mobile Zukunft

Mehr Kapazität, mehr Bandbreite: Die Zukunft heißt LTE

Alcatel-Lucent präsentierte den Mobilfunk der 4. Generation

Der Netzwerkausrüster Alcatel Lucent lud interessierte Technik-Fachjournalisten nach Stuttgart ein, um den UMTS-Nachfolger LTE im praktischen Versuch vorzustellen. teltarif hat sich über die mobile Datenzukunft informiert. Unweit des Porschemuseums in Stuttgart-Zuffenhausen liegt das Forschungscampus der aus der ehemaligen Standard Elektronik Lorenz (SEL) hervorgegangen SEL-Alcatel, die nach der Fusion mit Lucent (die unter anderem aus Philips Industries entstand) heute Alcatel Lucent heißt - ein französisch-amerikanisches Joint Venture. Das Pressemeeting fand in den zu Alcatel Lucent gehörenden Bell-Labs statt, deren Name auf den Telefonpionier Alexander Graham Bell zurückgeht. LTE-Präsentation LTE-Präsentation in Stuttgart
Foto: Alcatel Lucent

Die drei aktuellen Nobelpreisträger für Physik kommen ebenfalls aus dem Unternehmen. Neben den ehemaligen Forschern aus den Bell Labs, Dr. Willard Boyle und Dr. George Smith, hat auch der dritte Preisträger Charles Kao von der damaligen Muttergesellschaft "ITT" im Jahre 1985 als Gastwissenschaftler im Stuttgarter Forschungszentrum von Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) das sogenannte Terabit/s-Programm initiiert.

Charles Kaos damals noch arg visionären Ideen von 1-Terabit/s-Übertragung sind heute Realität. Nicht ganz so schnell wird es bei LTE (Long Term Evolution) zugehen, der mobilen Datenübertragung der nächsten Generation, die heute gerne als 4G bezeichnet wird. Liegen die Übertragungsraten zunächst noch bei 20 bis 60 MBit/s, so sind durch speziell kombinierte Antennen (MIMO) theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 326 MBit/s denkbar.

Definierte Service-Qualität: Wer mehr will, soll mehr zahlen

Erstmalig, so die Auskunft bei Alcatel Lucent, kann im digitalen Mobilfunk ein "Quality of Service" definiert werden. Das bedeutet, der Kunde bekommt nicht mehr zwangsläufig die jeweils höchstmögliche Datenrate ("Best effort") angeboten, sondern bucht eine bestimmte Maximal-Geschwindigkeit, wie man es vom heimischen DSL-Anschluss heute schon kennt. Wer mehr "Speed" braucht, soll dafür entsprechend mehr bezahlen. Das ist eine von vielen Ideen, um der sogenannten "Flatrate-Falle" (= Nutzer möchten nur einen (kleinen) Festpreis zahlen, aber maximale Geschwindigkeit haben) zu entkommen.

LTE wird nach Ansicht der Hardware Hersteller notwendig, weil bis zum Jahre 2011 etwa 4 Milliarden Menschen oder zwei Drittel der Weltbevölkerung mobil unterwegs sein werden und die vom Festnetz gewohnten Möglichkeiten und Datenraten am liebsten mobil weiter nutzen möchten. Eine neue Generation von sogenannten "Millenials", also Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden und mit dem Internet aufgewachsen sind, erwarten, dass das Netz immer und überall verfügbar ist. Ihr Leben findet "im Handset" statt.

Neben Personen, die im Netz unterwegs sind, wird die Kommunikation zwischen Maschinen ("M2M") immer mehr zunehmen. Das könnte ein Auto sein, das für seine komfortable Navigation permanent hohe Datenmengen - zum Beispiel Luftbilder oder Videos vom Zielort - abruft oder alternative Routen mit lohnenden Besuchszielen anzeigen soll. Denkbar sind aktuelle Fahrzeugdaten, die an die Autowerkstatt überspielt werden bis zum denkbaren kompletten Softwareupdate der Motorsteuerung über Funk.

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