Regulierung

BNetzA: Das sind die Bedingungen für ein 5G-Campusnetz

Die BNetzA wird bei 5G auch lokale Lizenzen für Campus­netze zuteilen. In Hannover erläu­terte sie nun einige der Bedin­gungen, die Bewerber wie BASF, Daimler, VW, Bosch oder Siemens erfüllen müssen.
Von der 5G CMM Expo in Hannover berichtet
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Die CEBIT in Hannover ist tot - nach mehreren Jahr­zehnten hat sich die ehema­lige Vorzeige-Messe über­flüssig gemacht. In Zukunft sollen wich­tige Anwen­dungen wieder auf der Hannover Messe zu sehen sein.

So ganz kann es die Messe­leitung in Hannover aber doch nicht lassen, und so findet in dieser Woche auf dem Messe­gelände erst­mals die 5G CMM Expo statt - eine Mischung aus Konfe­renz und kleiner Ausstel­lung zu 5G und zukünf­tigen 5G-Anwen­dungen.

Genutzt wird dafür auf dem Messe­gelände ledig­lich ein Pavillon, in dem einige Netz­werk­ausrüster und andere Unter­nehmen derzei­tige und zukünf­tige 5G-Tech­niken und -Anwen­dungen vorstellen. Doch auch der nicht immer unum­strit­tene Bereich der Regu­lierung wird ange­spro­chen - beispiels­weise durch die BNetzA.

5G CMM Expo in Hannover
5G CMM Expo in Hannover

Viele Details der Frequenz­zutei­lung noch unklar

Thomas Heut­mann, Refe­rats­leiter bei der Bundes­netz­agentur, sprach über die regu­lato­rischen Vorgaben für den Aufbau von Campus-Netz­werken, für die die BNetzA den erfolg­reichen Bewer­bern ein lokal nutz­bares Frequenz-Spek­trum zuteilt. Zur Verfü­gung steht wahl­weise ein 10-MHz- oder ein 100-MHz-Block. Zahl­reiche große Konzerne haben bereits Inter­esse signa­lisiert, darunter BASF, Daimler, Siemens, Bosch, VW, BMW, Fraport - und die Deut­sche Messe.

Heut­mann bat um Verständnis dafür, dass viele Details der Zutei­lung von 5G-Campus-Frequenzen bis jetzt noch nicht bekannt sind, beispiels­weise wann der Frequenz­block dann tatsäch­lich für die Nutzung zuge­teilt wird und wie viel die Firmen dafür bezahlen müssen. Er machte aber klar, dass nicht einfach jede Firma eine Lizenz bean­tragen kann, sondern dass dafür diverse Vorbe­dingungen gegeben sein müssen.

Öffent­liche Telefon-Services sind verboten

Konkret geht es darum, dass die BNetzA pro erfolg­reichem Bewerber einen 10-MHz- oder einen 100-MHz-Block im Bereich 3700-3800 MHz zuteilt. Erst später denkt die BNetzA konkreter über die Verga­bebe­dingungen im Bereich 26 GHz nach. Die BNetzA macht keine Vorgaben, welche Anwen­dungen das Unter­nehmen mit seinem Campus­netz betreiben darf und die BNetzA sichert bei den einge­reichten Unter­lagen Vertrau­lich­keit zu. Es sollen keine Betriebs­geheim­nisse über die Bewer­bungs­unter­lagen an die Öffent­lich­keit gelangen.

Klar ist aller­dings, dass die Frequenz nur lokal auf dem Werks­gelände und nur für die firr­menin­terne Kommu­nika­tion benutzt werden darf. Das Anbieten eines öffent­lichen Telefon- oder Daten­services über die Campus-Frequenz ist verboten.

Auf jeden Fall sollten sich die Unter­nehmen vor der Bewer­bung an die BNetzA wenden, wenn das Firmen­gelände mögli­cher­weise nicht in sich geschlossen ist oder beispiels­weise von öffent­lichen Straßen durch­schnitten wird. Denn dann muss eine ganz beson­ders sorg­fältige Abstim­mung mit den offi­ziellen Netz­betrei­bern erfolgen, die mögli­cher­weise die Straße versorgen.

Weitere Bedin­gungen für die Vergabe

Der Bewerber muss der Eigen­tümer des Grund­besitzes sein oder als Pächter eine Einver­ständ­niser­klärung des Grund­besit­zers vorweisen. Gehören Grund und Boden mehreren Eigen­tümern, sollten diese die Bewer­bung um eine Frequenz gemeinsam einrei­chen.

Wer ein 5G-Campus­netz aufbauen will, muss vorher einen genauen Plan dieses Netzes vorlegen. Denn die Basis­stationen müssen so posi­tioniert und konfi­guriert sein, dass möglichst kein Funk­signal die Grund­stücks­grenze über­schreitet und dass die Sende­einrich­tungen mit einer möglichst nied­rigen Sende­leis­tung betrieben werden können. Auch topo­grafi­sche Gege­benheiten sind zu berück­sich­tigen. Zum Schutz der Menschen müssen natür­lich alle Anfor­derungen zur elek­troma­gneti­schen Verträg­lich­keit einge­halten werden

Für die Indoor-Nutzung muss mindes­tens eine Indoor-Basis­station mit all ihren Para­metern konfi­guriert und die Werte einge­reicht werden. Genaue Vorgaben für die Indoor-Versor­gung bei einem Campus­netz wird die BNetzA aber noch geson­dert fest­legen.

Abschlie­ßend betonte Heut­mann: Aktuell könnten noch keine Bewer­bungen abge­geben werden, später sei dies dann per E-Mail möglich. An die E-Mail muss eine Excel-Datei ange­hängt werden, in der die Topo­grafie des Geländes und die geplante "Funk-Ausleuch­tung" darge­stellt wird. In Zukunft soll es für die Bewer­bungen dann auch ein Web-Portal geben

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