Nach Jahren

Kundencenter von Alice-DSL wird mit o2-DSL zusammengelegt

Die ehemaligen Alice-DSL-Kunden gehören vertraglich längst zu o2, sie konnten aber kein VDSL und keine Kombivorteile für Mobilfunk und Festnetz buchen. Das soll bald möglich sein: Die getrennten Kundensysteme werden endlich zusammengelegt.
Von der IFA in Berlin berichtet
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Alice-DSL-Kunden werden bald ins o2-Kundencenter eingegliedertAlice-DSL-Kunden werden bald ins o2-Kundencenter eingegliedert Der kundenmäßig größte deutsche Mobilfunkanbieter, die Telefónica Germany (Markenname o2) hat auch klassisches Festnetz im Angebot, welches unter dem Namen o2-DSL vermarktet wird, aber nicht mehr auf einer eigenen Festnetz-Infrastruktur beruht.

Vor einigen Jahren hatte Telefónica o2 den Hamburger Festnetzbetreiber Hansenet (später Alice) übernommen, dessen ehemalige Kunden bei o2 bis heute größtenteils in einer separater Kundendatenbank von einer separaten Hotline verwaltet werden und deshalb noch eigene Kundennummern haben. Diese Kunden können weder von den aktuellen VDSL-Angeboten von o2 profitieren, noch die Kombivorteile für Mobilfunk und Festnetz buchen, weil sie noch in der alten Datenbank gelistet sind.

Betroffene Kunden können an einer Kundennummer, die mit DE beginnt, erkannt werden. Schon lange steht die Zusammenlegung der Datenbanken auf der Agenda, aber das Thema ist wohl ziemlich komplex. Eine kleinere Anzahl dieser Kunden wurde wohl schon testweise portiert. Auch in den o2-Shops können die Datensätze dieser Kunde teilweise schon eingesehen werden.

Wechsel des IT-Stacks soll Lösung bringen

Wie Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas auf Anfrage von teltarif.de auf der IFA berichtete, soll die Zusammenlegung dieser Datenbanken jetzt in Angriff genommen werden, was aber noch rund ein Jahr dauern könnte. Alle knapp zwei Millionen ehemalige Alice-DSL Kunden sollen dann auf den neuen IT-Stack migriert werden, insgesamt habe o2 etwa 2,5 Millionen (V)DSL-Kunden.

o2 hatte für sein bisheriges "eigenes" Festnetzprodukt 5000 Hauptverteiler (HvT) der Telekom erschlossen und konnte damit maximal 66 Prozent der Bevölkerung erreichen. Das erschien wenig lukrativ. Die ehemalige Plattform wurde von o2 an die Deutsche Telekom verkauft und die Kunden auf deren Bitstream-Angebot mit VDSL migriert.

VDSL ist "winning technology"

Auch wenn es paradox klingt: Für Haas ist VDSL eine "winning technology". Er hat festgestellt, das VDSL fast überall in Deutschland verfügbar ist und die Kunden zufrieden seien. Es gäbe nur eine sehr geringe Kündigungs-Rate. Auch die Datenraten seien okay. Trotzdem sei VDSL eigentlich eine Übergangstechnologie und die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) aus Kupfer langfristig ein Auslaufmodell. Haas ist froh, sich aus den Hauptverteilern zurückgezogen zu haben.

Somit könne o2 alle seine Investitionsmittel in den Mobilfunk stecken, wo man einen weitaus höheren Marktanteil habe. Das notwendige Core-Netz für den Mobilfunk habe o2 bereits, die notwendigen Leitungen würden auf dem freien Markt gemietet.

In der Zukunft könnte sich Haas durchaus eine Rückkehr ins Festnetz vorstellen: "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnten gewisse Gebiete von uns selbst versorgt werden."

Kombivorteil: o2-DSL plus Mobilfunk

Wer seinen Festnetzanschluss über das Angebot o2 DSL bezieht und einen der neuen o2-Free-Tarife buchen möchte, bekommt einen monatlichen Rabatt von fünf Euro, womit der o2 Free S schon ab 14,99 Euro im Monat zu haben ist. Er bietet dann 1 GB Highspeed-Volumen, danach wird auf bis zu 1 MBit/s im 3G oder 2G-Netz umgeschaltet.

Nachdem es zu diesem Artikel einige Leser-Rückfragen gegeben hat, haben wir das genaue Verhältnis von o2-DSL und Alice-DSL bei Telefónica in einem ergänzenden Artikel erläutert: o2 und Alice - blaues DSL versus rotes DSL.

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