Ratgeber

Hier gehts: Das ausgediente Handy richtig entsorgen

Verkaufen, verwerten oder spenden
Von Hagen Hellwig
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Natürlich kann man versuchen, sein Handy auf dem Gebrauchtmarkt loszuwerden. Aber das bringt in der Regel nicht viel, und man weiß dann immer noch nicht, was mit ihm am Ende geschieht. Mit gutem Gewissen übergibt man es hingegen wohltätigen Zwecken. Über ein solches Lockangebot versucht Vodafone seit 2002, die alten Handys aus den Schubladen zu holen. Von den gesammelten Handys spendet Vodafone zum Beispiel für den Naturschutzbund (NABU) und den RTL-Spendenmarathon. Im Geschäftsjahr 2006/2007 sind nach Unternehmensangaben rund 350 000 Euro zusammen gekommen.

Partner von Vodafone und derzeit noch von E-Plus ist das Unternehmen Greener Solutions [Link entfernt] , das durch kreative Ideen und finanzielle Anreize den Recycling-Gedanken verbreiten möchte. So kann man über Greener Solutions sein Alt-Handy in Payback-Punkte verwandeln, oder es einfach verkaufen mit dem Wissen, dass es sinnvoll verwertet wird. Wer sein Handy loswerden möchte, gibt online einfach Marke und Modell ein und erhält den derzeitigen entsprechenden Wert angezeigt und später ausgezahlt.

Bei der Abwicklung über Vodafone erhält der Verkäufer 90 Prozent des Erlöses, 10 Prozent spendet Vodafone an die Wohlfahrt. E-Plus ist unterdessen auf der Suche nach einem anderen Recycling-Partner, dessen Geschäftsmodell mehr Glaubwürdigkeit und Transparenz verspricht. Bisher hat Greener Solutions mindestens 3 Euro pro Handy an den Malteser Hilfsdienst gespendet. Der Spender selbst ging dabei jedoch leer aus.

Rücknahmesysteme der Mobilfunkbetreiber

Rückgabe von Alt-Handys Um es den Verbraucher möglichst einfach zu machen, bieten die Provider auch eigene Rücknahmesysteme an. Direkt im Laden auf der Straße oder auf dem Postweg über portofrei zu verschickende Versandtaschen kann man so sein Handy gewissens- und gesetzeskonform zurückgeben. Die Deutschen Umwelthilfe (DUH) sammelt zum Beispiel für T-Mobile alte Geräte per Versandtasche. Funktionsfähige Geräte – das sind bei dem Recycling-Unternehmen Greener Solutions gut die Hälfte – gehen in den Wiederverkauf außerhalb Europas, alle anderen werden sortenrein zerlegt. Die DUH erhält von T-Mobile 3 Euro pro Gerät. Die Hälfte davon (1,50 Euro) geht zurück an den Spender.

Aufgerufen, sich an Alt-Handy-Sammlungen zu beteiligen, sind Schulen und Umweltinitiativen, die mit dem Handy-Recycling-Programm "Fifty-Fifty" ihre Kasse aufbessern können. Bei der letztjährigen Weihnachtsaktion "Ihr Handy hilft. Sie entscheiden, wem!" hat T-Mobile die eigenen Mitarbeiter, deren Angehörige und Freunde aufgerufen, ihre nicht mehr benötigten Handys für einen guten Zweck zu spenden. Die Mitarbeiter konnten unter drei Projekten wählen, für welche Aktion das Geld gespendet werden sollte. Am Ende konnte im Januar dieses Jahres dem Deutschen Kinderhilfswerk eine Spende in Höhe von 15 000 Euro überreicht werden.

o2 kooperiert mit der Umweltschutzorganisation WWF und dem Service-Unternehmen dr. handy [Link entfernt] . Die Erlöse aus diesem Recycling-Programm gehen an den WWF. In den letzten drei Jahren hat o2 eigenen Angaben zufolge mehr als 60 000 Altgeräte zurückgenommen.

Apple nimmt Alt-Handys aller Hersteller entgegen

In jedem Apple-Store werden alle Handys unabhängig vom Hersteller kostenlos zurückgenommen und laut Apple der Wiederverwertung zugeführt. "In 95 Prozent der Länder, in denen unsere Produkte verkauft werden, haben wir Recyclingprogramme eingeführt", steht es auf der Unternehmenswebsite, "auf diese Weise konnten wir die Mülldeponien weltweit seit 1994 um mehr als 24 000 Tonnen Elektroschrott entlasten." Nokia hat sein Rücknahmeprogramm mit "we:receycle" betitelt und tausende Recycling-Boxen ("Nokia Care Points") in den Läden aufgestellt.

Auf der letzten Seite unseres Hintergrundartikels lesen Sie mehr über Rohstoffe und Giftstoffe in Handys.

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