Messenger-Urgestein

AIM: AOL Instant Messenger wird abgeschaltet

Die AOL-Einwahlsoftware ist einigen Internet-Nutzern noch in Erinnerung, 1997 wurde daraus der Messenger als eigenes Programm extrahiert. Nach über 20 Jahren ist nun das Ende des AOL Instant Messengers eingeläutet.
Von mit Material von dpa
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Internet-Nutzer der 1990er Jahre können sich noch an die Zu­gangs­soft­ware des Inter­net­an­bieters AOL erinnern, die einerseits auf einer Oberfläche viele Internet-Dienste integrierte, sich andererseits aber manchmal so tief wie ein Virus ins Windows-Betriebssystem vergrub, dass eine gefahrlose Deinstallation kaum möglich war. Diese Software beinhaltete bereits einen Messaging-Dienst, der von AOL später ausgegliedert wurde.

Der AOL Instant Messenger (AIM) wird nun nach über 20 Jahren Dienstzeit zum 15. Dezember 2017 eingestellt. Der seit 1997 separat als eigene Software betriebene Dienst war mit dem etwas älteren Pionier ICQ (1996 gestartet) eine der ersten weit verbreiteten Plattformen für Direktnachrichten und Dateiaustausch mit verbundenen Kontakten.

Das müssen AIM-Nutzer beachten

Abschied vom AOL Instant MessengerAbschied vom AOL Instant Messenger Nutzer können bis zum Tag der Abschaltung ihre Dateien und Chat-Protokolle exportieren, teilen die Betreiber in einem Blogeintrag mit. Dazu müssen sie sich ins Programm einloggen und für jeden Kontakt einzeln die Dateien auswählen und herunterladen. Die Chatverläufe finden Nutzer auf ihren Rechnern über das Suchwort "AIM Logs" in der Systemsuche für Mac oder Windows. Bilder und Dateien in den Chatverläufen werden mit der Voreinstellung allerdings nicht automatisch auf der Festplatte gespeichert, diese müssen die Nutzer vor dem 15. Dezember manuell sichern.

Die Buddyliste, also die Liste der Kontakte, lässt sich dagegen nicht exportieren. Mit dem Tag der Abschaltung werden alle Daten der Nutzer gelöscht, heißt es in dem Blogeintrag weiter.

Eine wirkliche Begründung für die Abschaltung liefert AOL zwar nicht, man wolle sich auf "aufregende neue Produkte" konzentrieren. Ein echter Nachfolger für den AIM wird allerdings nicht angekündigt. Der Grund für die Abschaltung dürfte sein, dass ein Großteil der Nutzer längst zu typischen Smartphone-Messengern wie WhatsApp oder Faceboook Messenger gewechselt ist. Seit 2008 war AIM auch für Windows Mobile und iOS erhältlich, später auch für Android, doch der Niedergang der Nutzerzahlen war nicht mehr aufzuhalten.

AOL weist darauf hin, dass auch nach dem Tag der Abschaltung des Messengers die E-Mail-Adressen mit der Endung @aim.com ohne Einschränkung weiter genutzt werden können.

In einer tabellarischen Übersicht präsentieren wir die wichtigsten Smartphone-Messenger.

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