T-Mobile

5G Broadcast: T-Mobile ist strikt gegen Gratis-Zugang

In Österreich fordern der ORF, dessen Sendertochter ORS und Privatsender einen kostenlosen Zugang zu über 5G ausgestrahlte Medieninhalte im Broadcast-Modus ohne SIM-Karte. T-Mobile lehnt einen solchen Vorstoß kategorisch ab.
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Der Sender Wendelstein des Bayrischen RundfunksDer Sender Wendelstein des Bayerischen Rundfunks. Von hier wird bereits 5G Broadcast ausgestrahlt In Öster­reich fordern der ORF, dessen Sender­tochter ORS und Privat­sender einen kosten­losen Zugang zu über 5G ausge­strahlte Medi­en­in­halte im Broad­cast-Modus ohne SIM-Karte. Wie berichtet, streben sie eine entspre­chende Auflage für Mobil­funk­un­ter­nehmen bei der Frequenz-Auktion an.

T-Mobile lehnt eine solche Verpflich­tung jedoch kate­go­risch ab. Das bedeutet: Selbst wenn vorrangig ein fremdes Unter­nehmen wie die ORF-Sender­tochter ORS das Netz betreiben würde, gäbe es nach Willen des Mobil­funk­be­trei­bers keinen Zugang zu über 5G Broad­cast ausge­strahltem Radio und Fern­sehen ohne Maut­stelle und Bezahl­schranke.

T-Mobile: "Massiver Eingriff in Infra­struktur"

"T-Mobile Austria inves­tiert jähr­lich einen drei­stel­ligen Millio­nen­be­trag in die eigene Infra­struktur", erklärt Spre­cherin Barbara Holz­bauer auf Anfrage der Tages­zei­tung "Stan­dard": "Eine Verpflich­tung Broad­cas­ting zuzu­lassen wäre nicht nur eine Einschrän­kung unserer Frequenz­nut­zungs­rechte, sondern ein massiver Eingriff in unsere Infra­struktur. Wir lehnen die Forde­rung nach verpflich­tender kosten­loser Einbin­dung von TV-Inhalten ab."

Verfes­tigt sich diese Haltung auch in Deutsch­land, wäre das gut für die bestehenden digital-terres­tri­schen Tech­no­lo­gien DAB+ und DVB-T2. Viele sehen diese ledig­lich als Brücken­tech­no­lo­gien auf dem Weg zu 5G Broad­cast. Rund­funk braucht als Allge­meingut aller­dings - vor allem für den öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk - frei zugäng­liche Verbrei­tungs­wege.

EU-weite Regu­lie­rung des Zugangs bei 5G gefor­dert

Ein Mitar­beiter eines baye­ri­schen Technik-Unter­neh­mens, das unter anderem auch an der Entwick­lung von Diensten über 5G Broad­cast betei­ligt ist, hält die Ansprüche von T-Mobile wiederum für Unsinn: "Es geht in der Forde­rung nach einem freien Zugang zu 5G Broad­cast um andere Frequenzen als dieje­nigen, die vom Provider der SIM-Karte verwendet werden. Es geht darum, dass das Gerät nicht durch Provi­der­ein­stel­lungen 'verkrüp­pelt' werden darf. Das ist ganz im Sinn des Nutzers". Er fordert allge­mein eine EU-weite Regu­lie­rung des Zugangs zu Diensten über 5G - auch ohne die Mobil­funk­un­ter­nehmen, die den Stan­dard nicht mono­po­li­sieren dürften: "Es geht hier nicht nur um die Medi­en­nut­zung, sondern auch um indus­tri­elle Anwen­dungen - Indus­trie 4.0 - und um Veran­stal­tungs­technik, wie zum Beispiel draht­lose Mikro­fone und Kameras, sowie event­lo­kale Zusatz­an­ge­bote. 5G ist an vielen Stellen schon jetzt zu wichtig. Es ist eben kein reines Mobil­funk­netz und das muss per Gesetz gere­gelt werden".

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