Werbeformate für Mobil-Geräte.

Dabei fallen die Erlöse pro Klick kontinuierlich mit der Verbreitung von Smartphones - weil für den Werbeplatz auf mobilen Geräten niedrigere Preise im üblichen Auktions­verfahren herauskommen. Google schafft es bisher stets, dies mit einer höheren Klick-Zahl mehr als wettzumachen. Im vergangenen Quartal sank der durchschnittliche Erlös pro Klick im Jahresvergleich um elf Prozent - aber die Zahl der Klicks sprang zugleich um ein Drittel hoch.

Rechenzentren und Pixel-Smartphones schlucken Geld

Spürbare Kosten-Faktoren für Google sind unter anderem auch die Ausgaben für den Betrieb der Rechenzentren sowie der Einstieg ins Geschäft mit eigenen Smartphones mit dem jüngst vorgestellten Modell Pixel.

Unterdessen bleibt es im gesamten Konzern dabei, dass Google mit dem Internet-Geschäft und dem Betriebs­system Android das Geld verdient, während der Rest von Alphabet bei niedrigen Umsätzen hohe Kosten verursacht. Die Erlöse der anderen Bereiche außer Google legten im Jahresvergleich von 141 auf 197 Millionen Dollar zu. Sie verbuchten dabei einen operativen Verlust von 865 Millionen Dollar - das war immerhin eine Verbesserung im Vergleich zu den 980 Millionen Dollar des Vorjahres. Finanzchefin Ruth Porat hatte wiederholt angekündigt, bei den Kosten in den anderen Geschäfts­bereichen strenger zu werden.

Unter den anderen Bereichen sind einige, die noch kein Geschäft darstellen, etwa die Entwicklung von Software für selbstfahrende Autos oder von Liefer­drohnen. Zugleich gehören dazu aber auch solche, die schon am Markt sind, etwa der Heimvernetzer Nest oder Google Fiber, das Glasfaser-Anschlüsse verkauft. Diese Woche wurde der Ausbau des Netzes von Google Fiber in elf Städten gestoppt, der Chef ging. Zuvor waren bereits Führungskräfte bei Nest, dem Roboterwagen-Projekt und der Drohnen-Entwicklung ausgeschieden.

Amazon: Händler macht Gewinn, enttäuscht aber dennoch

Amazon hat im dritten Quartal deutlich weniger Gewinn gemacht als erwartet. Der Überschuss kletterte zwar im Jahres­vergleich von 79 auf 252 Millionen Dollar (231 Mio. Euro), wie der weltgrößte Online-Händler mitteilte. Analysten hatten jedoch mit erheblich mehr gerechnet.

So bereitete der sechste Quartalsgewinn des in der Vergangenheit häufig defizitären Konzerns Anlegern wenig Freude. Die Aktie fiel nachbörslich in einer ersten Reaktion um über sieben Prozent und notierte zuletzt noch mit gut fünf Prozent im Minus.

Beim Umsatz lag das Ergebnis hingegen im Rahmen der Erwartungen. Die Erlöse legten um 29 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar zu. Die unter dem Kürzel AWS geführte Cloud-Sparte boomt weiter und verbuchte ein Plus von 55 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Der ehrgeizige Konzernchef Jeff Bezos peilt mit AWS einen Jahresumsatz von zehn Milliarden Dollar an. Doch den sprudelnden Erträgen aus dem hoch­profitablen Cloud-Geschäft stehen hohe Ausgaben gegenüber.

Hohe Ausgaben für Versand und Logistik

Insgesamt nahmen die operativen Kosten im vergangenen Quartal um etwa 29 Prozent auf 32,1 Milliarden Dollar zu. Beim Online-Shopping-Giganten geht viel Geld für Lieferkosten drauf, zudem wird kräftig in eigene Lager- und Trans­port­logistik investiert.

Für das laufende vierte Quartal stellte Amazon einen Umsatz zwischen 42,0 und 45,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Um das turbulente Weihnachts­geschäft diesmal reibungslos über die Bühne zu bringen, will das Unternehmen rund 120 000 Saisonarbeiter anheuern.

Auch die Hersteller Apple und Samsung haben ihre aktuelle Bilanz veröffentlicht.

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