Zukunft

5G: Bald werden die Weichen gestellt

Bald finden zwei große Telekommunikations-Messen in Asien statt: Wird hier schon entschieden, wie verbraucherfreundlich der nächste Mobilfunkstandard wird?
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Die ITU Telecom World 2016 findet vom 14. bis 17 November in Bangkok statt.Die ITU Telecom World 2016 findet vom 14. bis 17 November in Bangkok statt. Der Mobilfunkstandard 4G/LTE ist noch gar nicht fertig eingeführt - so gibt es in Deutschland immer noch zahlreiche Versorgungslücken und wichtige Teile des Standards wie Voice over LTE funktionieren weiterhin nur stark eingeschränkt - da arbeitet die Mobilfunkbranche bereits am Nachfolger 5G. Und es sieht alles danach aus, dass viele wichtige Weichenstellungen für 5G bereits in den kommenden Monaten erfolgen werden. Das ist für teltarif.de-Gründer Kai Petzke Grund genug, in den kommenden Wochen nach Asien zu fliegen, um von zwei Konferenzen zu berichten, auf denen 5G das vorherrschende Thema sein wird: Die Telecom World 2016 der ITU (International Telecommunications Union, eine Unterorganisation der UNO) findet kommende Woche in Bangkok statt. Darauf folgt eine Woche später das Global Mobile Broadband Forum in Tokio.

Wie wichtig die anstehenden Weichenstellungen bei Fragen der Frequenzen und der Modulationsverfahren für die Verbraucher sind, zeigt unser aktueller Artikel zu günstigen China-Handys: Vielen davon fehlt eine Antenne für das hierzulande vielgenutzte LTE-Band 20 bei 800 MHz. Statt flächendeckender LTE-Versorgung bekommt man mit diesen Handys in Deutschland nur einen LTE-Flickenteppich. Spitzen-Smartphones unterstützen daher inzwischen ein Dutzend LTE-Bänder und mehr, um beim Roaming nicht aus dem Netz zu fallen. Diese Vielfalt treibt aber die Kosten - und den Stromverbrauch - zu Lasten der Verbraucher.

Frequenzen für 5G

Schon in den kommenden Monaten wird sich die Politik einigen müssen, welche Frequenzen sie künftig für 5G bereitstellt, wenn der neue Standard tatsächlich pünktlich im Jahr 2020 in Betrieb gehen soll. Denn schließlich müssen die gewählten Frequenzen von den bisherigen Nutzern geräumt und an die Netzbetreiber lizenziert werden, und die Netzbetreiber müssen dann auch die Netze aufbauen. Einigt man sich zum Beispiel erst in zwei Jahren, also Ende 2018, auf die Frequenzen, dürfte es mit dem 5G-Start Anfang 2020 sehr, sehr eng werden.

Aber nicht nur die Frequenzfrage ist offen. Auch die Standards für die Technologie sind noch nicht festgezurrt. Insbesondere stellt sich die Frage, ob 5G wie bei 2G/GSM, 3G/UMTS und 4G/LTE erneut eine zu allen Vorgängern inkompatible Technologie werden wird, oder ob nicht zumindest ein Mindestmaß an Aufwärts- bzw. Abwärtskompatibilität mit Vorgängerstandards wie 4G gehalten werden kann. Für die Verbraucher hätte es zumindest anfangs deutliche Vorteile, wenn die bereits vorhandenen 4G-Smartphones sich auch in die neuen 5G-Netze einbuchen können, selbst, wenn es dabei Einschränkungen gibt, zum Beispiel, dass von den Handys im Kompatibilitäts-Modus nur ein Teil der neuen Kapazität genutzt werden kann. Mittelfristig hätte eine solche Kompatibilität aber hingegen möglicherweise Nachteile - wenn die alten 4G-Handys die 5G-Netze generell nicht optimal nutzen und folglich deren effektive Kapazität reduzieren.

teltarif.de hofft, in den beiden kommenden Wochen einige Antworten auf diese Fragen zu erhalten: Zuerst auf der ITU Telecom World 2016 in Bangkok, dann auf dem 2016 Global Mobile Broadband Forum in Tokio, zu dem Huawei eingeladen hat.

Die ITU-Messe beleuchtet dabei vor allem die Rolle der Politik, das Mobile Broadband Forum hingegen die der Ausrüster, die die Festlegung der Mobilfunkstandards maßgeblich beeinflussen. Der teltarif.de-Gründer Kai Petzke wird von beiden Messen berichten.

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