Precision Farming

LTE und Satellit: Hybrid-Modem für vernetzte Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht unter einem enormen Kostendruck und muss daher die Produktion optimieren. Dabei helfen soll ein hybrides Modem für LTE- und Satelliten-Verbindungen.
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Das Hybrid-Modem für landwirtschaftliche MaschinenDas Hybrid-Modem für landwirtschaftliche Maschinen Wer einen modernen Bauernhof besucht, weiß, dass es dort schon lange nicht mehr nur um friedlich auf der Weide grasende Rinder oder auf dem Melkschemel sitzende Angestellte geht. Egal ob moderne oder Bio-Land­wirt­schaft: Der Kosten­druck ist immens, und daher müssen Land­wirte vermehrt darauf achten, wie sie ihre Produktions­pro­zesse lückenlos überwachen und optimieren.

Und dabei sind wir wieder ganz schnell beim Thema Mobil­funk-Netzabdeckung: Welcher Landwirt hat auf seinen Feldern und Weiden außerhalb geschlossener Ortschaften eine flächendeckende mobile Breitbandversorgung per LTE? Bislang stand es kaum im Fokus der Netzbetreiber, derartige Flächen mit Mobilfunk zu versorgen - darum muss sich die Landwirtschaft nun anders behelfen.

Vernetzte Landwirtschaft für mehr Effizienz

Das Unternehmen Telespazio VEGA Deutschland mit Sitz in Darmstadt arbeitet überwiegend im Bereich der Luft- und Raumfahrt sowie der Satelliten-Technik. Gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und dem Landmaschinen-Hersteller John Dere hat das Unternehmen den Prototyp eines Hybrid-Modems entwickelt, das auf Landmaschinen montiert werden kann.

Das Modem funkt zunächst in stationären Mobilfunknetzen. Stehen diese wegen fehlender Netzabdeckung nicht zur Verfügung, wechselt das Modem auf eine Satelliten-Verbindung. Das Projekt, an dem nun vier Jahre gearbeitet wurde, nennt sich "Agriloc". Im Rahmen des Projekts entstanden außer dem Hybrid-Modem auch neue Testverfahren für Internet über Satellit sowie ein satellitengesteuertes Lenksystem für Traktoren. Weitere technische Details zum Hybrid-Modem haben die Projektpartner bislang nicht bekanntgegeben.

Nach Abschluss der vierjährigen Projektphase sollen die Prototypen nun in die reguläre Produktentwicklung gehen. Das Hybrid-Modem soll in Zukunft fest in landwirtschaftlichen Fahrzeugen eingebaut werden, ältere Fahrzeuge lassen sich nachrüsten. Das Ziel all dieser Entwicklungen soll eine zentimetergenaue Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen sein. Satellitennavigation und übers Internet geschickte Korrekturdaten sollen nach dem Willen der Projektpartner der Präzisionslandwirtschaft neue Möglichkeiten für das Säen, Behandeln und Ernten einzelner Pflanzen bieten. Dies setze eine permanente Anbindung an Internetdienste und Korrektursignale voraus, ebenso ein automatisiertes Lenksystem.

Es ist also zu erwarten, dass der Landwirt mit derartigen Technologien in Zukunft noch weniger Zeit hinter dem Lenkrad und dafür mehr Zeit vor dem Computer verbringt.

In einem separaten Tarif-Ratgeber haben wir Mobilfunk-Tarife für Störche, Windräder und Sensoren vorgestellt.

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