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Alcatel OneTouch Idol 3: Ein erster Blick auf den iPhone-Herausforderer

Alcatel OneTouch gegen die Großen: Kann ein Gerät, das laut Spezifikationen mithalten kann, wirklich 500 Euro günstiger sein? Oder muss man woanders doch Abstriche machen?
Vom MWC in Barcelona berichtet
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Immer wieder während seines Vortrags zur Vorstellung des Alcatel OneTouch Idol 3 verwendete Marketing-Chef Dan Dery das Wort "Demokratisierung": Mit dem Idol 3 sollen die Features und die Leistung von High-End-Smartphones für die Massen erschwinglich werden. Gerade einmal 229 Euro soll der Einführungspreis des neuen Geräts betragen. Kann ein Gerät, das weniger als ein Drittel eines iPhone 6 kostet, wirklich mithalten? Mehr als Grund genug, uns das Gerät gleich auf der Messe näher anzuschauen.

Beide Versionen des Idol 3 liegen dank der strukturierten Rückseite gut in der Hand. Zwei umlaufende Metallbänder sorgen für Stabilität, trotz des geringen Gewichts von 115 Gramm (4,7-Zoll-Display) bzw. 140 Gramm (5,5-Zoll-Display) sind sie stabil und verformen sich auch bei (mäßigem) Druck mit der Hand nicht.

Display

Idol 3: Rückseite Idol 3: Rückseite Das Display zeigt bei beiden Geräten für ein TFT-Display eine sehr geringe Blickwinkelabhängigkeit. Auch, wenn man es um 70 oder 80 Grad neigt, bleiben die Farben frisch und der Kontrast hoch. Viele ebenfalls mit IPS-Displays ausgestattete Geräte lässt das Idol 3 hinter sich, insbesondere das deutlich teurere Sony Xperia Z2. Ohne sie als Vergleich dabei gehabt zu haben, sind die aktuellen iPhone-Modelle in der Erinnerung des Autors noch eine Nuance besser. Aber wirklich nur eine Nuance.

Mit 312 bzw. 401 ppi ist die Auflösung beim Idol 3 auch so hoch, dass man keine Pixel mehr sieht. Schriften wirken gestochen scharf. Die eingebaute Software-Farbverbesserung von Technicolor soll für noch lebendigere Farben sorgen. Damit diese Kontrastverstärkung nicht zu unnatürlichen Farben führt, soll sie sich bei bekannten Farben (z.B. Himmel, Gras, Hautfarbe etc.) zurückhalten. Hoffentlich lässt sich dieses Gimmick in der finalen Version abschalten. Die Farbdarstellung des Displays ist auch so schon sehr gut!

Prozessor, Software, Bedienoberfläche

Alcatel Idol 3Alcatel Idol 3 Auf den getesteten Vorseriengeräten war ein Android 5.0.2 Lollipop vorinstalliert. Als Launcher diente eine proprietäre App vom Hersteller. Diese lief zuverlässig, zeigte aber noch leichte Schwächen in Form von Ruckeln beim Sliden zwischen unterschiedlichen Screens und einer unnötig hohen Verzögerung bei der Reaktion auf Touch-Events. Diese Verzögerung war auch in anderen Apps sichtbar, beispielsweise im Taschenrechner. Ansonsten war die Leistung des Touchscreen gut, er reagierte zuverlässig auf Berührungen.

Hier bleibt zu hoffen, dass es sich um Schwierigkeiten der Vorab-Version des Systems handelt, beispielsweise unnötig hohe Delays in den Touchscreen-Treibern. Denn nötig wären die genannten Ruckler und Verzögerungen angesichts des ausreichend leistungsfähigen Prozessor­gespanns (Snapdragon 410 mit 4 x 1,4 GHz und GPU Adreno 306 beim Idol 3; Snapdragon 615 Octa-Core 64 Bit mit 4 x 1,7 GHz und 4 x 1,0 GHz, GPU Adreno 405 beim Idol 3 Phablet) sicher nicht! Sollten die Verzögerungen und Ruckler hingegen eine Folge der Technicolor-Farbaufhübschung sein, wäre das eine schlechte Nachricht. Der User wäre dann gezwungen, diese Funktion abzuschalten, wenn er ein einigermaßen flüssiges System haben will.

Lesen Sie auf Seite 2 des Kurztests, welches Teil des Idol 3 überraschend gut abschnitt.

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