Neuwagen-Kauf

Autos per Prime bestellen? Amazon will zum Auto-Händler werden

Amazon plant Berichten zufolge den Einstieg in das Geschäft mit Neuwagen. In Europa will das Unternehmen künftig Autos verkaufen. Das Personal für die neue Sparte wird bereits gesucht.
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In den USA bietet Amazon bereits seit einiger Zeit eine Bewertungs- und Vergleichsdatenbank für Autos gängiger Marken an. "Amazon Vehicles" nennt der Online-Händler seine Fahrzeug-Datenbank. Doch das Unternehmen möchte das lukrative Geschäft mit Neuwagen offenbar noch mehr für sich nutzen. Wie die Zeitschrift Automobilwoche (via Finanzen.net) berichtet, plant Amazon den Start einer eigenen Auto-Verkaufsplattform in Europa, das von Luxemburg aus gesteuert wird. Als Pilotmarkt ist zunächst Großbritannien im Gespräch.

Amazon hüllt sich stets in Schweigen, wenn es um Zahlen oder Geschäftsstrategien geht. Dass die Pläne für die eigene Auto-Verkaufsplattform immer konkreter werden, zeigt jedoch die Tatsache, dass der Händler bereits damit begonnen hat, Personal zu rekrutieren. Gegenüber der Automobilwoche bestätigte der Branchenexperte Christoph Möller, dass er bei Amazon künftig für den Handel mit Originalprodukten verantwortlich sein wird. "Ich leite bei Amazon das Geschäft mit den OEMs für den europäischen Markt", so Möller. Zuvor war er bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman als Experte für die Autoindustrie tätig.

Amazon will in Europa Autos verkaufen
Amazon will in Europa Autos verkaufen

Amazon greift Auto-Verkaufsportale an

Amazon hat mit seinen Geschäftsstrategien bereits oftmals den richtigen Riecher gehabt. So sind die Konsequenzen, die der Einstieg des Unternehmens im Neuwagen-Geschäft haben könnten, für andere in dem Segment tätigen Plattformen nicht zu unterschätzen. Portale wie Autoscout24 und Mobile.de sind zwar schon länger auf dem Markt, würden aber gegen einen mächtigen Gegner konkurrieren müssen. "Wenn Amazon tatsächlich in diesen Markt käme, müssten wir das sehr ernst nehmen", gibt der Chef von MeinAuto.de Alexander Bugge gegenüber der Automobilwoche zu bedenken. Mobile.de gibt sich momentan noch gelassener. Man scheue grundsätzlich keinen Wettbewerb, behalte aber Spieler wie den IT-Riesen Amazon genau im Auge, so Malte Krüger, Chef des Portals.

Im Zuge von Sonderaktionen hat Amazon in Zusammenarbeit mit Herstellern wie Opel, Fiat und Hyundai bereits Neuwagen verkauft. Vollkommen neu ist das Konzept für den Online-Riesen daher nicht. Als eigenständiger Auto-Händler zu agieren, wäre allerdings ein weiterer Schritt. Man müsste potentiellen Autokäufern beispielsweise Probefahrten ermöglichen und hätte ebenso eine beratende Tätigkeit. Ob ein nur im Internet agierendes Unternehmen dies leisten kann, bleibt abzuwarten.

Zuletzt hat Amazon in einigen Regionen Deutschlands seinen Dienst Fresh gestartet, über den sich frische Lebensmittel direkt nach Hause bestellen lassen.

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