Nachhaltig

Amazon: Cloud-Versorgung mit Ökostrom aus Hamburg

Apple, Face­book oder Google inves­tieren in die Nutzung erneu­erbarer Ener­gien. Cloud-Gigant Amazon nutzt dagegen viel Kohle- und Atom­strom. Das soll sich mit einem Projekt in Spanien ändern, von dem auch eine Hamburger Firma profi­tieren wird.

Der Inter­netgi­gant Amazon will seine oft kriti­sierte Umwelt­bilanz mit einem Ökostrom­projekt in Europa verbes­sern. Für die Versor­gung eines ener­giein­tensiven Rechen­zentrums in Spanien habe sich der Hamburger Ökostrom­produ­zent Encavis einen Groß­auftrag von Amazon gesi­chert, berichtet das Nach­rich­tenma­gazin "Der Spiegel" in seiner aktu­ellen Ausgabe.

Die neuen Hoch­leis­tungs­computer sollen demnach komplett mit Ökostrom betrieben werden. Anders als beim umstrit­tenen Zerti­fikate­handel soll der Strom lokal und direkt für dieses Projekt erzeugt werden.

Das Hamburger Unter­nehmen will für Amazon dafür in Spanien einen eigenen Solar­park in Betrieb nehmen. Er soll eine Kapa­zität von rund 200 Mega­watt haben, das entspricht der Größen­ordnung eines klei­neren Gaskraft­werks. Der Solar­park soll im Herbst in Betrieb gehen. Aus der Anlage heraus soll nicht nur ein Cloud-Rechen­zentrum versorgt werden, sondern auch ein Auslie­ferungs­zentrum des welt­größten Online­händ­lers. Das Gesamt­volumen des Auftrags betrage mehr als hundert Millionen Euro.

Bislang nur 17 Prozent aus erneu­erbaren Quellen

Amazon hatte die Rechner seines Cloud­dienstes AWS in der Vergan­genheit vor allem mit Kohle- und Atom­strom betrieben. In der jüngsten Bewer­tung des Ener­giever­brauchs von Inter­netun­ternehmen durch die Umwelt­schutz­orga­nisa­tion Green­peace von 2017 landete Amazon hinter Apple, Face­book, Google, HP und weiteren Anbie­tern auf Platz 12.

Die Amazon-Rechen­zentren bezogen damals 30 Prozent Strom aus Kohle­kraft, 26 Prozent aus Atom­strom und 24 Prozent Strom aus Gaskraft­werken. Ledig­lich 17 Prozent stammt aus erneu­erbaren Quellen.

Amazon-Plan: Bis 2030 mit 100 Prozent erneu­erbarer Energie arbeiten

Amazon verwies in einem Blogein­trag auf das Klima­schutz­verspre­chen, dass das Unter­nehmen Anfang des Jahres abge­geben habe. Darin hatte der Konzern ange­kündigt, das Pariser Abkommen zehn Jahre früher zu erfüllen und bis zum Jahr 2040 den Netto-Kohlen­dioxid­ausstoß auf Null zurück­zufahren.

"Wir planen auch, bis 2024 mit 80 Prozent erneu­erbarer Energie und bis 2030 mit 100 Prozent erneu­erbarer Energie zu arbeiten", erklärte Amazon-Mana­gerin Kara Hurst, die in dem Konzern für das Thema Nach­haltig­keit zuständig ist. "Wir haben uns verpflichtet, in erneu­erbare Ener­gien zu inves­tieren, als einen entschei­denden Schritt, um unseren CO2-Fußab­druck welt­weit zu verklei­nern."

Der unge­wöhn­liche Groß­auftrag von Amazon stärkt die Posi­tion des Hamburger Ökostrom­produ­zenten Encavis. Unter Leitung des früheren Eon-Mana­gers Dierk Paskert ist Encavis in den vergan­genen Jahren zu einem der größten unab­hängigen Solar­park­betreiber Europas aufge­stiegen.

Amazon plant erst­mals einen größeren Super­markt ohne Kassen. Mehr zu dem Thema lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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