Funken

Amateur- & CB-Funk: Vernetzt auch ohne Mobilfunk

Amateur­funk und CB-Funk sind auch in Funk­löchern nutzbar, um welt­weit Kontakte zu pflegen oder in Krisen­situa­tionen Hilfe herbei­zuholen.

CB ist die Abkür­zung für Citizen's Band, auf deutsch Bürger Band oder Jeder­mannfunk. Jeder Mann und jede Frau kann CB-Funk betreiben. Es braucht dafür ein "zerti­fiziertes" Funk­gerät mit passender Antenne und Strom­ver­sor­gung. Ein Mikrofon liegt entweder bei oder ist bereits einge­baut. Für CB-Funk gibt es Hand­funk­geräte (geringe Reich­weite), Mobil­geräte (Einbau ins Fahr­zeug) und Fest­sta­tionen für daheim, die auch als Mobil­gerät mit Netz­teil (typisch 12 Volt) genutzt werden können. Für CB-Funk sind in Deutsch­land 80 Sprech­kanäle frei­gegeben, die Art der Sprach­über­tra­gung kann in FM (Frequenz­modu­lation), AM (Ampli­tuden­modu­lation) oder sogar in SSB (Einsei­ten­band) erfolgen.

CB-Funk wird gerne von Fern­fah­rern ("Truckern") genutzt, die sich über die Verkehrs­lage, die güns­tigsten Truck­stops und viele andere Dinge rund um Beruf und etwaige Hobbys austau­schen. Man findet sie in deut­scher Sprache meis­tens auf Kanal 9 AM (= 27,065 MHz), inter­national auf Kanal 19 FM (auch in englisch). Die polni­schen LKW-Fahrer nutzen gerne den Kanal 28 und auf weiteren Kanälen sind anders­spra­chige Kollegen zu finden. CB-Funk-Gerät CB-Funk-Gerät
Foto: Image licensed by Ingram Image
Um CB-Funk betreiben zu können, ist keine Lizenz­prü­fung oder Geneh­migung notwendig. Es empfiehlt sich, am Anfang erst einmal rein­zuhören und sich einen eigenen Funk­ruf­namen ("Skip­name") zuzu­legen - etwas, was gut zu verstehen ist und in der Umge­bung noch nicht gebräuch­lich ist. Für den CB-Funk braucht es zudem - wie für den Amateur­funk - eine passende Antenne. Beim ersten Einrichten der Antenne muss das Steh­wellen-Verhältnis gemessen werden. Ist ein anderer Funker in der Nähe, kann der sicher weiter­helfen.

So groß ist die Reich­weite beim CB-Funk

Die meist­gestellte Frage ist die nach der Reich­weite. CB-Funk findet im 27 MHz (Kurz­welle) Bereich statt und hier ändern sich die Ausbrei­tungs­bedin­gungen in Abhän­gig­keit von Sonnen­fle­cken­akti­vitäten. In Ausnah­mefällen sind unglaub­liche Reich­weiten möglich, nach Süd- oder Nord­europa oder sogar Übersee. Im Normal­fall kann man mit einem Hand­funk­gerät in der Stadt ein bis zwei Kilo­meter über­brü­cken, mit dem Mobil­gerät zwei bis fünf Kilo­meter und mit der Fest­sta­tion fünf bis zehn Kilo­meter. Fährt man auf einen Berg, so sind 20 bis 100 km Reich­weite keine Selten­heit.

Früher wurde CB-Funk auch gerne von Rent­nern oder Haus­frauen genutzt, um sich auszu­tau­schen. So ist der Jeder­mannfunk quasi die Vorver­sion von Social Media wie Face­book etc. Für CB-Funk müssen keine Gebühren mehr entrichtet werden. Beim Kauf eines CB-Funk­gerätes liegen einige Papiere im Karton, die man während der Fahrt dabei­haben sollte, es geht um die Konfor­mitäts­beschei­nigung. Zerti­fizierte (zuge­las­sene) Geräte dürfen in Deutsch­land maximal auf 80 Kanälen und maximal 4 Watt Leis­tung genutzt werden.

Wer in den CB-Funk einsteigt, sollte seine Freunde und Bekannte ermun­tern, mitzu­machen. Mit regel­mäßigen Funk­kon­takten macht es einfach mehr Spaß. Und eines noch: Kommu­nika­tion über CB-Funk ist offen. Jeder der ein CB-Funk­gerät hat, kann zuhören - auch wenn er oder sie nicht selbst aktiv wird. Geheim­nisse auszu­plau­dern ist also nicht zu empfehlen. Da für gibt es die "600 Ohm". Das ist der CB-Begriff für das gute alte Telefon.

Wo bekommt man die Geräte?

Geräte für CB- oder Amateur­funk bekommt man bei spezia­lisierten Funk­fach­händ­lern, aber auch auf einschlä­gigen Verkaufs­platt­formen wie Amazon oder Ebay. Letz­tere sind für Einsteiger nicht zu empfehlen, da das Risiko groß ist, ein in Deutsch­land nicht zuge­las­senes Gerät zu erwi­schen und Probleme beim Zoll (falls es von außer­halb der EU impor­tiert wird) oder mit dem Funk­mess­dienst der Bundes­netz­agentur (weil auf nicht zuge­las­senen Frequenzen gefunkt wird) bekommt. Zwar ist "Schwarz­funken" keine Straftat mehr, aber dafür eine sehr kosten­pflich­tige Ordnungs­wid­rig­keit. Deswegen sollte man vorher mit einem Funk­fach­händler Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen oder sich in einschlä­gigen Foren umschauen und infor­mieren.

Wer noch Fragen hat: teltarif.de-Autor Henning Gajek betreibt das private CB-Lounge Forum.

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