Netzstandard

Tarife, Netzausbau & Co.: 5G bei Telekom, Vodafone und o2

5G gibt es mitt­ler­weile von Telekom, Voda­fone und o2. Beim Netz­ausbau sind große Unter­schiede fest­zustellen. Aber auch die Vermark­tung ist nicht bei allen Anbie­tern gleich.

Seit mehr als einem Jahr ist der neue Mobil­funk-Netz­stan­dard 5G in Deutsch­land verfügbar. Die Deut­sche Telekom vermark­tete als erster Netz­betreiber passende Tarife. Voda­fone hatte beim Netz­start die Nase vorn. Aller­dings bot Voda­fone zum Start nur kleine "5G-Hotspots" an, während die Telekom beispiels­weise in der Berliner Innen­stadt schon eine größere Fläche versorgt hatte. Telefónica beschränkte sich im vergan­genen Jahr noch auf 5G für indus­tri­elle Anwen­dungen. Doch wo stehen die Mobil­funk-Netz­betreiber mit der 5G-Einfüh­rung jetzt? 5G jetzt in allen deutschen Netzen verfügbar 5G jetzt in allen deutschen Netzen verfügbar
Foto: picture alliance/Clara Margais/dpa

Telekom: Mehr als 50 Prozent Bevöl­kerungs­abde­ckung

Die große Über­raschung des Jahres war die Deut­sche Telekom, die im Früh­jahr zunächst ange­kün­digt hatte, noch in diesem Jahr 50 Prozent der Bevöl­kerung mit 5G zu versorgen. Möglich wird das durch den Einsatz der DSS-Technik (Dynamic Spec­trum Sharing). Dadurch ist es möglich, LTE und 5G parallel im glei­chen Frequenz­spek­trum zu betreiben. So wird für 5G - und parallel für LTE - auch ein Teil des 2100-MHz-Bandes genutzt, das früher für den UMTS-Stan­dard reser­viert war.

Nach wenigen Wochen verkün­dete die Telekom, das 50-Prozent-Ziel bereits erreicht zu haben. Bis zum Jahres­ende habe man sich vorge­nommen, sogar zwei Drittel der Bevöl­kerung mit 5G zu errei­chen. Aller­dings sind viele Smart­phones derzeit noch gar nicht dazu in der Lage, das komplette 5G-Netz der Telekom zu nutzen. Je nach LTE/5G-Frequenz­kon­stel­lation verbleiben die Smart­phones im LTE-Netz ohne 5G-Erwei­terung. Soft­ware-Updates sollen den Nach­teil beheben, sind aller­dings schon seit Monaten ange­kün­digt, ohne dass sich etwas geän­dert hat.

Zudem gilt es bei 5G DSS eines zu bedenken: Mangels entspre­chender Frequenz­res­sourcen bekommt man dort - anders als auf 3600 MHz - keine Gigabit-Geschwin­dig­keiten, sondern eher Band­breiten, die auch mit LTE ohne 5G-Erwei­terung möglich wären. Der Netz­ausbau auf 3600 MHz, wo hohe Band­breiten möglich sind, dafür aber physi­kalisch bedingt die tech­nische Reich­weite einer Basis­sta­tion sehr klein ist, stagniert der Netz­ausbau. Telekom-5G-Abdeckung Telekom-5G-Abdeckung
Quelle: telekom.de

Post­paid-Smart­pho­neta­rife mit 5G ohne Aufpreis

Die Telekom schaltet 5G in den MagentaMobil-Tarifen ohne Aufpreis frei. Prepaid­kunden können den neuen Netz­stan­dard zwölf Wochen lang kostenlos testen. Danach werden 2,93 Euro in vier Wochen (bei 16 Prozent Mehr­wert­steuer) Aufpreis für die 5G-Option berechnet. Ausnahme ist der MagentaMobil Prepaid Max, wo 5G ohne Zusatz­kosten genutzt werden kann.

In den reinen Daten­tarifen, die unter dem Ober­begriff DataComfort vermarktet werden, wurde die 5G-Option zunächst gegen Aufpreis ange­boten. Nun ist die Frei­schal­tung des neuen Netz­stan­dards für zwei Jahre ohne zusätz­liche Kosten Bestand­teil des jewei­ligen Tarifs. Danach sollte 5G auch für reine Daten­tarife zumin­dest bei den Netz­betreiber-Tarifen obli­gato­risch sein.

Auf Seite 2 lesen Sie unter anderem, wie der aktu­elle Stand beim 5G-Netz von Voda­fone ist.

1 2 3

Mehr zum Thema 5G