Betrug

Abofalle reloaded: Verbraucherzentrale warnt vor Zahlungen

Sie sind rarer geworden, deshalb aber nicht weniger perfide: Trotz Gesetzesänderung kursieren Abofallen im Internet. Wer wie im aktuellen Fall hineintappt, sollte sich schriftlich wehren - und auf Zahlungsbuttons achten.
Von dpa /
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Immer wieder kursieren Abo­fallen im Internet. Mit der Registrierung auf einer Web­site schließen Nutzer un­wissent­lich einen kosten­pflichtigen Vertrag. Wer in so eine Falle tappt, sollte die Nach­richten der Abzocker nicht einfach ignorieren. Das rät die Ver­braucher­zentrale Sachsen (VZS). Nutzer wider­sprechen der Zahlung und widerrufen den Vertrag am besten per E-Mail, empfiehlt Katja Henschler von der VZS.

Aktuell lockt etwa ein Anbieter mit einer Malediven-Reise als Preis eines kostenlosen Gewinn­spiels. Nachdem der Nutzer sich registriert hat, verschickt das Portal eine Zahlungs­auf­forderung in Höhe von 576 Euro für eine vorgebliche Zwei-Jahres-Mit­glied­schaft. Nutzer sollten das Geld nicht zahlen, raten die Ver­braucher­schützer.

Verbraucherschützer: Vertrag kommt nicht zustande

Abofallen nach Einführung der Buttonlösung doch wieder aufgetauchtAbofallen nach Einführung der Buttonlösung doch wieder aufgetaucht Auf der Website der Abzocker fehlt in diesem konkreten Fall der gesetzlich vor­ge­schriebene Button "zahlungs­pflichtig be­stellen". Es komme deshalb kein Vertrag zustande, sagt Henschler. Dennoch sollten Nutzer schrift­lich widerrufen und dabei explizit auf den fehlenden Zahlungs­button verweisen. Buttons mit dem Inhalt "Anmelden" seien ebenfalls nicht gesetzes­kon­form, erläutert Henschler.

In der Regel haben Abzocker korrekte Zahlungsbuttons integriert, verstecken das Abo aber nach Beobachtung der Verbraucherschützer im Kleingedruckten. Auch in dem Fall sollten Betroffene schriftlich widerrufen und den Vertrag wegen Täuschung anfechten. "Sich wehren hilft oft schon", betont Henschler. "Die Betrüger setzen genau auf die Menschen, die nicht den Nerv dafür haben und sich einschüchtern lassen."

Die Abofallen im Internet wurden mit der 2012 gesetzlich eingeführten Buttonlösung weitgehend ausgerottet. Um grundsätzlich Ärger mit solchen Betrugsmaschen zu vermeiden, sollten Internetnutzer Webseiten besser ganz genau prüfen, bevor sie sich mit persönlichen Daten anmelden. Henschler rät allerdings im Hinblick auf unseriöse Abzock-Seiten: "Besonders dann, wenn eine Leistung als kostenlos beworben wird."

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