Zeitplan

Alcatel Lucent: 5G kommt zwischen 2020 und 2025 für Endverbraucher

Alcatel-Lucent hat auf der NGMN Industry Conference & Exhibition 2015 in Frankfurt am Main seine Pläne für 5G aufgezeigt. Dabei erläuterte das Unternehmen, welche Vorteile der neue Standard gegenüber LTE mit sich bringt.
Aus Frankfurt am Main berichtet
AAA
Teilen

Alcatel-Lucent zeigt auf der NGMN Industry Conference & Exhibition 2015 in Frankfurt am Main, wie sich das Unternehmen die Mobilfunk-Zukunft vorstellt. Dabei konzentriert sich die Entwicklung derzeit auf den 5G-Standard, der in einigen Jahren unsere heutigen LTE-Netze beerben soll.

Alcatel-Lucent auf der NGMN Industry Conference & Exhibition 2015Alcatel-Lucent auf der NGMN Industry Conference & Exhibition 2015 Ähnlich wie Ericsson rechnet auch Alcatel-Lucent damit, dass 5G ab etwa 2020 einsatzbereit ist. Allerdings zeigt sich das Unternehmen realistisch und erwartet eine kommerzielle Verfügbarkeit eher im Laufe des Zeitraums zwischen 2020 und 2025. Es können demnach noch rund zehn Jahre vergehen, bis der neue Standard tatsächlich nutzbar sein wird.

Der Bedarf an hohen Bandbreiten steigt

Von 5G erwartet sich Alcatel-Lucent vor allem mehr Effizienz als von LTE, das den immer weiter steigenden Anforderungen schon bald nicht mehr gewachsen sein könnte, da der Bedarf nach mobilen Internet-Zugängen und immer höheren Bandbreiten weiter steige. Zu den Bedarfsträgern gehöre neben Smartphone-Nutzern beispielsweise auch M2M-Kommunikation. Auch in Airbags in Fahrzeugen werde es zur Sicherheit Datenverbindungen geben. Gerade bei derartigen Anwendungen komme es auf geringe Latenzzeiten und große Akku-Laufzeiten an.

5G-Vorführung auf dem Messestand von Alcatel-Lucent5G-Vorführung auf dem Messestand von Alcatel-Lucent So rechnet Alcatel-Lucent damit, dass die Ansprechzeiten bei einem 5G-Internet-Zugang bei weniger als 3 ms liegt. Immer häufiger werde auch in sogenannten Peak-Zeiten ein schneller Internet-Zugang benötigt, der umfangreiche Ressourcen bietet. Ein Beispiel dafür seien Großereignisse wie zum Beispiel Fußball-Bundesligaspiele. Hier wollten heutzutage viele Besucher möglichst schnell beispielsweise ein kurzes Video von einem Tor an Freunde verschicken oder auf YouTube hochladen. Dabei würden heutige Mobilfunknetze schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

5G wird nach Ansicht von Alcatel-Lucent auch deutlich sparsamer mit Akku-Kapazität umgehen, sodass die Laufzeit eines Smartphones oder Mobile Hotspots auf einer Akku-Ladung steige. Insbesondere Nutzer von LTE-fähigen Endgeräten klagen bislang darüber, dass eine Akku-Ladung oft nicht ausreicht, um über den Tag zu kommen.

Mikrowellen sollen an Hotspots zum Einsatz kommen

Die Mobilfunknetze der fünften Generation sollen laut Alcatel-Lucent in erster Linie die gleichen Frequenzbereiche nutzen, die schon heute für den Mobilfunk eingesetzt werden. Dazu kommen Mikrowellen im Bereich von beispielsweise 60 GHz, wo es noch umfangreiche freie Ressourcen gebe.

Der Hersteller räumte ein, dass sich die Funkwellen in diesen hohen Frequenzbereichen ähnlich wie Licht ausbreiten, so dass jedes Hindernis - etwa eine Hand oder ein Baum - stark dämpfend wirkt. Demnach kommen Mikrowellen nur für Hotspots in Frage, wo sehr hohe Kapazitäten benötigt werden. So könne man in einer Messehalle vom Dach nach unten strahlen und so die Endgeräte erreichen. Ähnlich ließe sich die Versorgung in Sportstadien realisieren.

Teilen

Mehr zum Thema 5G