Akkupflege

Tipps: Mehr Laufzeit aus dem Handy-Akku holen

Display, Apps und WLAN sind die größten Stromfresser
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Smartphones und Tablets sind toll - wenn ihren Akkus nicht vor­zeitig der Saft ausgeht. "Moderne Smartphones mit ihren großen Displays und schnellen Prozessoren ver­brauchen erheblich mehr Strom als klassische Einfach­handys", sagt Michael Wolf von der Stiftung Waren­test. Deshalb lohnt es sich, die Strom­fresser auf Diät zu setzen, damit sie am Ende des Tages noch Energie haben.

Display verbraucht am meisten Strom

Die Nutzungsdauer von Handys kann man leicht verlängernDie Nutzungsdauer von Handys kann man leicht verlängern Die Displaybeleuchtung schwächt den Akku am meisten. Daher empfiehlt es sich, die Helligkeitsstufe des Displays nicht automatisch je nach Umgebungshelligkeit anpassen zu lassen. Stattdessen sollte die Leuchtintensität geringer eingestellt werden. Zusätzlich können die Intervalle, wann ein Standby-Modus aktiv ist, minimiert werden.

Aber auch WLAN, Bluetooth, GPS und daueraktive Apps zehren kräftig am Akku. Der Nutzer sollte Datenfunk und Anwendungen ausschalten, die gerade nicht gebraucht werden, aber im Hintergrund Strom fressen, empfiehlt teltarif.de. Das geht in den Einstellungen und über den Task-Manager. Bei sehr schlechtem Netzempfang kann es auch sinnvoll sein, vom kombinierten UMTS- oder LTE- in den reinen GSM-Modus zurückzuschalten. Sonst sucht das Gerät ständig nach einer schnelleren Verbindung und zieht dabei viel Strom.

Apps verbrauchen Strom im Hintergrund

Apps können sogar Energie verbrauchen, ohne genutzt zu werden, nur weil sie installiert sind. Besonders kostenfreie, werbe­finanzierte Apps nehmen viel Akku­kapazität in Anspruch. Denn diese übermitteln meist im Hintergrund den Standort des Gerätes, um ortsbezogene Werbung einblenden zu können. Nicht benötigte Apps sollten energiebewusste Nutzer deshalb deinstallieren - und Aktualisierungen fürs Betriebssystem bei Verfügbarkeit gleich installieren. Zudem können App-Updates nicht nur Sicher­heits­lücken schließen, sondern wirken sich teilweise auch positiv auf die Energie­effizienz von Smartphones aus.

Auch Widgets für News oder das aktuelle Wetter, die auf mobilen Geräten mit dem Betriebssystem Android laufen, verbrauchen Strom - deshalb sollte man sich gut überlegen, auf welche dieser Anwendungen man nicht vielleicht doch verzichten kann.

Nachts sollte man Smart­phone oder Tablet einfach abschalten oder in den Flugmodus versetzen, wenn sie als Wecker genutzt werden. Und auch der Vibrationsalarm kostet Extrastrom: Wird er nicht gebraucht, sollte man ihn deaktivieren.

Spezielle Stromspar-Apps können oft beim Aus­schalten des Displays Apps beenden. Aller­dings halte nicht alle Apps, was sie versprechen. Stattdessen können sie zu Fehlfunktionen von einzelnen Anwendungen führen. Man sollte sich vorher genau über solche Apps informieren oder besser gleich den Verbrauch analysieren, rät die Expertin. Alter­nativ kann man in den Ein­stellungen eines Smartphones den prozentualen Anteil der in Anspruch genommenen Akkuleistung von zum Beispiel Display, WLAN oder einzelnen Anwendungen ermitteln und gegebenenfalls Einstellungs­änderungen vornehmen.

Android-Geräte bieten ihren Nutzern den Vorteil, dass sie herstellerbedingt teilweise schon auf der Benutzer­oberfläche Stromspar-Ein­stellungen vornehmen können. Denn hier lässt sich zum Beispiel festlegen, welche Anwendungen und Dienste ab einem vorgegebenen Akkustand deaktiviert werden. Beim iPhone wurde diese Funktion mit dem Software-Update iOS 7  durch das Kontroll­zentrum eingeführt.

Akkus sind wetterfühlig

Doch auch extreme Umgebungs­temperaturen beeinflussen den Akku. Vor allem Kälte setzt dem Strom­speicher zu: Bei einem Lithium-Ionen-Akku steht dann nicht die volle Kapazität zur Verfügung. "Darum trägt man Handys, Kameras und andere akkubetriebene Geräte im Winter besser in der Innentasche als in Handtasche oder Rucksack", erklärt Warentester Wolf.

Wer bereits im Voraus weiß, dass er sein Handy ohne eine Steckdose in Reichweite länger intensiv nutzen wird, kann immer noch einen geladenen Ersatz-Akku mitnehmen. "Das geht aber natürlich nur mit Geräten, bei denen der Akku vom Nutzer wechselbar und nicht wie zum Beispiel bei den iPhones fest verbaut ist", sagt Michael Wolf. Aber es gibt auch noch externe Akku- oder Powerpacks, die praktisch alle Smartphones und Tablets mit versiegter Batterie speisen können.

In dem teltarif.de-Ratgeber, sind noch weitere Tipps zur Akku-Pflege zu finden.

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