Datenschutz

Werbung im Kalender: Per Update zur Spam-App

Eigentlich ist der Trend von Herstellern, ihre eigenen Apps über den Google Play Store zu aktualisieren, eine feine Sache. Im Fall von Alcatel zeigt sich jedoch aktuell, dass diese Praxis auch für andere Zwecke missbraucht werden kann.
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Vor einiger Zeit führte Google die Möglichkeit ein, dass Hersteller ihre Apps auf den eigenen Geräten über den Google Play Store aktualisieren können. Dadurch entfallen unnötig große Firmware-Updates, worüber früher integrierte Apps aktualisiert wurden.

Nun zeigt sich jedoch im Fall von Alcatel, dass diese Praxis auch nach hinten losgehen kann. Wie AndroidPolicce berichtet, haben die jüngsten Updates für Alcatel-eigene Apps nun den Status von Spam-Apps erhalten. Den Berichten zufolge wollen die Apps erheblich mehr Zugriffsberechtigungen - zum Teil nicht für deren Funktion notwendig - und liefern auch noch Werbung aus.

Begonnen hat alles mit der Galerie-App vor etwa zwei Monaten wie es heißt und hat sich mittlerweile auf weitere Apps ausgedehnt. Kein Wunder, dass die Bewertungen der Alcatel-Apps im Google Play Store aktuell enorm negativ ausfallen.

Ausverkauf der eigenen Kunden?

Die ursprüngliche Version der Galerie-App fragte beim ersten Start lediglich nach der Berechtigung, auf den Speicher des Gerätes zugreifen zu dürfen. Weitere Berechtigungen, die vom Anwender gewährt werden müssen, gab es nicht. Das jüngste Update, welches die App zu Candy Gallery umbenennt, will deutlich mehr Berechtigungen haben, darunter Zugriff auf den Standort, Geräte-ID, Senden und Empfangen von SMS, verwalten der WLAN-Verbindung und noch vieles mehr.

Spam-Apps
Die Candy-Gallery-App will fragwürdig viele Berechtigungen haben
Die Kollegen von AndroidPolice haben bereits den Hersteller TCL um eine Erklärung gebeten, ob diese Strategie mit den Spam-artigen Apps tatsächlich gewollt ist. Ein Hinweis auf die Rechtmäßigkeit lässt sich darin finden, dass der kryptographische Schlüssel, zum Beispiel um Nutzerdaten zu verschlüsseln, identisch ist zu dem, welcher mit der alten Galerie-App verwendet wird.

Daher geht AndroidPolice davon aus, dass der kryptografische Schlüssel nicht einfach gestohlen wurde, was entsprechende Aktivitäten seitens Alcatel ausgelöst hätte - die neue App Candy Gallery scheint bereits über zwei Monate im Play Store als Update für Alcatel-Geräte zu existieren - sondern das der Smartphone-Hersteller einfach seine Apps an einen Drittentwickler veräußert hat. Oder anders ausgedrückt: Alcatel hat seine Kunden verkauft.

Unsicherheit bei Anwendern

Spam-AppsAlcatel verärgert aktuell etliche Kunden Was auch immer der Grund sein mag, die Apps von Alcatel haben im Google Play Store entsprechend niedrige Bewertungen erhalten. Solange sich das Unternehmen nicht selbst zu der Situation rund um die fraglichen Apps äußert, sind sämtliche Vorwürfe reinste Spekulation, die auf nachvollziehbaren Tatsachen und Indizien fußen.

Es zeigt aber auch einmal mehr, dass die Update-Funktion über den Google Play Store durchaus ein zweischneidiges Schwert sein kann - aber nicht muss. Unverständlich ist nur, dass etliche Alcatel-Nutzer berichten, dass sich die neuen Updates der Apps Galerie, Kalender, Launcher und auch der Wetter-App im Nachhinein nicht mehr deinstallieren lassen.

In jedem Fall muss Alcatel, das mit Modellen wie dem Idol 3 damals durchaus aufmerksam werden lies, mit einem herben Image-Verlust rechnen.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, auf welche Dinge Sie bei kostenlosen Apps achten müssen, wenn es um Berechtigungen und Datenschutz geht.

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