Klarheit

5G-Frequenzen stehen fest - Starttermine noch nicht

Wochen­lang boten vier Bewerber für Frequenzen bei 2 GHz und 3,6 GHz. Mancher glaubte, dass der Berliner Flug­hafen schneller öffnen würde, doch auf einmal wars geschafft. Jetzt stehen die Frequenzen fest.
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Eher zufällig verrät die Home­page der Bundes­netz­agentur, dass die Behörde schon am 2. August über die Zuord­nung der in Mainz verstei­gerten Frequenz­blöcke entschieden hat.

497 Runden

Die exakten Frequenzen für 5G sind von der der Bundesnetzagentur festgelegt worden.Die exakten Frequenzen für 5G sind von der der Bundesnetzagentur festgelegt worden. Vom 19. März bis zum 12. Juni waren die Frequenzen in den Berei­chen 2 GHz und 3,6 GHz verstei­gert worden. An der Auktion durften die Firmen Dril­lisch Netz AG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, die Telekom Deutsch­land GmbH und die Voda­fone GmbH - so die jewei­ligen offi­ziellen Namen der bietenden Unter­nehmen - teil­nehmen. Alle Bieter waren erfolg­reich.

Für die Bundes­repu­blik war die Auktion lukrativ: Nach 497 Runden bei 6 549 651 000 Euro auf der Uhr.

41 Frequenz­blöcke vergeben

Gegen­stand der vergan­genen Frequenz­auktion im Mainz waren bekannt­lich 41 Frequenz­blöcke aus den Frequenz­berei­chen 2 GHz und 3,6 GHz gewesen. Zum Groß­teil wurden die Blöcke bezüg­lich ihrer Lage im Spek­trum "abstrakt" verstei­gert. Das bedeutet, den bietenden Unter­nehmen standen Frequenzen zur Verfü­gung, aber es war noch unklar, wo diese genau liegen würden.

Immerhin: Im 3,6-GHz-Bereich wurden der oberste und der unterste Block mit konkreter Frequenz­lage verstei­gert, d.h. jeder Bieter wusste dabei schon vorher, auf welche konkrete Frequenz er sich einlassen würde.

Nach dem Zuschlags­bescheid jetzt das Zuord­nungs­verfahren

Im Anschluss an das Ende der Auktion mit Aushän­digung der soge­nannten Zuschlags­bescheide folgte mit dem "Zuord­nungs­verfahren nun die konkrete Zuord­nung der abstrakt erstei­gerten Blöcke entspre­chend dem in der Entschei­dung der Präsi­denten­kammer vom 26. November 2018 (Az. BK1-17/001, Punkt IV.4.2) vorge­sehenen Verfahren", wie es in sprödem Behör­dendeutsch auf der Home­page heißt.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

So sieht der konkrete Frequenzplan der Bundesnetzagentur aus.
So sieht der konkrete Frequenzplan der Bundesnetzagentur aus.

2 GHz im Detail

Im Bereich bei 2 GHz gibt einen Block von 1.920-1.940 MHz der mit 2.110 und 2.130 MHz gepaart ist, der ging an die Voda­fone Deutsch­land. Nebenan zwischen 1.940 und 1.960 MHz bzw. 2.130 und 2.150 MHz dürfen die Kollegen von Telefónica (o2) funken und wiederum darüber wird die Deut­sche Telekom zwischen 1.960-1.980 und 2.150 und 2.170 MHz funken. Diese Frequenzen ("Band­lage") gelten aber nur vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2025.

Ab dem 1. Januar 2026 ändert sich das ein biss­chen: Während Voda­fone und Telekom ihre Frequenzen beibe­halten, wird das Band von Telefónica in der Mitte durch­getrennt und fortan stehen Telefónica nur noch 10 MHz, jeweils von 1.940-1.950 MHz und 2.130-2.140 MHz zur Verfü­gung, den übrigen Bereich erhält die 1&1-Dril­lisch, nämlich von 1.950-1.960 und von 2.140-2.150 MHz. Dieser Plan behält Gültig­keit bis zum 31. Dezember 2040.

3,6 GHz im Detail

Im Bereich zwischen 3,4 und 3,7 GHz sieht es wie folgt aus:

Von 3.400 MHz (3,4 GHz) bis 3.490 MHz darf Voda­fone funken. Neben­dran von 3.490 MHz bis 3.540 MHz wird 1&1-Dril­lisch aktiv werden, gefolgt von Telefónica zwischen 3.540 und 3.610 MHz. Abschluss bildet die Telekom zwischen 3.610 MHz und 3.700 MHz. Oben­drüber zwischen 3.700 MHz und 3.800 MHz sollen dann später die soge­nannten Campus­netze mit eigenen Lizenzen funken dürfen.

Etwas Statistik

Schaut man sich die Statistik an, haben Dril­lisch bei 2 GHz 2x 10 MHz (Duplex), und bei 3,6 GHz 50 MHz (Ping-Pong-Verfahren) erstei­gert. Telefónica bekam 2x 20 MHz bei 2 GHz und 70 MHz bei 3,6 GHz. Telekom und Voda­fone erstei­gerten auf 2 GHz jeweils 2x 20 MHz und auf 3,6 GHz jeweils 90 MHz an Band­breite.

Ob die Zutei­lungs­urkunden schon verschickt wurden und ab wann konkret sie gelten, ist noch nicht bekannt. Man darf davon ausgehen, dass die Netz­betreiber sich dazu in Kürze selbst melden dürften.

In einem Edito­rial haben wir seiner­zeit erläu­tert, dass die letzte 5G-Mobilfunk-Auktion nicht gut für die Mobilfunkkunden war: Diese werden weiterhin viel Geld für mittelmäßige Leistung zahlen müssen.

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