Lebensmittel

Amazon Fresh: Amazon experimentiert noch

Der Start von Amazon Fresh hat viel Staub aufgewirbelt, nun gibt Amazon selbst aber Entwarnung - man rechne noch mit einer längeren Experimentierphase, bis klar sei, was die Kunden wirklich wollen.
Von Marie-Anne Winter
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Der Start des Lieferdienstes Amazon Fresh sorgte Anfang Mai für Aufregung - doch nun heißt es, der US-Internetriese wolle sich bei der Erprobung seines neuen Dienstes Zeit nehmen. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber : "Bei Projekten wie Amazon Fresh muss man letztlich fünf bis sieben Jahre ausprobieren, bis man weiß, ob es so ankommt."

Der neue Service Amazon Fresh ist hier zu Lande bisher nur in Berlin im Einsatz. Kleber erklärt weiter: "Uns war das Grundproblem klar: So essentiell für den Menschen Nahrungsaufnahme ist, so gut weiß er auch, wo er sie bekommt. Niemand verhungert, wenn Amazon keine Lebensmittel verkauft, und niemand braucht einen weiteren Supermarkt. Deshalb musst du etwas finden, das der Kunde spannend, wertschöpfend oder bequem genug findet, um es auszuprobieren. Und damit experimentieren wir jetzt."

Amazon Fresh: Noch ist nicht klar, was die Kunden wirklich wollen
Amazon Fresh: Noch ist nicht klar, was die Kunden wirklich wollen
Auch Ralf Herbrich, bei Amazon Chef der hiesigen Einheit für maschinelles Lernen , dämpft die Erwartungen: "Ich würde sagen, wir stehen noch ziemlich am Anfang und brauchen da ganz neue Algorithmen." Tatsächlich bringt der Lebensmittel-Lieferdienst ganz neue Anforderungen mit sich: nun müssen die Maschinen darauf trainiert werden, etwa den Reifegrad von Obst und Gemüse genau beurteilen zu können. Wann der Lieferservice in weiteren deutschen Städten startet, wollten die beiden auch noch nicht verraten.

Derweil schreite aber auch die Weiterentwicklung der Sprachassistentin Alexa voran. "Unsere Forschung zu Sprachsteuerung widmet sich entscheidenden Fragen", erklärte Herbrich. "Zum Beispiel wird Alexa irgendwann auch natürliche Stimmlagen erkennen. Egal ob ein Mensch traurig, fröhlich, müde oder wütend ist - Alexa muss das verarbeiten können." Die bisherigen Kundenreaktionen auf das Gerät seien jedenfalls "großartig", versichert Kleber. "Wir sind fest davon überzeugt, dass sie das Leben einfacher machen wird."

Amazon Fresh steht nur Amazon-Prime-Kunden zur Verfügung. Der Dienst kann allerdings im Rahmen einer Probe-Mitgliedschaft 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Danach kostet der Liefer-Service monatlich 9,99 Euro. In diesem Preis sind unbegrenzte Gratis-Lieferungen enthalten.

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