Doppelt

Nur kurze Zeit: Mehr Datenvolumen bei o2-Prepaid

Die ewige Jagd nach "Neukunden" geht weiter: Wer bei o2 eine "neue" Prepaid-Karte kauft, bekommt 3 mal doppeltes Daten­volumen. Danach wird es wieder teuer.

Doppeltes Daten­volumen verspricht o2 seinen "Neu"-Kunden, die eine Prepaid-Karte gekauft und akti­viert haben, aber das Ganze ist leider nur eine kurz­lebige und teure PR-Aktion. Viele Mobil­funk­kunden schre­cken vor einem Lauf­zeit­ver­trag zurück. Sei es, weil sie diese SIM-Karte nur spora­disch einsetzen (viel­leicht als Netz­backup) oder sei es, weil sie Angst vor uner­war­teten Kosten haben und sparen wollen oder müssen. Hier kann Prepaid eine Lösung sein. Es kann nur das verbraucht werden, was als Guthaben auf der Karte ist.

Neukunden-Aktion für o2-Prepaid

Im Rahmen einer Neukunden-Aktion gibt es bei o2-Prepaid kurzzeitig doppeltes Datenvolumen. Im Rahmen einer Neukunden-Aktion gibt es bei o2-Prepaid kurzzeitig doppeltes Datenvolumen.
Grafik: Telefónica Germany
Telefónica (o2) infor­miert seine Kunden über eine "Neukunden-Aktion" bei o2 Prepaid: Ab sofort verfügen die O2 my Prepaid S, M und L-Tarife über doppeltes High­speed-Daten­volumen zum unver­änderten Preis, das aber leider nur befristet. Das enthal­tene Aktions-Daten­volumen ist jeweils nur drei Mal buchbar, sodass Neukunden 12 Wochen lang über mehr Daten­volumen verfügen können. Mit dieser Aktion sollen "Power User", die sich nicht an einen Lauf­zeit­ver­trag binden wollen, eine "perfekte" Lösung erhalten. Sie sei auch für Nutzer, die nur befristet oder kurz­fristig viel Daten­volumen benö­tigen, "sehr hilf­reich", findet o2.

Befriste Aktion

Schauen wir uns das genauer an: Der größte Tarif "O2 my Prepaid L" enthält aktuell 25 GB (statt sonst 12,5 GB), die weiterhin 19,99 Euro kosten und 4 Wochen gültig sind. Umge­rechnet auf einen Monat wären das unge­fähr 21,65 Euro (wenn man das Jahr mit 52 Wochen also 13 Buchungs­peri­oden auf 12 Monate umrechnet.

Der mitt­lere "O2 my Prepaid M" bekommt kurz­fristig 13 GB (statt sonst 6,5 GB) für 14,99 Euro für vier Wochen. Der Einsteiger-Tarif "O2 my Prepaid S" erhält kurz­fristig 7 GB (statt 3,5 GB) für 9,99 Euro für vier Wochen. In den Tarifen O2 my Prepaid S, M und L sind ab Werk eine Allnet-Flat für Sprach-Tele­fonie und SMS in alle deut­schen Mobil­funk­netze und ins Fest­netz sowie EU-Roaming enthalten (keine Sonder­ruf­num­mern, keine Pager).

Wer diese Akti­onsta­rife buchen will, bekommt sie "in allen bekannte Prepaid-Verkaufs­kanälen" also im Internet, in den O2 Shops und oder im Einzel­handel, der Mobil­funk­pro­dukte führt. Die Akti­onsta­rife sind bis 27. Dezember 2022 gültig.

Unbe­dingt Tarife verglei­chen

Vor der Buchung sollten die Tarife vergli­chen werden. Beispiels­weise bekommt man von Simon Mobile im Voda­fone-Netz monat­liche 10 GB Daten dauer­haft für 8,99 Euro im Monat (monat­lich kündbar) im Gegen­satz zu den kurz­zei­tigem 7 GB beim o2 Prepaid S für umge­rechnet 10,82 Euro, die nach grob 3 Monaten auf 3,5 GB "abschmelzen".

Soll es im o2-Netz sein, gäbe es 7 GB für 7,77 Euro im Monat bei Winsim, man wäre dort aber 24 Monate gebunden. Wollte man das monat­lich kündbar, fielen zu den monat­lichen Kosten noch einmalig 19,99 Euro an.

Wer ins Telekom-D1-Netz wech­seln möchte, würde bei fraenk für mindes­tens 5 GB (mit einem Code gibts noch mehr Volumen) monat­lich glatte 10 Euro bezahlen, was anfangs weniger Daten als bei o2 enthielte, lang­fristig aber schon. Die Prepaid-Tarife der Telekom werden durch 3 GB mehr Daten­volumen zum glei­chen Preis für 12 Monate aufge­wertet. Danach leiden sie unter dem glei­chen Problem wie die o2-Aktion.

Eine Einschät­zung (von Henning Gajek)

Solche Tarifak­tionen bringen kaum Neukunden, sondern moti­vieren eher Bestands­kunden, sich als "Neukunde" wieder einmal "frisch" anzu­melden, um den vermeint­lichen oder echten Vorteil "abzu­stauben". Nach­haltig geht anders.

Es ist nicht mehr klar ermit­telbar, wer den Unsinn mit 4-Wochen-Tarifen erfunden hat. Das spült den Netz­betrei­bern monat­lich etwa 10 Prozent Mehr­ein­nahmen in die Kasse. Leider sind wir nicht in Italien, wo die Aufsichts­behörden dieser Mogel­packung sofort einen Riegel vorge­schoben haben - alle Netz­betreiber mussten sofort auf monat­liche Abrech­nung zurück­stellen, andern­falls wären drako­nische Strafen fällig geworden.

Was in vielen Mobil­funk-Tarifen notwendig und sinn­voll wäre: Entweder eine dauer­hafte Erhö­hung des inklu­dierten Daten­volu­mens oder eine bezahl­bare Möglich­keit, bei Bedarf verbrauchtes Daten­volumen zu bezahl­baren Preisen nach­füllen zu können.

Wer für seinen kleinen Daten­tarif mal kurz­fristig mehr Volumen braucht, muss zu grotesken Preisen nach­buchen oder kann sich eine Tages­flat für rund 6 bis 7 Euro pro Tag buchen, die auf den Monat hoch­gerechnet bei 180 bis 210 Euro (!) heraus­käme. Dazwi­schen gibt es für den schmalen Geld­beutel leider nichts passendes. Alter­nativ ist der Kunde gezwungen, perma­nent einen größeren Tarif zu buchen, den er viel­leicht die meiste Zeit gar nicht braucht.

Welche Vor- und Nach­teile Prepaid hat, erklären wir Ihnen gerne.

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