Funken

Amateur- & CB-Funk: Vernetzt auch ohne Mobilfunk

Amateur­funk und CB-Funk sind auch in Funk­löchern nutzbar, um welt­weit Kontakte zu pflegen oder in Krisen­situa­tionen Hilfe herbei­zuholen.

Welt­weit gibt es nach DARC-Angaben rund 2,8 Millionen lizen­zierte Funk­ama­teure. Diese können neun Kurz­wel­len­bänder, aber auch das 2-Meter- und das 70-cm-Band und noch höhere Frequenz­bereiche für die Kommu­nika­tion nutzen. Neben Gesprä­chen, die dem Push-to-Talk ähneln, das es um 2005 herum auch im Mobil­funk gab, sind auch Tele­grafie, Funk­fern­schreiben und sogar TV-Versuchs­sen­dungen möglich. Ähnlich wie auf WhatsApp oder Tele­gram gibt es auch im Amateur­funk Gruppen, die sich regel­mäßig auf einer bestimmten Frequenz "treffen", um sich auszu­tau­schen.

Ist eine Verbin­dung zum gewünschten Gesprächs­partner nicht auf direktem Weg möglich, so klappt es mögli­cher­weise über Relais­sta­tionen, die Hobby­freunde an expo­nierten Orten errichten, um eben auch die Kommu­nika­tion zu ermög­lichen, wenn dies physi­kalisch bedingt eigent­lich nicht möglich wäre. Vor allem auf Kurz­welle herr­schen aber auch ständig wech­selnde Ausbrei­tungs­bedin­gungen. Ein Gespräch, das heute möglich ist, klappt viel­leicht nie wieder oder es gelingt erst in einigen Monaten oder Jahren wieder, den Hobby­freund zu errei­chen. Professioneller Amateurfunk-Transceiver Professioneller Amateurfunk-Transceiver
Foto: HAM Radio, Messe Friedrichshafen
Auf 2 Meter und 70 cm kommt es zu ähnli­chen Über­reich­weiten-Effekten, wie wir sie auch vom UKW- und DAB+-Rund­funk kennen. So kann es über viele Stunden oder auch nur einige Minuten möglich sein, mit einem Hobby­freund zu kommu­nizieren, der norma­ler­weise nicht erreichbar wäre. Kommt die Verbin­dung zustande, so bestä­tigen sich die Funk­ama­teure diese mit soge­nannten Empfangs­bestä­tigungs­karten (QSL), die das Rufzei­chen, Datum, Uhrzeit, Frequenz und Betriebsart der Verbin­dung enthält.

Das ist das Geheimnis hinter dem Q-Code

Apropos QSL: Die Funk­ama­teure haben sich welt­weit auf eine Art "Geheim­code" verstän­digt, um auch dann mitein­ander kommu­nizieren zu können, wenn die Verbin­dungs­qua­lität gerade nicht so gut ist. Über diesen so genannten Q-Code sind Abkür­zungen verfügbar, die oft leichter zu verstehen sind als komplett ausfor­mulierte Sätze.

Klingt kompli­ziert? Ist es aber nur auf den aller­ersten Blick. Schließ­lich finden sich schnell auch helfende "OMs" (= Hobby­freunde), die einen Neuling in die Geheim­nisse der Amateur­funk­welt einweihen. Spätes­tens nach der Eindäm­mung der Corona-Pandemie finden dann auch wieder die zahl­rei­chen OV-Abende (Stamm­tische von Orts­ver­bänden der Amateur­funk-Vereine) statt, auf denen man sich in gemüt­licher Runde im Restau­rant oder Club­heim mit Gleich­gesinnten austau­schen kann.

Oft steht in einem solchen Vereins­heim auch eine Amateur­funk-Club­sta­tion zur Verfü­gung, an der alle Hobby­freunde arbeiten können. Je nach Standort bietet dieses Equip­ment deut­lich bessere Sende- und Empfangs­bedin­gungen als der heimi­sche Shack (= Hobby­platz in der Wohnung). Das hängt auch damit zusammen, dass Leucht­stoff­röhren und LED-Lampen, Plasma-Bild­schirme und Power­line-Adapter zu massiven Funk­stö­rungen führen können.

Auf der dritten und letzten Seite erfahren Sie, wie Sie auch ohne Ablegen einer Lizenz­prü­fung funken können.

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