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So geht's: Aldi-Einkauf per NFC bezahlen (Update 2)

Seit gestern können Kunden bei Aldi Nord kontaktlos per Handy bezahlen. Welche Voraussetzungen Nutzer dafür erfüllen müssen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.
Von Daniel Rottinger
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NFC-Bezahlung NFC-Bezahlung via Base-Wallet

Update vom 12. Juni 2015:

Aldi Nord stellt FAQ zum NFC-Payment online

Wie bereits gestern gegenüber teltarif.de angekündigt, hat Aldi Nord heute auf seiner Webseite ein FAQ zum mobilen Bezahlen online gestellt. Darin beantwortet der Lebensmittel-Discounter die wichtigsten Fragen zum NFC-Payment beim Aldi-Einkauf. Die in unserem Artikel vorgestellten Bezahloptionen (Vodafone SmartPass, Telekom MyWallet, BASE Wallet und mpass) werden durch die "Häufig gestellten Fragen" ebenfalls bestätigt. Update Ende

Update vom 11. Juni 2015:

Aldi Nord: mpass-Unterstützung und Übersichtsseite geplant

Wie uns Aldi Nord heute auf unsere vormalige Presse-Anfrage bestätigte, wird auch der NFC-Bezahldienst mpass offiziell unterstützt. Da sich Aldi Nord jedoch der Intransparenz bei den Mobile-Payment-Angeboten bewusst ist, plant der Konzern eine spezielle Übersichtsseite. Auf dieser sollen die neuen Bezahlmöglichkeiten genauer erklärt werden.

Sobald diese online geht, werden wir darüber berichten. Update Ende

Das digitale Portmonee als relevante Bezahl­möglichkeit, scheint im Jahr 2015 in Deutsch­land erstmals Fuß zu fassen. Das Smartphone, das die Nutzer meist durch ihren kompletten Alltag begleitet, würde sich schließlich als Zahlungs­mittel gut eignen. Diese Formel hat auch Aldi Nord erkannt und ermöglicht seinen Kunden die kontakt­lose Bezahlung per Smartphone. Für die Abwicklung des Zahl­vorgangs kommt dabei die Funktechnologie NFC zum Einsatz.

Während wir Ihnen in dieser News erklären, in welchem Umfang Aldi-Nord-Kunden den neuen Bezahl­service nutzen können, gehen wir jetzt auf die konkreten Voraus­setzungen ein.

Die Wallet-Apps der Provider: SmartPass, Base Wallet und MyWallet

Warum der NFC-Technologie in der Vergangenheit kein echter Durchbruch gelungen ist, erklärt sich teilweise auch bei einem Blick auf die Payment-Lösungen der Mobilfunk­betreiber. Wie einfach oder kompliziert sich der Prozess bis zum ersten Einkauf per NFC vollzieht, ist dabei nicht immer leicht zu durchschauen:

Vodafone Wallet - SmartPass:

Alles andere als smart präsentiert sich die Wallet-Lösung "SmartPass" von Vodafone im Kleingedruckten. Um den Dienst nutzen zu können, benötigt der Anwender zum einen ein NFC-fähiges Smartphone und eine entsprechende NFC-SIM-Karte von Vodafone. Zudem muss der Kunde in den meisten Fällen sein Handy bei Vodafone erworben haben. Besonders die Vodafone-Firmware-Pflicht dürfte für viele den größten Stolperstein darstellen. Dessen scheint sich der Konzern bewusst zu sein und bietet als Alternative einen NFC-Sticker an.

Vertragskunden, die dennoch alle Voraussetzungen erfüllen, müssen sich die kostenfreie Wallet-App im GooglePlay-Store herunterladen [Link entfernt] , um per NFC bezahlen zu können. Weiterhin ist ein Visa-Kartenkonto erforderlich, das in der virtuellen Geldbörse hinterlegt wird. Nach 12 beitragsfreien Monaten, fallen ab dem zweiten Jahr jährlich 9,90 Euro an, sofern der Kartenumsatz im Vorjahr unter 600 Euro lag.

Welche Geräte im einzelnen mit SmartPass funktionieren, verrät der Anbieter auf dieser Infoseite.

Telefónica - Base Wallet:

Um die Base Wallet nutzen zu können, ist ein Handy ab Android-Version 4.2 und ein Base-Laufzeitvertrag erforderlich. Laut Angaben des Anbieters funktioniert die Base Wallet mit den folgenden Modellen: Samsung Galaxy S4 mini, Samsung Galaxy Note 3, Samsung Galaxy Note 4, Sony Xperia Z, Sony Xperia Z1, HTC One (M7) und HTC One (M8). Allerdings ist die Liste nicht mehr ganz taufrisch, weshalb aktuellere Geräte vermutlich noch keine Berücksichtigung erhalten haben. Weiterhin werden eine SIM-Karte mit NFC-Chip und die "Walletcard Prepaid Maestro Card" vorausgesetzt. Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann die kostenfreie Base-Wallet-App heruntergeladen werden [Link entfernt] . Noch vor dem ersten Einkauf muss der Nutzer die Maestro Card in der Base-Wallet-Anwendung hinterlegen. Für einmalig 9,99 Euro erhält der Kunde zusätzlich eine physische MasterCard. Darüber hinaus fallen keine jährlichen Gebühren an.

Alternativ können NFC-Interessenten einen Bezahlchip zum Aufkleben ordern. Dieser kann am Handy oder an der Hülle befestigt werden. Nach dem beitragsfreien ersten Jahr fällt ab dem 13.  Monat eine Jahresgebühr von 25 Euro dafür an.

Telekom - MyWallet:

Um von dem MyWallet-Angebot profitieren zu können, müssen Nutzer einen Mobilfunk-Laufzeitvertrag bei der Telekom abgeschlossen haben. Zudem sind ein MyWallet-fähiges Smartphone und eine spezielle NFC-SIM-Karte erforderlich. Weiterhin muss eine MyWallet Kreditkarte in der App [Link entfernt] hinterlegt werden. Für Kunden, welche die NFC-Bezahloption ausschließlich mit ihrem Smartphone nutzen, ist MyWallet noch in diesem Jahr kostenfrei. Ab dem 1.1.2016 fallen dafür Gebühren von monatlich 99 Cent an. Die Option kann mit einer Frist von einem Tag zum Ende des Monats gekündigt werden.

Für Nutzer, die kein MyWallet-fähiges Smartphone besitzen, bietet der Konzern alternativ eine sogenannte Expresskarte an. Dafür fallen bei der Bestellung einmalig 9,95 Euro an. Im ersten Jahr verzichtet der Provider auf die Jahresgebühr. Jedoch müssen Nutzer, die ab dem zweiten Jahr weniger als 600 Euro Kartenumsatz genieren, jährlich 9,95 Euro zahlen.

Bei allen Netzbetreibern ist die Bestellung einer NFC-SIM-Karte kostenfrei.

Von welchem Konto werden die NFC-Einkäufe abgebucht?

Bezahlt eine Kunde über eine der drei vorgestellten Apps am Kassenterminal von Aldi-Nord, wird der geschuldete Betrag von der in dem virtuellen Portmonee hinterlegen Kreditkarte abgebucht. Somit dient das Handy bzw. die jeweilige App nur als Schnittstelle, die den entsprechenden Betrag von der Kreditkarte für den Verkäufer freigibt.

Aldi-Presse antwortet auf Nutzerfragen

Aufgrund des zahlreichen Leserfeedbacks zum NFC-Shopping bei Aldi Nord haben wir uns mit einer Anfrage an deren Pressestelle gewandt, um in Erfahrung zu bringen, welche Wallet-Apps im einzelnen unterstützt werden. Der Lebensmittel-Discounter dazu: "Alle großen Mobilfunkanbieter bieten individuelle Wallet-Apps an, die sich Kunden bequem auf das Smartphone herunterladen können."

Daher funktioniere das kontaktlose Zahlen bei Aldi Nord mit allen Netzbetreibern, die eine solche Wallet-App für das Android-System und Windows Phone anbieten. Zudem wollten wir wissen, ob Aldi Nord auch die Unterstützung für den kontaktlosen Bezahlservice Girogo plant. Dies verneinte die Pressesprecherin in ihrer Stellungnahme. Gerüchtehalber soll Aldi Süd derzeit mit Girogo das kontaktlose Bezahlen testen.

Fazit

Die Einstiegshürden sind bei allen NFC-Bezahldiensten der Netzbetreiber nach wie vor recht hoch. Daher besteht zwischen den Begriffen Mobile Payment und "Mobile Painment" (englisch: pain = der Schmerz) akute Verwechslungsgefahr.

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