Nachfolger

Telekom beruft neuen Chef für T-Systems

Die schwächelnde Telekom-Tochter T-Systems beruft zum 1. Januar einen neuen Chef. Der US-Amerikaner Adel Al-Saleh soll die dringend notwendige Sanierung durchführen. Branchenbeobachter halten sogar einen Teilverkauf oder eine Ausgliederung für möglich.
Von mit Material von dpa
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Adel Al-SalehAdel Al-Saleh Die schwächelnde Telekom-Großkundensparte T-Systems bekommt einen neuen Chef: den US-Amerikaner Adel Al-Saleh. Der 53-jährige Manager übernehme zum 1. Januar 2018 den Chefsessel der IT-Dienstleistungssparte von Reinhard Clemens, und werde wie sein Vorgänger auch Mitglied des Telekom-Vorstandes sein, teilte die Telekom heute mit. Zuvor hatte das Handelsblatt über die Personalie berichtet.

Die Telekom hatte den Führungswechsel bei T-Systems bereits vor einem Monat angekündigt, den Namen des Clemens-Nachfolgers jedoch zunächst geheim gehalten. T-Systems ist seit Jahren ein Sorgenkind des Bonner Konzerns. Hauptaufgabe des Managers sei es, die Tochter endlich "erfolgreich zu machen", hieß es im Unternehmen.

Welche Strategie wird Adel Al-Saleh verfolgen?

Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte, der Amerikaner habe bereits bewiesen, "dass er Unternehmen auf Kurs bringen kann". Vor seinem Wechsel zu T-Systems leitete Adel Al-Saleh den britischen Software-Anbieter und Technologiedienstleister Northgate Information Solutions (NIS). Der Manager habe der Gruppe eine neue Strategie gegeben und die Geschäftseinheiten effizienter und wettbewerbsfähiger gemacht, teilte die Telekom mit.

Zurzeit mache sich der 53-Jährige bereits mit dem Unternehmen vertraut und werde die Zeit bis zum Jahresende nutzen, um danach sofort voll einzusteigen.

Der künftige Chef der kriselnden Tochter T-Systems kommt nach Informationen des Handelsblatts ursprünglich aus dem Verbund des Blackstone-Rivalen KKR, einer Private-Equity-Beteiligungsgesellschaft. KKR übernahm NIS 2008 und holte Al-Saleh Ende 2011 zu NIS. Der Manager soll nun das notwendige Sanierungswerk bei T-Systems umsetzen. Ein Teilverkauf oder eine Ausgliederung ist laut dem Handelsblatt in solchen Fällen üblich und werde von der Börse in der Regel "mit Applaus und Kursaufschlag belohnt".

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