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Hier gehts: Das ausgediente Handy richtig entsorgen

Verkaufen, verwerten oder spenden
Von Hagen Hellwig
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Irgendwo auf der Innenseite des Gehäuses eines jeden Handys prangt er, der kleine durchgestrichene Mülleimer. Die Botschaft des Piktogramms ist eindeutig: "Ich gehöre dort nicht hinein." So einfach dies zu verstehen ist, so schwierig ist die Frage zu beantworten, wo man das alte, ausrangierte Mobiltelefon denn sonst lassen soll. Dass es inzwischen eine ganze Menge alter Handys geben muss, kann man sich leicht denken. Die Einsatzzeit eines Handys entspricht im Schnitt der aktuellen Vertragslaufzeit beim Provider, also 18 bis 24 Monate. Dann kommt ein neues Gerät ins Haus. Das Umweltbundesamt schätzt, dass rund 60 Millionen Mobiltelefone in Deutschland unbenutzt in den Schubladen liegen. Das macht 5 000 Tonnen Elektroschrott jährlich.

Die Politik hat das Problem erkannt und im März 2006 das "Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten" (ElektroG) verabschiedet. Es gilt das Verursacher-Prinzip: Wer die Elektrogeräte in Umlauf bringt, also Hersteller bzw. Händler, muss sie auch wieder zurücknehmen und fachgerecht entsorgen. Zudem müssen die kommunalen Sammelstellen für Sondermüll alte Elektro- und Elektronikgeräte zurücknehmen – und zwar kostenlos.

Zig Millionen Alt-Handys schlummern in den Schubladen

Ausgediente Handys Die Regel klingt einfach, doch es hakt an der Umsetzung. Schuld sind gar nicht unbedingt die Produzenten, sondern zunächst die Verbraucher, die ihr Alt-Handy gar nicht erst zurückgeben. Eine Verbraucherbefragung im Auftrag von Nokia war ernüchternd: Nur drei Prozent der Nutzer recyceln ihr Handy, vier Prozent entsorgen es verbotenerweise im Hausmüll. Und nur die Hälfte weiß überhaupt von den Möglichkeiten der Wiederverwertung. Nach Schätzungen des Recycling-Marktführers Umicore sind 2006 gar nur ein Prozent aller ausrangierten Handys zurückgegeben worden.

Warum das Handy auch wegwerfen, wenn es doch – wie in den meisten Fällen – noch einwandfrei funktioniert? Die Preis- und Vertragspolitik der Provider hat dazu geführt, dass sich ein Haufen Handys bei den Kunden gesammelt haben, die nur deshalb veraltet sind, weil es immer wieder neue, verlockende Modelle zu günstigen Preisen gibt. Einen wirklichen Bedarf nach einem Ersatzgerät für das defekte Altgerät gibt es meist nicht. Doch die Luft wird dünner, denn das ElektroG sieht steigende Receycling-Quoten für bestimmte Produktgruppen vor. Betroffen ist insbesondere die Batterien-Branche, deren Quote bis zum Jahr 2016 von jetzt 25 auf dann 45 Prozent steigt. Dieses Ziel wird eine "echte Herausforderung", wie Bertrand Schutz, Präsident der European Battery Recycling Association (EBRA [Link entfernt] ) erklärt. Jedes Handy verfügt über eine Batterie bzw. einen Akku, der wegen seines Schadstoffgehalts zurückgeführt werden muss.

Was also tun mit dem Alt-Handy? Das Sammeln von ehemals geliebten Modellen ist nur in seltenen Fällen lohnenswert. Ausnahmen sind das DynaTec 8000 von Motorola, eine Art Ur-Handy, oder der legendäre "Knochen" von 1992, für den heute ab 50 Euro geboten werden. Die meisten anderen Geräte sind einfach nicht mehr gefragt und folglich auch nichts mehr wert. Kein Wunder, hat man sie damals doch oft für den symbolischen Preis von 1 Euro bekommen, ohne den wahren Wert überhaupt zu kennen. Tatsächlich kosteten Handys ohne Vertrag 1 000 Mark oder mehr, bevor der extreme Preisverfall und die Vertragspolitik der Provider die Nachfrage explodieren ließ.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie mehr über die Rücknahmesysteme der Mobilfunkbetreiber.

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