Ratgeber

Hier gehts: Das ausgediente Handy richtig entsorgen

Verkaufen, verwerten oder spenden
Von Hagen Hellwig
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Bei Palm scheint man sich den Schwierigkeiten beim Recycling bewusst zu sein. Der Hersteller empfiehlt seinen Kunden, das Gerät im Falle eines irreparablen Defektes bei einem "professionellen Recycling-Unternehmen" entsorgen zu lassen. Damit die Unternehmen wissen, was zu tun ist, stellt Palm genau Anleitungen für alle Produkte online bereit.

Selbst Handys, die eigentlich schon auf dem Schrottplatz gelandet sind, können noch gerettet werden. Auf den Entsorgungshöfen der Hamburger Stadtreinigung stehen Sammelbehälter für die Charity-Organisation "Hamburger Tafel" bereit, die die Handys wiederum an Vodafone zurückgibt. "Die Hamburger Tafel erhält von Vodafone 5 Euro pro Handy", sagt Reinhard Fiedler, Sprecher der Stadtreinigung, "damit finanziert sie ihre Arbeit."

Gold und Silber in den Handys

Handy-Recycling Ist denn ein Handy wirklich reif für den Schrottplatz, lohnt es immer noch, die Bauteile zu trennen und die wertvollen Rohstoffe zurück zu gewinnen. Angesichts explodierender Preise zum Beispiel für Kupfer, sei die Schrottaufbereitung günstiger als gedacht, erklärte Anfang des Jahres der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI). Aus geschätzten 60 Millionen unbenutzten Handys ließen sich laut Umweltbundesamt 1 900 Tonnen Kupfer, 3 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber, 151 Tonnen Aluminium und 105 Tonnen Zinn gewinnen (s. Tabelle Handybestandteile). Wichtig ist, dass die Altgeräte gesondert gesammelt werden und nicht auf den allgemeinen Elektroschrottberg zwischen die Toaster und Kaffeemaschinen gelangen, um die wertvollen Rohstoffe auch wirklich gewinnen zu können.

Im Internet zeigt Nokia ein Video über die Behandlung von Alt-Handys in einem Spezialbetrieb in Polen. Hier zerlegen emsige Arbeiterinnen die Telefone in ihre Einzelteile und sortieren sie säuberlich am Fließband. Bei Nokia soll schon rund die Hälfte der verbauten Metalle dem Recycling-Kreislauf entstammen. Die andere Hälfte aber eben noch nicht. Etwas getan werden kann auch oft noch an den Verpackungen: Kleine Pappschachteln statt aufwändiger Plastikschalen nützen auch dem Hersteller: Durch die Einführung kleinerer Schachteln und die Reduzierung des Plastikanteils konnte Nokia angeblich innerhalb von zwei Jahren rund 120 Millionen Euro einsparen.

Gifte bereits bei der Herstellung vermeiden

Aber es geht nicht nur um die Rohstoffe, sondern auch um giftige Bestandteile in Alt-Handys, vor denen die Umwelt bewahrt werden sollte – am besten natürlich durch Vermeidung bereits bei der Herstellung. Greenpeace hat sich dieser Thematik angenommen und mittlerweile die achte Version des Ratgebers "Grüne Elektronik" herausgegeben. Auf einer Skala von rot bis grün sind führende Elektronikproduzenten verzeichnet, so dass ersichtlich ist, welcher Hersteller bereits in der Produktion problematische Stoffe vermeidet.

So verzichtet Apple (iPhone) nach eigenen Angaben mittlerweile weitgehend auf PVC und bromierte Flammschutzmittel. Man ist noch auf der Suche nach zertifizierten PVC-freien Netzkabeln. Samsung bekennt sich öffentlich zum Klimaschutz und zum Ziel, die Treibhausgasemission weltweit zu senken. Nokia verpflichtet sich, klimaschädliche Emissionen deutlich zu senken. Im Dezember soll ein Nachfolgabkommen des bekannten Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz vereinbart werden. Dort wird sich zeigen, inwieweit die Hersteller und die Industrie auf die Forderungen der Umwelt- und Klimaschützer nach umweltschonenden Herstellungs- und Entsorgungsverfahren eingehen.

Über weitere Verwendungsmöglichkeiten für das Alt-Handy oder den Alt-PC erfahren Sie auf unserer Infoseite.

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