Kommunikationshilfe

Ägypten: Google stellt Festnetz-Dienst für Twitter bereit

Hilfe für die ägyptische Opposition
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Nachdem die ägyptische Regierung Ende der vergangenen Woche im ganzen Land die Internetverbindungen abschalten ließ, um Aktivitäten der Opposition und die Berichterstattung darüber zu behindern, hat nun der Internetgigant Google eine Hilfslösung bereitgestellt. Wie Google heute in seinem Firmenblog mitteilt, bietet das Unternehmen die Möglichkeit per Telefonanruf zu twittern. Die Nachricht muss dafür als Voicemail bei den internationalen Rufnummern +1650 4 194 196, +39 0 662 207294 oder +97316 199855 hinterlassen werden. Die aufgenommenen Nachrichten würden dann umgehend mit dem Schlagwort "egypt" bei Twitter veröffentlicht. Sie können über dieselben Nummern empfangen oder über twitter.com/speak2tweet gehört werden.

Google bietet in Ägypten Twitter per Festnetz an.Google bietet in Ägypten Twitter per Festnetz an. Nach den Angaben im Google-Blog arbeitetet eine kleine Gruppe von Experten von Twitter, Google und SayNow an dem Telefon-Service für Ägypten. SayNow ist eine auf Sprachdienste spezialisierte Firma, die Google erst in der vergangenen Woche übernommen hat. Google schreibt in seinem Blog weiter, dass das Unternehmen hoffe, den Menschen in Ägypten in dieser sehr schwierigen Zeit bei ihrer Kommunikation helfen zu können. Die Nachricht wurde von dem Mitbegründer von SayNow, Ujjwal Singh, und dem Google-Produkt-Manager für den Nahen Osten und Nordafrika AbdelKarim Mardini veröffentlicht.

Heute sind weitere Massenproteste geplant, um die Regierung unter Hosni Mubarak zum Rücktritt zu zwingen. Es heißt, dass trotz Ausgangssperre zahlreiche Demonstranten unterwegs seien. Allerdings hat die Regierung Mubaraks inzwischen auch den Zugverkehr und den öffentlichen Nahverkehr unterbrechen lassen, um den "Marsch der Millionen" zu verhindern. Auch wichtige Straßen nach Kairo sollen gesperrt worden sein.

Gestern stellte sich das Militär überraschend auf die Seite der Opposition und kündigte an, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten anzuwenden, deren Aktionen "legitim" seien.

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